Gleichzeitigkeit der Gegensätze - der Mobla Blog
Poesie, Essays, Prosa und Bilder von André Ritter
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Vergangenheit - Lyrik
Wenn wir weg legen verschwindet es nicht Hinter anderen Erinnerungen bleibt verschüttet Erlebtes Wenn wir verdrängen wird nur weg geschoben Mit anderen Eindrücken die sich vermengen Erfahrung Wenn wir vernichten blüht es aus verbrannter Erde und verschiebt das Erlebte Schafft neue Erscheinungen
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Die Empfehlung - Gedicht
Liebe nie dich selbst Demütige dich vor dem Leben Den Gütigen wird vergeben Verbieg dich nicht wegen Geld Schweige statt zu reden Bleibe statt zu gehen Gebe statt zu nehmen Den Armen gehört die Welt Durch euch seid ihr nichts Ohne Vater nicht wer ihr seit Ohne Zeit nicht was ihr seit Das Sein gibt euch euer Gesicht Das Gute in dir gehört allein ihm Das Böse in dir lasse einfach ziehen Lasst Hochmut und Gier Die Mitte stellt euch vor Gericht Versteh dich im Gegenüber Sieh dich im Gegenüber Vergib und Verzeih Geh hinüber
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Lauf Zeit! - Prosa
Überall Flammen. Hitze und Staub. Feuerläufer fliehen vor dem Sturm, der droht, noch in den Wolken wohnt. Er kommt. Er kommt. Ständiger Wind. Schwarze Felsen fallen. Aus dem All ein Kometenschweif mit eisigen Wind hinab regnet. Leben erregt. Leben erschlägt. Schläfrig friert die Aufmerksamkeit an der Wirklichkeit fest. Gesetzt ist der Name. Das Gesetz ist geschrieben. Gut und Böse kommt nicht aus der Vernunft. Du kannst es wagen, an der Frucht zu nagen und die Tage treiben wie Triebe dahin. Diebe der Liebe. Der große Wagen hat ein Rat verloren und bleibt am Straßenrand liegen. Die Natur stillt die Leidenschaft an der dummen Tugend. Zweideutigkeiten durchziehen die Folter. Schläge meißeln blutige Striemen auf den Rücken des Erlösers. Am Ende wird das Wort vom Blitz getroffen und die Gier macht Karriere. Der Starke hinterfragt sich nicht. Gut und Böse, menschliche Begriffe der Kausalität. Wie funktioniert die göttliche Verdauung? Wer nichts weiß kennt keine Schuld. Diese billige Belehrung hat keine Bedeutung. Bewegung erzeugt Musik in den Sphären. Die Möglichkeiten bleiben liegen sonst zerfleischt sie der Wille. Meine Vorstellung schießt Strafen in die Umgebung und sieht nur Sklaven im Gehege. Das Gerede von der Kultur endet im Fleischgericht. In diesem Moment ist das Gestern und Morgen meine dritte Person. Wer hat mir meinen Namen gegeben? Eine Reflexion lässt den Spiegel zerspringen am südlichen Orakel. Nacheinander in der Zeit. Nebeneinander im Raum. Der Schöpfer meiner Schöpfung. Zurück in die Glut. Werte und Würde würgen. Die Haltung geknickt. Die Blüte blickt auf die Erde. Verurteilt zum Werden. Verloren die Freiheit. Nicht so und so, sondern so und so. Bild und Abbild. Anwesenheit  der Abwesenheit.  Empfindungen und Strukturen. Baumeister der Welt. Ich kann es nicht mehr hören. Schreiben und Denken. Denken und Schreiben. Beten und zertreten. Wörter zerstören. Sinne auslöschen. Den Mensch sterben lassen. Schauen wie die Zeit vergeht. Warten. Blühen und vergehen. Sonst nichts. Nichts sonst. Der kranke Blick, wird krank durch den Blick. Es tanzen mit gebrochenen Beinen die Infizierten und schreien vor Freude. Die Trauer lacht. Der Wahnsinn kackt auf den S-Bahn Sitz. In den Scheiben zieht die Landschaft an der Landschaft vorbei. Bäume überholen sich. Baumblüten rieseln wie spielende Kinder im windigen Spiel. Die Tiefe geht nur bis zum Knie. Collage der Neuzeit. Gedankenquark und Stringtheorie. Massenmörder und Spargelzeit. Bald kommt der Winter. Leg die Fernbedienung auf den Thron. Erfahrung und Wissen sind benutze Feuchttücher. Das Jucken und Kratzen vertreibt Hunde und Katzen, doch der Spatz am Fenster lässt sich nicht stören. Nur Schmerzen bringen den Stein zur Welt. Das schweinische Selbst versteht sich gut mit dieser kleinen Welt. Es quetschen sich selbst noch die letzten Säfte als Reste aus der Konsumkette. Jede Wette, dass sich die Käsereste gut auf dem Feuer machen so als wär es eine verbannte Pizza, beschrieben mit diesen Buchstaben. Der Blog stopft Socken. Schon wieder ein trockener Hals. Schau nur wie die Zeit vergeht. Noch ein Moment vorbei. Noch einer. Noch einer. Saug meinen Saft süße Biene, goldig im Glas. Was bleibt nach dem Atomkrieg, ist Honig. Überall Pollen. Pilzkolonnen. Mobile Endgeräte gehen mit ihren Besitzern spazieren. Schmieriges Display. Armaturen der Ablenkung. Im Informationsgulag melden sich die Häftlinge freiwillig. Immer in Bewegung, Stöckelschuhe, schemenhafte Schatten, laufender Krach. Satt vom Staunen selbst die Taube auf dem Dach zupft sich die Federn aus den Flügeln. Stadt des Grauens. Lieber leiden lassen als ins Gehirn scheißen lassen. Moderne Poesie muss das ertragen. Kurze Schnipsel. Werbeblöcke. Die Häppchen sind kalt. Opfer der Aufmerksamkeit. Die Zeit bleibt gestoppt. Das Leben geht vor rüber. Hallo. Auf Wiedersehen lieber Triebtäter. Auf tausend Krücken musst du gehen. Mit pulsierenden Ausschlägen. Stell die Uhr stur auf stumm. Wenn die Pflanze erwachsen ist, haben sich die Zeiger verirrt. 
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Tagedieb - Poesie
Die Zeit vergeht im Fluge Die Schuld stürzt ins Meer Das grüne Land wird überflutet was bleibt ist Nichts deutlich in der Nacht Tagelang auf Erden verweilt nur flüchtig der Himmel zerquetscht mich die Sterne fallen es regnet Bitterniss die Weite verglüht allein auf deiner Lichtung der Stillen Insel im Sturm Wallfahrtsort der Suchenden dort wird Liebe gespürt Das Licht fällt sanft Der Duft ist blumig die Nase erfreuend zart wachsend unter Strahlen unberührt bleibt unser Reich im Schatten Doch wir müssen wandern das Weite suchen den Nebel ergründen weil wir sonst ersticken am Glück nur auf uns gestellt Was wir finden hat keinen Namen wir werden umrandet und Augen starren hernieder bestimmen den Weg und schaffen die Regel im Dickicht der Lügen sind die Gefahren groß Wir müssen heraus es ist unser Leben Wir müssen Leben versuchen auch wenn nichts belebt wird bewegt sich alles Der Wind trägt das Licht im Herzen ist immer Hoffnung Kehre zurück in dein Land Geh auf deine Lichtung Finde Ruhe
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Wachschlaf - Lyrik
Zwischen Tiefschlafträumen und wacher Wirklichkeit ist die Welt noch in Ordnung Dort ist Verrücktheit nach Botschaft sortiert Erschaffer ist das Wunder Auf dem Bauch falten sich die Hände in den Nebel der verklärten Realität Doch hinter der Stirn versinkt die Sonne in trübe Benommenheit Wie Blitze tauchen aus der wabernden Masse Muster und Farben auf Neue Filme laufen ab vor geschlossenen Augen Auch das Gefühl wird angesprochen und antwortet auf das schnell wechselnde Programm So reden endlich Vater und Sohn zusammen Miteinander erzeugen sie einen Geist der in das Gehirn regnet Alles Harte und Kantige löst sich auf Bleiben tut nur der Schrecken nach dem Aufwachen
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Halt meinen Mund - Poesie
Halt meinen Mund mit lieblichen Küssen und verlierender Kraft fest an diese Welt damit ich uns spühre Halt meinen Mund in den trinkenden Wogen den süßen Nektar zu schmelzen die Verheißung die ich erfühle Halt meinen Mund zieh an meinen Lippen mit weicher Hand auf Haut vermischter Atem in Tiefe blühender Kühle Halt meinen Mund wo Worte versagen und Silben vergilben Am Ende des Satzes steht der tote Punkt.
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Was ich brauch - Gedicht
Was ich brauch sind deine Worte und deine Stille sonst gehe ich drauf Was ich brauch ist dein Körper und deine Seele sonst mein Leben verraucht Was ich brauch ist dein Geleit und meine Einsamkeit sonst zerfall ich zu Staub Was ich brauch ist deine Wärme und deine kühle Berechnung sonst hört mein Herz auf Was ich brauch bist du alleine und bin ich alleine ist mir die Leere vertraut
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Im Fahrstuhl - Kurzgeschichte
Es geht abwärts. Stopp! Warum fährt er nicht weiter? Der Fahrstuhl ist stehen geblieben. Mein Leben ist stehen geblieben. Die Gedanken gehen weiter. Es ruckelt. Ich will mich festhalten, doch nichts scheint sicher. Ich bin gefangen hier, gefangen in mir. Wo kann ich hin? Was zeigen diese Spiegel? Ich will mich nicht sehen. Die Tür lässt sich nicht öffnen. Ich höre... Ich höre... Stille! Da ist nichts. Kein Knacken. Keine Stimmen. Keine Hoffnung. Spüre ich da einen Luftzug? Nein, es ist nur mein schwacher Atem. Ein Hammerschlag? Nein, nur mein Herz. Ein Sturm? Nur das fließende Blut, das durch die Ohrmuschel rauscht.  Ich drücke die Knöpfe vor mir verzweifelt. Ist da jemand? Hört ihr mich? Versteht ihr mich? Könnt ihr keine Gefühle lesen? Ich bin allein. Verlassen von allem und jedem. Nur ich bin mir geblieben. Meine Faust schlägt ohne mich gegen die Wand. Der Spiegel reflektiert mein angstverzerrtes Gesicht. Kommen die Wände näher? Wird mich die Decke und der Boden zerquetschen? Endet so mein Leben in dieser letzten Kammer? Welch ein Jammer. Ich gieße die Tränen über mich. Mein Selbstmitleid hält mich warm, doch dann zittert Panik wie Kälte in mir. Wo seid ihr Menschen? Ihr Begleiter? Ihr Freunde und Helfer? Lasst mich raus hier. Kann das ein Leben sein? Ist diese Wand wie der Himmel die Grenze, unüberwindbar wie das große Wasser oder der hohe Berg? Wo ist der Ausweg? Kann ich fliehen? Bin ich unmöglich? Salzig schmeckt der Schweiß auf meinen Lippen. Ich drücke mich in die Ecke, schließe meine Augen und bin befreit. Meine Gedanken schweben durch den Schacht und sind überall in der Welt. Mein Körper bleibt zurück in diesem Gefängnis. Das Leben bleibt zurück. Mein Geist hat seine Freiheit wieder. Ich sehe die Wolken, das Gras, die Wellen, den Wind. Ich sehe die Menschen, meine Liebe, meine Familie. Ich erfahre meine Vergangenheit und singe in die Zukunft. Wo ich auch will, da kann ich sein. Ein Schlag. Ein Rauschen. Ich öffne die Augen. Mein Körper meldet sich. Welch ein schlimmer Gestank. Die Ausdünstung kann nicht entweichen. Die Wirklichkeit lässt mich nicht los? Ich bin allein. So allein. Abhängig. Voller Sorgen und ein Opfer der Angst bin ich. Aber ich bin. Ja, ich bin hier. Dieser Fahrstuhl ist meine Gegenwart. Ich höre meinen Kopf flüstern. Er spricht beruhigend. Oder verführt er mich? Es geht nach oben. Immer weiter. Wo der Fahrstuhl auch hin will, ich will mit. Ich spüre wie das Licht näher kommt. Oder ist es nur die Erleichterung, die mein Herz entlastet? Endlos langsam, aber beständig, werde ich mein Ziel erreichen. Meine Füße sind zittrig, aber ich stehe noch. Meine weichen Knie gewinnen an Zuversicht. Ich bin wieder ganz bei meinen Plänen. Bald werde ich wieder wissen, was zu tun ist. Die Tür geht auf. Ich stürze und steige in die Zeit hinein. Ein neuer Raum, ein neuer Traum beginnt.
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Der Blick - Poesie
Sie sieht mich an Zieht mich in den Bann Flieg mir voran! Kurz verlieb ich mich dann Dein Augenglanz Mein Herzpochen tanzt Bluthochdruck stampft Meine Stimme verkrampft Die Muskeln gespannt Der süße Liebestrank macht der Vernunft Angst Schenk dich mich ganz Nimm mich an die Hand Nimm von den Lippen den Trank Meine Gedanken sind Gesang Alles steht wieder auf Anfang Sie sieht mich an
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Das Blumengebilde - Gedicht
Das rankende Hochhaus geht gerade in die Wolken Die Sprossen und Stauden sind menschlich gewachsen Architektur der Hände Bemalt mit dem übernatürlichen Ausdruck der gedanklichen Natur Abgründe überwunden Der pflanzliche Turm bringt Blumen auf den Beton Die Treppen und Keller sind organisch bewachsen Architektur der Zellen Besetzt mit dem kleinsten göttlichen Spritzer der fantastischen Kunst Überhöhte Wiedergeburt
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Alte Angst - Lyrik
Alt werden die Knochen Das Blut ist am Kochen Die jugendlichen Knospen will ich immer auskosten Doch rissig wird die Haut und voller Gier geschaut Aus vollkommenen Körperbau mir bald das Ende graut Graue Haare und kaputte Gelenke Ich voller Angst daran denke Mir Mädchen keine Blicke mehr schenken Will mich im Jungbrunnen versenken Wenn es ist vorbei bin ich vom Wollen befreit Jetzt wird mir die Schönheit gezeigt in der Herrlichkeit der Körperlichkeit <!-- code="bloggernetz-verify" content="c1c05f81991015accd3a421359a9a65c" code="bloggernetz-verify" -->
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Hunger - Poesie
Hunger nach dir Zungen der Gier Lecken und Schmecken Finger sich strecken Sich versenken Sich verbrennen Süchtig nach dir Glück ist hier Tasten und schmatzen Körper betrachten Sich berauschen Sich verlaufen Wachsen in dir Dein Geschmack in mir Greifen und beißen Hitze erstreicheln Sich verlieben Sich verlieren
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Fragment 4: Die Treppe - Prosa
Erste Stufe. Die Sohle des Schuhs knirscht auf dem Absatz. Babylonisches Stimmengewirr ist die Begleitmusik. Zweite Stufe. Der Duft der vor mir Taumelnden weht durch mich hindurch als wär ich ein Loch im Ozon. Dritte Stufe. Von links werde ich angerempelt. Neuzeitlicher Grölgesang aus dem Ultralager schlägt auf mich ein. Vierte Stufe. Die Mutter denkt an ihr Kind. Niemand hilft der alten Dame. Fünfte Stufe. Ist Gott egoistisch? Kaufe ich mir einen Burger? Nehme ich den Zug oder den Bus? Sechste Stufe. Es zieht im linken Knie. Ein Stich in der rechten Seite. Schöne Beine fesseln mich. Meine Spuren sind nicht sichtbar. Achte Stufe. Ein Mann hat Dreck an den Schuhen und wünscht seinen Chef in eine andere Dimension. Neunte Stufe. Ein Kind wird an die Wand gedrückt. Von oben steigt ein Täter herab. Er quetscht sich am Rand durch. Niemand macht ihm Platz. Zehnte Stufe. Keine Stimme weit und breit. Stilles Andächtiges Streiten. Ich fließe einfach mit. Stummer gesellschaftlicher Code. Elfte Stufe. Ein Ausweichen ist nicht möglich. Stehen bleiben würde Panik verursachen. Eigentümliche Ruhe herrscht so als würden alle zusammen denken. Zwölfte Stufe. Eine unverständliche Durchsage. Ein Freudenschrei von oben. Ich traue mich nicht den Blick zu heben. Da hämmert eine unsichtbare Faust in den Nacken. Dreizehnte Stufe. Wir sind hier alle vereinigt auf unserem Weg nach oben. Jeder schwärmt für sich und schwärmt doch mit allen zusammen. Dadurch, dass wir für uns sind, sind wir mit den anderen. Vierzehnte Stufe. Ich bin erschöpft. Mein Mund schließt sich. Ich presse Luft gegen meine Lippen, doch die wollen sich nicht öffnen. Was hindert mich am Leben? Fünfzehnte Stufe. Ein Eiliger drängelt sich vor. Die Masse stockt. Der Einzelne hat Erfolg. Er verschwindet in den Sphären der Kurzfristigkeit. Sechzehnte Stufe. Links geht der Arme. Rechts geht der Reiche. Vor mir geht das Alter. Hinter mir bleibt die Jugend zurück. Siebzehnte Stufe. Habe ich nicht noch einen Kaugummi? Meine Hände finden nur die abgerissenen Streifen der Zigarettenschachtel. Der Schlüssel klappert. Das Mobiltelefon summt. Achtzehnte Stufe. Ist das dort oben das Licht der Vollkommenheit? Bringt die Ebene Entlastung? Ist dort der Beginn einer neuen Treppe? Neunzehnte Stufe. Die Welt ist kurz einmal stehen geblieben. Ein Geldstück klappert auf den Boden. Jemand hebt es auf und behält es. Alles geht weiter wie bisher. Zwanzigste Stufe. Ich zerbreche wie Glas. Ich reiße wie Papier. Ich bin der Müllhaufen auf dem Unkraut wächst. Eine kleine weiße Blüte der Reinheit auf dem Schmutz der Schuld. Einundzwanzigste Stufe. Jemand hört Musik. Da ist Gesang in der Ferne. Sie kommt näher. Sie geht vorbei. Kleine Steinchen bleiben zurück. Zweiundzwanzigste Stufe. Ich trete auf die Treppe. Sie versinkt wie ein Maulwurfshügel aus feuchter Erde und verschwindet, bis sie eine Ebene wird. So belastend bin ich. Dreiundzwanzigste Stufe. Mitten unter Menschen bin ich allein. Worte sind vergehende Wellen. Ich drehe mein Schweigen auf bis ich Schreie. Vierundzwanzigste Stufe. Ein Greis kauert liegend kurz vor dem Ziel. Die Augen sind geschlossen. Die Finger krallen sich um ein altes Foto. Darauf lächelt eine schöne Frau in einem weißen Kleid. Er weiß mehr vom Tod als vom Leben. Fünfundzwanzigste Stufe. Ich kann den Grund nicht mehr spüren aus dem ich gekommen bin. Die Erinnerung an eine andere Zeit weicht der Anstrengung der Gegenwart, die ich zerstöre um auf Zukunft zu bauen. Sechsundzwanzigste Stufe. Ich bin am Ende. Hinter mir drücken die Menschen. Mein Lebenssaft hat kein Fruchtfleisch mehr. Vor mir verteilen sich die Individualisten in der großen Halle so als suchten sie den Eingang zum Himmelreich. Siebenundzwanzigste Stufe. Oben angekommen gehe ich weiter. Noch ein Stück. Dann stelle ich mich auf die erste Stufe. Eine Rolltreppe fährt mich langsam nach unten.
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Zum Schlafe - Gedicht
Zum Schlafe die Ruhe die Still ist und schwebt schließ ich meine Augen dem Jetzt entschwunden Ich bin allein an diesem Orte der Himmel blickt scharf die Schatten vermehren sich der Wind weht Blätter vom Geäst heimlich zufrieden beschreib ich alles nieder wie eh und jeh die Mauern schweigen still ist das Werken unserer Zeit jeder für sich Tag und Nacht wir kehren zurück zu unseren Lieben wenn der Mond erwacht unzählbar Sterne wollen erzählen laß uns zuhören es wird Nacht Zum Schlafe die Ruhe die Still ist und schwebt schließ ich meine Augen dem Jetzt entschwunden Träume erwachet stehet auf vorm Morgenstern laß uns Zeitreise machen den Anfang vom Ende verfolgen senk dich zur Ruhe der Tag macht dich müde die Taten für andere schreib dich ab falle sanft auf Federn kein Haar wird sich krümmen die Augenlieder tänzeln die Traumwelt umarmt dich sachte werfen wir weg bleiben bewacht in der Stille der Nacht Zum Schlafe die Ruhe die Still ist und schwebt schließ ich meine Augen dem Jetzt entschwunden
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Post aus der Zukunft – Ein Sendschreiben - Prosa
Er reibt sich die Augen, müde von den anstrengenden Verwerfungen in der Nacht, an seinem Tee schlürfend, tritt er an das Fenster dass nur einen winzigen Ausschnitt von dem zeigt, was er sehen könnte. Es ist noch viel zu früh für die Sonne. Das Eis hat die Straßen fest im Griff und reflektiert das Licht der Lampen an den Rändern der Pflastersteine. Er hat eine Idee, will sehen wo seine Zigaretten liegen, will wissen wo sich die Fernbedienung versteckt, will eine Ahnung davon bekommen in welchem Zustand das Innere seines Schädels ist und tastet sich zu seiner Lampe vor. Die Finger streifen beim Suchen nach dem Schalter über die Fäden am Lampenschirmrand. Es kitzelt wie eine Ahnung die aus unauffindbarer Ferne ein Zeichen sendet. Da ist das kalte Plastik. Da gibt der Daumen einen leichten Druck ab. Da ist das trockene Geräusch industrieller Produktion. Mit einem Blitz fährt das Licht in die Birne. Du treibst auf einem Floß. Es könnte ein Wagnis sein die Hand in das fremde Gewässer zu halten. Es ist kalt unter der Brücke. Die Sehnsucht, ausgetrocknet von dem Ringen nach Zukunft, bleibt kleben an dem zerrissenen Paket. Es ist aufgerissen und leer. Die alte Zuwendung in der Sendung hat seinen Empfänger verwirrt. Der hat den Inhalt schon beiseitegelegt, weil er mehr erwartet hatte. Es ist einfach nicht hier auf dem Fluss.  Dahinten will ein altes Ehepaar ertrinken.  Von der Brücke springt eine gestresste Seele. Alle sind sie schon auf ihre Weise dem Tod begegnet. Die abgeschnittenen Handschuhe zittern. Hier kannst du nicht bleiben. Frieren ist keine Lösung. Du musst dich aufmachen in die S-Bahn und deine Zeitungen verkaufen. Du musst los um noch eine Suppe zu bekommen. Musst dich beeilen sonst wird das Drogenprogramm gelöscht. Musst es einfach versuchen. Trostlos ist es nicht. Da ist kein Wasser für Tränen, nur ein letzter Tropfen in der Flasche. Das Husten ist kein Echo. Der Hund ist kein Freund. Der Mann mit dem Messer möchte mir kein Brot schmieren. Er hält sich an der warmen Tasse fest, aufgeschreckt vom eigenen Denken, das schon in dieser frühen Stunde seine Tagesplanung verschiebt wie der Spieler seinen Springer. Das Knie brennt nach der Begegnung mit dem Tischbein. Eine Fußspitze fühlt kaltes Plastik, erst jetzt nachdem es zu spät ist und das Licht erloschen ist. Alles was gefühlt wird ist zu Spät. Was er sagt rennt seinen Worten hinterher. Der Raum ist bedeckt mit dem Tuch der Dämmerung. Vergehende Sterne weichen nicht, sondern werden überboten von den roten Farben, den immer wieder kehrenden Morgenritualen, den immer gleichen Wundern, die so träge vorbei ziehen als wollten sie nicht gesehen werden. Schon schade, dass die Idee keinen Begriff mehr von sich hat wie die Schönheit im Auge des Betrachters. Ein Stift ist weit und breit nicht auszumachen. Der Papierstapel hat sich auf meinem Arbeitsplatz ausgebreitet wie ein Festplattenvirus. Ihm reicht das alles nicht. Wo ist der Schalter? Da ist schon ein neuer Gedanke vergessen. Schon blitzt das Licht der Lampe. Du drehst an der Uhr doch deine Zeit ist nicht messbar. Es ist unmöglich für dich die Notwendigkeit eines Endes zu sehen. Es kommt schneller als der Dienstschluss. Du bist so alt und hast noch nichts erledigt. Verschwommen ist das Augenlicht. Ein roter Weichzeichner aus Blut. Die Knochen gähnen und knacken selbst beim Sitzen. Doch du musst stehen und die Maschine am Laufen halten. Der spitze Steiger ist der Speer in deiner Brust. Versuch den Rauch auszuatmen. Betätigte die vergilbte Tastatur unter dem schwachen Kunstlicht. Den Lärm hast du schon ausgeblendet wie deine Hoffnung. Deine Tragik hat sich zu einer Komödie verwandelt und stündlich wiederholst du dich zwischen den Werbeblöcken. Einen letzten Rest frische Luft hast du dir eingefroren doch die Zeit ist noch nicht gekommen das Mundstück anzusetzen. Die Schicht ist noch nicht vorbei. Ein Mann im schwarzen Anzug beschriftet immer das gleiche Schriftstück doch das Stempelkissen ist leer. Ein Kabel an seinem Kopf zwingt ihm die Bewegung auf. Rauf und runter. Hohles Knallen auf dem Holz. Nur wenn es abgestempelt kann das Paket auf die Reise gehen und er ist frei. Das Mittagessen wurde gekürzt. Die Zigarette wurde gekürzt. Nur noch ein Zug pro Schachtel, das letzte Paket wartet auf den Versand. Deine Erinnerungen haben schon den Poststempel, nur die Tinte fehlt noch. Einen Roboter siehst du im Spiegel. Du rennst und rennst der Rente hinterher. Die Miete frisst den Hungerlohn. Geschlossen liegt der Kreis der Arbeit wie der Zeiger auf dem Zifferblatt die Runde macht. Gegen die Mühlen im Hamsterrad. Das Warten macht es nicht schneller. Das Eingreifen macht es nur langsamer. Der drehende Raum ist keine Rettung. Seine Fingernägel verfangen sich in den Barthaaren, zucken zurück, erschrocken von den Visionen des Lichts, das sich erst verspätet und dann gar nicht kommt. Die Glühbirne ist schwarz geworden. Noch ein wenig glühendes rot bäumt sich auf im Gefängnis aus Glas. Er streckt sich noch einmal. Es ist an der Zeit für die Körperpflege, doch vorher findet er noch den Knopf an seinem Laptop. Danach rutschen honigverschmierte Finger über Aschereste. Die Lüftung scheint ihm all die Luft zu entziehen. Er setzt an zum letzten Atemzug, da klingelt es an der Tür. Er schlürft ohne die Füße zu heben über den ausgefranzten Teppich und erschrickt vor der Kälte des Metalltürgriffs dann unterschreibt er und schiebt das Paket in den ungelüfteten Flur. Er sieht die schwindenden Kräfte. Spürt die kommenden Ängste. Hört nur atemloses Schweigen. Riecht den tropfenden Kaffee. Wie eine Wildkatze ihr Opfer reißt er das Papier auf. Es könnte die Rettung sein, ein Ausweg, ein neues Muster im Alltag der Enttäuschungen. Er durchwühlt das Styropor. Ein künstlicher Schneesturm wirbelt in der eckigen Wohneinheit. Er bemerkt den zusammengekauerten, ausgehungerten grauen Körper in der Ecke als das Licht der Lampe plötzlich aufblitzt. Der Kopf in seinen Händen ist zu schwer. Ein Schrei, den niemand hört, ist auch nicht nie gewesen, wie eine Zukunft, die zu spät kommt. Ein zerrissenes Paket liegt unter der Brücke. Das war nicht das, was er erwartet hatte. 
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Wahnsinnige Wirklichkeit - Gedicht
Die Wirklichkeit wirkt Wunder Deine Worte wirken Wunder Meine Worte können nicht bewirken was du in mir wirkst Egal wie viel ich wirke du wirkst wie ein Wunder Dein Wirken wirkt die Wirklichkeit Wirke weiter und bewirke was wirken wirken kann Wahre Worte Werden Wirklichkeit Der Wahnsinn waltet wirr Die Wärme waltet wirr Meine Wärme kann nicht verwalten was dort waltet Egal wie es walltet wirr warten wir So waltet wahrhaft der Wahnsinn Warte weiter und verwalte was walten walten kann Wüste Wärme Wird Wahnsinn
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Das Schloss - Lyrik
Spiegelnd im See von Gräbern umgeben dort steht das alte Schloss Geschichte gesehen Menschen erlebt Sie kommen und gehen Alt und schwarz ist das Innere Prachtvoll das Gewesene Erinnerung lebhaft ein Zeuge von Legenden Das Schloss hat sein Wesen es wuchs und fiel doch es steht und steht Im Turm sitz ich weit blickend durchs Land und unter verzierten Giebeln vorbei an Bildern der Zeit schreib ich hier meine Geschichte Im Schutz des Schlosses bin ich nur ein Luftzug längst gewesen
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Nähe - Gedicht
Ich bin da Du bist da Wir sind uns nah Unsere Gedanken treffen sich Strömen zusammen Lassen Zeit und Ort verschwinden Ich bin da Du bist da Wir sind uns nah Unsere Gefühle schwingen gleich Klingen zusammen Lassen Wut und Trauer verschwinden Ich bin da Du bist da Wir sind uns nah Unser Geheimnis überwindet alle Ängste Hält uns zusammen Lässt Liebe und Vertrautheit erscheinen
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Verwandlung - Gedicht
Ich berühre dein Haar Es verwandelt sich in einen Wasserfall im Sonnenlicht Ich berühre deine Hand Sie verwandelt sich in eine Blumenwiese im Frühling Ich berühre deine Lippen Sie verwandeln sich in eine reife bunte Frucht im Herbst Ich berühre deinen Bauch Er verwandelt sich in glühenden Strandsand im Sommer Ich berühre deine Brüste Sie verwandeln sich in klare Eiskristallzapfen im Winter Ich berühre deinen Körper und verwandele mich in die Sonne und bescheine die Wunder der Natur
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Woanders - Lyrik
Der Vorhang geht zu Dunkel und düster Nur ich und du springen von der Klippe Übermitteln uns die Glut Schwarze Schmetterlinge leuchten im Licht Eingehüllt in trübe Schleier rast die Realität weit weg Reduziert sich auf zwei Leiber Verformt sich der Alltag Das Begreifen reicht weiter Weiße weite Wurzeln der Weide reichen in die Höhe Unwirklich, entzogen der Nacht öffnet sich das schwarze Loch Haben uns neue Sterne gemacht Zu Farben wird unser Atem Für die Befreiung sind wir zu schwach Ein grollendes Gewitter beruhigt zwei ängstliche Menschen
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Außer Kontrolle - Lyrik
Ferngesteuert bin ich von Sinnen wo Hände auf Haut und Wünsche wimmeln Kopflos halte ich dich fest Verschwunden mein Verstand mich verlässt Weggegeben sind alle Gedanken Grundlos geblendet vom glühenden Verlangen Weggedämmert die Ziele und Pläne Vorbeigezogen wie ziehende Schwäne Keine Wirklichkeit kann mich mehr halten Lass fremde Wärme in uns walten Verwirrter Zustand größter Klarheit Magnetisch verklebt in wilder Wahrheit Willenlos gefangen in der Welt der Lust Geschehen lassen was geschehen muss Geleitet von Gefühlen aus ferner Quelle Aufhören zu denken ist das Übertreten der Schwelle
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Flüstern - Gedicht
Atemzüge hauchen die Sehnsucht in alle Winde bevor der Sturm los bricht Körper sprechen in Schmerzen durch alle Glieder bevor die Krankheit ausbricht Versteckte Geister geben Zeichen aus unnennbaren Gründen bevor das Glück einbricht Träume schreien in die Nacht von gewesenen Geschichten bevor ein Ziel heraus bricht Liebende flüstern sich Zärtlichkeiten bis alles in sie eingeht bevor das Herz bricht
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Auf den zweiten Blick - Prosa
Zero schaut auf. Vor ihm erstreckt sich eine lange, gerade Straße. Am Ende des Weges ragt ein gewaltiger Kirchturm in die Höhe. Die Wolken scheinen nach der Spitze zu greifen. Rechts und links der Straße befinden sich Läden und Boutiquen. Die Konsuminhalte an den Schaufenstern scheinen von Produkten zu erzählen, die in jeder Einkaufsstraße vorkommen. Schuhe, Parfum, Bücher, Bäcker und Nonsens. Vor Zero steht ein großes Tor, das er durchschreiten muss, um auf die Straße zu gelangen. Er geht es an. Nach ein paar Schritten fliegt irgendetwas in sein Auge. Es könnte ein riesiges Staubkorn sein, oder ein Insekt. Klar ist, dass seine Augen sofort anfangen zu tränen. Beim weiter gehen versucht er es sich aus seinen Augen zu wischen. Dabei rutscht es tiefer. Zero reibt immer mehr. Am Ende des Tores scheint es verschwunden zu sein. Zero sieht verschwommen die lange Straße. Er versucht auf der linken Seite in den Bücherladen zu kommen. Dabei bemerkt er, dass alles nur Fassade ist. Die Schaufenster sind aufgemalt. Die Häuserwände aus Holz. Desweiteren stellt er fest, dass sich die Weite der Straße bei jedem Schritt einengt. Ein bedrohlicher Boulevard. Mit einem unruhigen Gefühl geht Zero weiter, sich immer noch die Augen reibend. Da taucht plötzlich eine dunkle Gestalt vor ihm auf. Das erschreckt ihn ein wenig, denn er hatte bis zu diesem Moment keinen einzigen Menschen auf der Straße wahrgenommen. Zero schaut sich sein gegenüber genau mit einem Auge an. Es ist eine ältere Frau mit freundlichem Gesicht. Etwas überschminkt vielleicht, aber ansonsten strahlt aus den Augen eine gewisse Wärme. Freundlich ist das Lächeln und einladend ihre tanzenden Bewegungen. Zero aber ist zu Tode erschrocken, denn er hörte in seinem Kopf eine grässliche Stimme, die das Gegenteil von dem sagt, was er in dem freundlichen Gesicht sieht. Scheinbar hat das Korn in seinem Auge etwas sehr seltsames bewirkt. Die Stimme der Frau versucht ihn mit falschen Schmeicheleien in einen Hinterhof zu locken. Dabei hört er aber auch in sich die Warnung, dass die Frau mit freundlichem Gesicht ihn komplett ausnehmen will. Eiskalt hat sie vor, Zero erst auszunutzen, dann auszusaugen und dann einfach liegen zu lassen. Sie singt die Zeilen: „Die Haut schab ich dir ab! Die Knochen leg ich frei! Dir bleibt nichts! Dir bleibt nichts!“ Zero rennt nun einfach los und blickt nicht zurück. Dabei bemerkt  er, wie etwas von ihm zurück bleibt. Ein kleines Stück seiner Persönlichkeit. Die alte Frau hat ihm seine Hoffnung genommen. Der Boulevard verengt sich immer weiter. Zero sieht, wie sich ihm eine weitere Person nähert. Als er sich noch einmal kurz nach der Frau umsieht, steht die neue Person plötzlich dicht neben ihm. Er schaut in das arrogante Gesicht eines jungen Yuppies. Wild gestikuliert er mit seinem Handy umher. Laut stößt er blinde Befehle aus und versucht so seine Macht zu demonstrieren. Der Yuppie versuchte dumme Witze zu reißen und Zero damit zum Lachen zu bringen um Überlegenheit zu demonstrieren. Der Yuppie zeigt ihm seine edlen Anzüge und fährt durch sein frisch gefärbtes Haar um ihn zu beindrucken. Dominant und einnehmend ist die Gestik. Lachend schallen seine Lippen in Grimassen vor Freude. Zero ist irritiert, denn die Stimme, die er hört, vermittelt ihm ein ganz anderes Gefühl. Eine jammernde Stimme heult in Selbstmitleid und Unwissenheit. Kaum hörbar zittern die Töne vor Angst und Unsicherheit. Die Stimme, die Zero hört, zählt Fehler auf und berichtete von Minderwertigkeitskomplexen und kaschierten Unzulänglichkeiten. Die Stimme saugt wie ein Kleinkind an fremden Brüsten, abhängig von Lob und Bestätigung. Das Stöhnen der Stimme zerrt so gewaltig in Zeros Kopf, dass er sich nun rasch aufmacht, um diesem Ort zu entkommen. Diese Witzfigur verdient nur Mitleid. Davon hat Zero aber nichts mehr übrig. Je schneller er rennt, desto leiser wird die erbärmliche Stimme. Zero lässt sein Selbstbewusstsein zurück. Als die Fassaden der Straße so an ihm vorbei rasen, sieht er vor sich eine weitere Gestalt. Da sich der Gang immer weiter verengt sieht Zero keine Möglichkeit mehr auszuweichen und stößt mit der unbekannten Person zusammen. Als Zero wieder zu sich kommt, beugt sich eine hässliche Fratze über ihm. Es ist ein kleiner Zwerg, dessen Geschlecht er nicht ausmachen kann. Die Fratze nimmt seine fleischigen Hände und schlägt damit Zero ins Gesicht. Immer und immer wieder. In den Augen des Zwerges leuchtet ein solcher Hass, das das Herz augenblicklich gefriert und der Angstschweiß den Nacken herab läuft. Der Zwerg schubst Zero hin und her, gegen die Holzfassaden, die bedrohlich wackeln. Es scheint als wäre Zero nun  das personifizierte Böse erschienen. Zu dem stürzen die Fassaden auf ihn herab und treffen den geschundenen Kopf. Zero hat das Ende der Einkaufsstraße erreicht. Es fängt an zu regnen. Er steckt die Glieder, auf dem Bordstein liegend, aus. Da hört er plötzlich eine wunderbare Frauenstimme in seinem Kopf, die ihn beruhigt und mit Liebe bedeckt. Voller Zuneigung hört er Sätze der Barmherzigkeit und des Friedens. Wie wunderbar ist das Erklingen dieser Sinfonie der Gutherzigkeit, das Zero so nimmt wie Zero nun einmal ist. Nie mehr hat er sich aufgehobener und geliebter gefühlt als in diesem Moment. Geborgenheit und Vertrauen senken sich in sein Gehirn. Das ist wahrlich das Ende, so muss es sein. Der grässliche Zwerg nimmt den benommenen Zero sanft auf, der in seinem Kopf die süßen Stimmen der Verheißung lauscht, und trägt ihn hin zu der nahen Kirche mit dem spitzen Turm, der die Wolken kitzelt. Das Korn im Auge ist verschwunden. Keine Tränen mehr. Der Zwerg und Zero betreten das Portal der Kirche. In diesem Moment beginnt der hohe Dachstuhl lichterloh zu brennen. Der Boulevard stürzt einen Berg hinab. Zwei Schatten verschwinden im Feuer der einstürzenden Kirche.
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Mondlicht - Poesie
In der Nacht, in der Nacht ist das Böse schwach Kommt das Schreien zur Ruh und der Mond scheint dazu In der Nacht, in der Nacht wird Gewalt ganz sacht Ist nur Frieden geblieben und wird vom Mond beschienen In der Nacht, in der Nacht verliert sich der Krach Denn Haut liegt an Haut und wird vom Mond bestaunt In der Nacht, in der Nacht werden Träume gemacht Legt sich Schweigen ins Gesicht beleuchtet vom Mondlicht
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In die Tiefe - Poesie
Zum Sprung angesetzt verlassen die Füße den Fels Sturmwinde wehen Augen in die Tränen Sturz in den Grund Ein Lachen wird Mund Eine Leere, ein Loch Die Kerze verbrennt den Docht Tiefer und tiefer Gerades wird schiefer Altes wird neu Leid ins Herz gefreut Ich falle nach oben Paralleles wird verschoben Reise auf der Stelle Springe in die Welle Nieder gerungen den Frieden Versöhnliches bekriegen Das Chaos durchdrungen In Liebe gesprungen
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