Langsam gesprochene Nachrichten | Deutsch lernen | Deutsche Welle
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21.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. Auf ihrem Gipfeltreffen in Chicago hat die NATO ihren Raketenabwehrschirm auf den Weg gebracht. Die Staats- und Regierungschefs der 28 Mitgliedsstaaten beschlossen die erste Phase des europäischen Projekts. Zugleich lud die NATO Russland erneut zur Mitarbeit ein. Die Regierung in Moskau sieht ihre nationalen Sicherheitsinteressen durch das Raketenabwehrsystem verletzt. Bis zum Jahr 2020 soll nun der Schutzschild Schritt für Schritt aufgebaut werden und dann das gesamte europäische NATO-Territorium gegen Raketenangriffe schützen. - An diesem Montag gehen die Beratungen des Militärbündnisses in Chicago weiter. Thema ist der Abzug aus Afghanistan. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte angekündigt, bereits in diesem Jahr seine Truppen vom Hindukusch abzuziehen und nicht - wie innerhalb der NATO vereinbart - schrittweise bis 2014. *** Tausende Kriegsgegner haben in Chicago gegen den dort stattfindenden NATO-Gipfel demonstriert. Am Rande des friedlichen Protests brach kurzzeitig Gewalt aus, als eine kleine Gruppe schwarz gekleideter Aktivisten mit Gegenständen auf die Polizei warf. Die Beamten setzten daraufhin Schlagstöcke ein und es kam zu Rangeleien. Auch in der Nacht zum Sonntag war es zu gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen, bei denen nach Polizeiangaben 18 Personen festgenommen wurden. Hunderte Aktivisten hatten sich in der Innenstadt Straßenschlachten mit der Bereitschaftspolizei geliefert. Die Sicherheitskräfte brauchten Stunden, um die Demonstranten auseinander zu treiben, und setzten dabei berittene Polizisten ein. *** In der Stichwahl um das Präsidentenamt in Serbien hat sich der nationalistische Kandidat Tomislav Nikolic gegen den europafreundlichen Amtsinhaber Boris Tadic durchgesetzt. Wie das Belgrader Zentrum für Freie Wahlen und Demokratie (CeSID) mitteilte, entfielen auf Herausforderer Nikolic von der Serbischen Fortschrittspartei 49,4 Prozent der Stimmen, während Tadic 47,4 Prozent erhielt. Die offizielle Bestätigung wird für diesen Montag erwartet. Prognosen und Umfragen vor der Wahl hatten noch Tadic von der Demokratischen Partei vorn gesehen. Lediglich die Hälfte der 6,8 Millionen Wahlberechtigten ging zur Urne. Der 54 Jahre alte Tadic räumte seine Niederlage nach Schleißung der Wahllokale ein und beglückwünschte den 60-jährigen Nikolic zu dessen "verdientem Sieg". Dieser bekannte sich zur europäischen Integration Serbiens. *** In Bochum hat der Betriebsrat des von der Schließung bedrohten deutschen Opel-Werks für diesen Montag eine Belegschaftsversammlung einberufen. Die Arbeitnehmer erwarten dabei Aufklärung durch Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Die Unternehmensspitze hat entschieden, dass das Modell "Astra" von 2015 an nur noch im kostengünstigen Ausland produziert werden soll. Das Werk in Bochum könnte in diesem Zusammenhang die Produktion der Fahrzeuge vom Typ "Zafira" verlieren, so eine Befürchtung. Zu der Belegschaftsversammlung wird auch die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erwartet. *** Der britische Popmusiker Robin Gibb ist tot. Nach Angaben seiner Familie erlag der Sänger der Gruppe Bee Gees einem langen Krebsleiden. Gibb wurde 62 Jahre alt. Sein Zwillingsbruder und Bandkollege Maurice war 2003 an einer Darmkrankheit gestorben. Die beiden hatten Anfang der 1960er Jahre mit Bruder Barry das erfolgreiche Bee-Gees-Trio gegründet und ihren unverwechselbaren Disco-Sound geformt. Ihre Songs wie "Stayin' Alive" und "Massachusetts" werden bis heute gespielt. Die Bee Gees verkauften mehr als 200 Millionen Platten.
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20.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama sind nach dem G8-Gipfel zu einem weiteren Gespräch zusammengekommen. Sie hätten erneut die Euro-Schuldenkrise und die Lage der Weltwirtschaft erörtert, teilte ein Sprecher des Weißen Hauses mit. Die von den Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Wirtschaftsnationen und Russlands (G8) verabredeten Wachstumsimpulse stünden nicht im Gegensatz zu den Erfordernissen der - vor allem von Merkel geforderten - Haushaltskonsolidierung, hieß es. Die Kanzlerin hatte nach dem G8-Treffen betont, dass die EU-Länder nun unterschiedliche Möglichkeiten für eine Förderung der Konjunktur prüfen würden. An die Beratungen in Camp David schließt sich an diesem Sonntag das Gipfeltreffen der Nato an. Im Mittelpunkt der Unterredungen in Chicago wird die Lage in Afghanistan und der Start eines neuen Raketenschutzschildes in Europa stehen. *** Der chinesische Bürgerrechtler Chen Guangcheng hat sich erleichtert über seine Ausreise in die USA geäußert. In New York sagte der 40-Jährige, er sei sehr dankbar, dass die chinesische Regierung die Situation mit Zurückhaltung und Besonnenheit behandelt habe. Der blinde Dissident hatte am Samstag zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern Peking überraschend schnell verlassen können. In seiner Heimat hatte er sich vor den Behörden nicht mehr sicher gefühlt, nachdem er zwischenzeitlich aus dem Hausarrest in die US-Botschaft in Peking geflohen war. In den USA will Chen nun ein Jurastudium beginnen. *** Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat die griechischen Parteien vor einer Wählertäuschung in Zusammenhang mit dem Euro gewarnt. Wer den Griechen einrede, sie bräuchten sich an das vereinbarte Sparprogramm nicht zu halten, der belüge das griechische Volk, sagte er der "Bild am Sonntag". Zur Begründung sagte der Minister, europäische Solidarität sei keine Einbahnstraße. Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone kann nach den Worten Schäubles noch verhindert werden. Die Euro-Gruppe habe ein umfassendes Hilfs- und Reformprogramm vereinbart mit dem Ziel, dass Griechenland sich auf den Finanzmärkten nicht mit Krediten zu versorgen brauche. Nun komme es darauf an, dass Griechenland zu seinen Verpflichtungen stehe, ergänzte der CDU-Politiker. In Griechenland soll am 17. Juni erneut ein neues Parlament gewählt werden. Das Land ist vom Staatsbankrott bedroht. *** Bei einem Erdbeben im Norden Italiens sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Das Beben, dessen Stärke von den Behörden mit 5,9 angegeben wurde, erschütterte in der Nacht zum Sonntag die Region Emilia-Romagna. Das Epizentrum lag nördlich von Bologna in der Po-Ebene. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, seien etliche Dächer und auch Kirchtürme eingestürzt. *** Bayern München hat im eigenen Stadion das Endspiel der Champions League verloren. Der deutsche Fußball-Rekordmeister unterlag dem Londoner Verein Chelsea vor 62.500 Zuschauern mit 3:4 nach Elfmeterschießen. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. Es war die fünfte Endspielniederlage im wichtigsten europäischen Fußball-Pokal für die Münchner, die zuletzt 2010 im Finale gestanden hatten, damals aber Inter Mailand mit 0:2 unterlagen.
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19.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. *** Die Ausreise des blinden Bürgerrechtlers Chen Guangcheng aus China steht möglicherweise unmittelbar bevor. Der 40-jährige erklärte Agenturberichten zufolge, dass er sich auf dem internationalen Flughafen von Peking befinde. Er habe zwar noch keinen Pass, glaube aber, dass er nach New York fliegen werde. Seine Frau und seine beiden kleinen Kinder seien bei ihm. US-Außenministerin Hillary Clinton hatte bei ihrem jüngsten Peking-Besuch darauf gedrungen, dass Chen seinem Wunsch entsprechend in die USA fliegen darf, um dort ein Studium aufzunehmen. Zuvor war Chen aus dem Hausarrest geflüchtet und hatte zwischenzeitlich Zuflucht in der US-Botschaft in der chinesischen Hauptstadt gesucht. *** Die Lage in Syrien und der Atomkonflikt im Iran haben die Gespräche zum Auftakt des G8-Gipfels im US-amerikanischen Camp David bestimmt. Beim Abendessen, das US-Präsident Barack Obama zur Begrüßung der Gipfelteilnehmer gab, habe weitgehende Einigkeit darüber geherrscht, im Streit mit Teheran den Druck auf das Regime weiter aufrecht zu erhalten, hieß es. Zu Syrien hätten alle Beteiligten die Notwendigkeit eines politischen Wandels betont. Die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industrieländer und Russlands dürften sich bei ihren Beratungen auch mit der Euro-Schuldenkrise beschäftigen. Gastgeber Obama rief die Europäer dazu auf, mehr für das Wachstum zu tun. Weitere Themen sind der Kampf gegen den Hunger und Fragen des Klimaschutzes. An die Gespräche in Camp David schließt sich der Nato-Gipfel in Chicago an. *** In Athen wird an diesem Samstag das griechische Parlament aufgelöst. Staatspräsident Karolos Papoulias will ein entsprechendes Dekret unterzeichnen. Dann beginnt auch offiziell der Wahlkampf für die Neuwahlen am 17. Juni. Nach dem Urnengang Anfang Mai hatten es die Parteien nicht geschafft, eine Koalitionsregierung zu bilden. Zu scharfen Reaktionen führte in Athen ein angeblicher Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Griechen sollten in einem Referendum über den Verbleib in der Euro-Zone abstimmen. Führende Parteivertreter Griechenlands werteten ein solches Vorgehen als Einmischung in innere Angelegenheiten. Allerdings dementierte die Bundesregierung Berichte, wonach die Kanzlerin den Vorschlag in einem Telefonat mit Staatspräsident Papoulias überhaupt unterbreitet habe. *** In der deutschen Metall- und Elektroindustrie ist ein Streik abgewendet worden. Die Industriegewerkschaft Metall und die Arbeitgeber einigten sich in der Nacht zum Samstag auf einen neuen Tarifabschluss. Danach bekommen die Beschäftigten rückwirkend zum 1. Mai 4,3 Prozent mehr Lohn. Die Einigung wurde im Pilotbezirk Baden-Württemberg mit seinen 800.000 Beschäftigten erzielt, sie soll aber auch in den anderen Bundesländern übernommen werden. Gewerkschaft und Arbeitnehmer einigten sich ebenfalls auf die prinzipiell unbefristete Übernahme von Auszubildenden und eine weitgehende Mitbestimmung von Betriebsräten bei der Gestaltung von Leiharbeit. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 13 Monaten. *** Mit einer genehmigten Großdemonstration sollen die kapitalismuskritischen Aktionstage in der Banken-Metropole Frankfurt am Main an diesem Samstag ihren Höhepunkt erreichen. Die Veranstalter des sogenannten "Blockupy"-Bündnisses erwarten bis zu 20.000 Teilnehmer. Die Polizei befürchtet gewaltsame Ausschreitungen. Bereits seit Mittwoch waren - trotz eines Verbots der Stadt - immer wieder Demonstranten durch Frankfurt gezogen und hatten zeitweise zentrale Plätze besetzt. Hunderte Aktivisten wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. - Die "Blockupy"-Anhänger protestieren gegen die Macht der Banken und die europäische Sparpolitik. Der Begriff "Blockupy" setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern "block" (blockieren) und "occupy" (besetzen).
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18.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. Vor dem G-8-Gipfel in den USA hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren europäischen Partnern und der EU-Spitze beraten. An der Videokonferenz nahmen einem Regierungssprecher zufolge der neue französische Präsident Francois Hollande, Italiens Ministerpräsident Mario Monti und der britische Premier David Cameron teil. Es habe eine hohe Übereinstimmung bestanden, dass Konsolidierung und Wachstum keine Gegensätze seien, hieß es. In Camp David, auf dem Landsitz des US-Präsidenten, kommen an diesem Freitag die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten westlichen Industriestaaten und Russlands zusammen. Nach den zweitägigen Beratungen dort folgt der Nato-Gipfel am Sonntag und Montag in Chicago. *** Der US-Internetkonzern Facebook steuert auf den erwarteten Börsengang der Superlative zu: Das soziale Netzwerk konnte seine Aktien zum anvisierten Höchstpreis von 38 Dollar pro Stück losschlagen, wie das Unternehmen mitteilte. Damit nahmen Facebook und seine Alteigentümer insgesamt 16 Milliarden Dollar ein, die Gesamtbewertung des Konzerns liegt bei rund 104 Milliarden Dollar. Ähnlich starke Börsenstarts hatten zuvor nur das Kreditkartenunternehmen Visa und der Autokonzern General Motors. An diesem Freitag wird die Aktie zum ersten Mal an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelt. *** Angesichts der politischen Unsicherheit in Griechenland hat der Internationale Währungsfonds seine offiziellen Kontakte zu Athen bis zu den Parlamentsneuwahlen auf Eis gelegt. Die IWF-Experten würden erst nach dem 17. Juni nach Griechenland zurückkehren und nicht mit der Übergangsregierung zusammenarbeiten, teilte ein Sprecher in Washington mit. Der Währungsfonds ist neben der EU wichtigster Geldgeber des hochverschuldeten Landes. Er hatte sich 2010 mit Krediten von 30 Milliarden Euro am ersten Hilfspaket beteiligt. Im März sagte der IWF Athen dann erneut Kredite in Höhe von 28 Milliarden Euro zu. Die Ratingagentur Fitch stufte Griechenlands Bonität erneut herab. Die langfristige Kreditwürdigkeit wurde um eine weitere Stufe von "B-" auf "CCC" gesenkt. Auch die Note für die kurzfristige Kreditwürdigkeit stufte das US-basierte Unternehmen von "B" auf "C" herab. Zur Begründung wurde unter anderem auf das "erhöhte Risiko" eines Ausscheidens Athens aus EU und Euro-Zone verwiesen. *** Die Ratingagentur Moody's hat die Bonität von 16 spanischen Banken herabgestuft. Die Kreditwürdigkeit der Geldinstitute habe sich um eine bis drei Stufen verschlechtert, teilte Moody's in Madrid mit. Betroffen sind unter anderen die Großbanken Banco Santander, BBVA und Banco Popular Espanol. Die Abwertungen spiegelten die verschlechterten Bedingungen der Banken wider, in einigen Fällen aber auch die verringerte Möglichkeit des Staates, die Geldinstitute zu unterstützen, hieß es weiter. Spanien muss immer mehr Zinsen bieten, um sich Geld am Markt zu leihen. Die Ratings für die Banken gehören zu den schlechtesten für westeuropäische Finanzinstitute. Bei den nun herabgestuften Unternehmen bewegen sie sich zwischen niedrigem Investmentgrad und der höchsten Stufe auf Ramschniveau. Erst am Montag hatte Moody's die Bewertung von 26 italienischen Banken herabgestuft. *** Gegen die Entscheidung des Autoherstellers Opel, die Produktion des Modells "Astra" komplett ins kostengünstige Ausland zu verlagern, regt sich zunehmend Widerstand. Die Gewerkschaft könne mit dem Vorstand in eine harte Auseinandersetzung gehen, um alle Standorte in Deutschland zu erhalten, sagte der zuständige IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild im ZDF. Opel und die Konzernmutter General Motors versuchten, die Belegschaften einzelner Standorte gegeneinander auszuspielen. Nach dem Beschluss der Opel-Spitze stehen die Standorte in Rüsselsheim und Bochum vor einer unsicheren Zukunft. Im britischen Werk Ellesmere Port hatten die Mitarbeiter Lohnkürzungen akzeptiert, um die "Astra"-Produktion übernehmen zu können.
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17.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach dem CDU-Wahldebakel in Nordrhein-Westfalen ihren Umweltminister Norbert Röttgen gefeuert. Nachfolger wird Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier, wie die CDU-Chefin in Berlin bekannt gab. Merkel begründete ihre Entscheidung mit der anstehenden großen Aufgabe der Energiewende in Deutschland. Röttgen, der die NRW-Wahl am Sonntag krachend verloren hatte, wollte seinen Posten nicht freiwillig räumen und wurde entlassen, wie Korrespondenten berichteten. Die Opposition in Berlin reagierte mit Häme und sieht die Regierung Merkel im Zerfall. Der neue Minister Altmeier habe zudem bisher keine Erfahrungen in der Energie-, Umwelt- oder Klimapolitik, hieß es bei SPD und Grünen. Die mitregierende CSU, deren Chef Horst Seehofer Röttgen scharf kritisiert hatte, fordert jetzt ein gesondertes Energieministerium. *** In Frankreich hat der neue sozialistische Präsident François Hollande seine Regierung präsentiert. Zu den politischen Schwergewichten im Kabinett von Premierminister Jean-Marc Ayrault gehört unter anderem Ex-Regierungschef Laurent Fabius, der neuer Außenminister wird. Hollandes früherer Wahlkampfleiter Pierre Moscovici übernimmt das Finanz- und Wirtschaftsressort. Von den Grünen sitzt die bisherige Vorsitzende Cécile Duflout als Wohnungsministerin am Kabinettstisch. Sozialistenchefin Martine Aubry vom linken Flügel verzichtete auf einen Posten. Premier Ayrault gilt als Deutschlandkenner und in seiner Partei als diskrete und pragmatische Führungsperson. *** Die US-Regierung lobt im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise eine stärkere Betonung von Wachstum bei den Europäern, verlangt aber auch noch entschlossenere Maßnahmen. Man wolle Europa zwar keine Vorschriften machen, es müssten jedoch "weitere Schritte" unternommen werden, sagte Regierungssprecher Jay Carney in Washington mit Blick auf den G8-Gipfel. Dabei gehe es um mehr Wachstum, eine Feuerwand gegen Spekulationen auf den Finanzmärkten sowie Reformen in EU-Krisenländern. Präsident Barack Obama wolle sich beim Treffen der größten Industrieländer und Russlands, das am Freitag in Camp David beginnt, vor allem für mehr Wachstum und mehr Jobs einsetzen. Außenministerin Hillary Clinton sagte der Zeitung "USA Today", sie sei "ermutigt" über Äußerungen aus Europa, den Schwerpunkt neben Sparprogrammen auf das Wirtschaftswachstum zu richten. *** Nach dem Milliardenverlust durch Fehlspekulationen gehen Aktionäre juristisch gegen die US-Großbank JPMorgan Chase und ihr Management vor. So reichte die Investmentfirma Saratoga Capital in New York eine Sammelklage ein, der sich andere Geschädigte anschließen könnten. Die Aktionäre werfen dem Finanzinstitut und seiner Führung vor, ein übertriebenes Risiko eingegangen und den Verlust von zwei Milliarden Dollar verursacht zu haben. Noch am Dienstag hatte sich JP-Morgan-Chef Jamie Dimon auf der Jahreshauptversammlung in Florida entschuldigt. Die Bundespolizei FBI bestätigte "vorläufige" Ermittlungen gegen das Bankhaus. *** Syrien erhält nach Angaben von Experten der Vereinten Nationen weiterhin illegal Waffen aus dem Iran. Man sei auf drei neue Fälle von Waffenlieferungen gestoßen, davon zwei an Syrien und eine an Taliban-Kämpfer in Afghanistan, hieß es aus einem für Iran-Sanktionen zuständigen Ausschuss des Weltsicherheitsrats in New York. Die iranische Regierung habe unter anderem durch die Fälschung von Dokumenten versucht, die Transporte zu verschleiern. Deutschland beteiligt sich am UN-Beoachtereinsatz in Syrien. Das Bundeskabinett beschloss, bis zu zehn unbewaffnete Militärbeobachter anzubieten.
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16.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. *** Deutschland und Frankreich wollen in der Europapolitik weiterhin eng zusammenarbeiten. Das bekräftigten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der neue französische Präsident François Hollande in Berlin. So wollen beide Länder beim EU-Gipfel Ende Juni gemeinsame Vorschläge für mehr Wachstum im Euro-Raum präsentieren. Außerdem zeigten sich Merkel und Hollande einig, dass das hoch verschuldete Griechenland weiterhin unterstützt werden und in der Eurozone bleiben soll. Der Sozialist Hollande war nur wenige Stunden nach seiner Amtseinführung im Pariser Elysée-Palast zum Antrittsbesuch nach Berlin gereist. Er traf dort allerdings erst mit Verspätung ein, weil sein Flugzeug vom Blitz getroffen wurde und wieder umkehren musste. Hollande stieg daraufhin in eine andere Maschine um und brach erneut Richtung Deutschland auf. *** In Griechenland berät Staatspräsident Karolos Papoulias an diesem Mittwoch mit den Vorsitzenden der Parteien über die Bildung einer Übergangsregierung. Sie soll das Land bis zu den angekündigten Neuwahlen führen. Diese sind nötig geworden, weil es Papoulias nach der Wahl vor anderthalb Wochen trotz mehrerer Anläufe nicht gelungen war, die zerstrittenen Parteien im griechischen Parlament zur Zusammenarbeit zu bewegen. Verfechter und Gegner der mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparmaßnahmen hatten sich nicht auf einen gemeinsamen Kurs einigen können. Auch Papoulias' jüngster Vorschlag, eine Expertenregierung zu bilden, stieß bei den Parteichefs nicht auf Zustimmung. Voraussichtlicher Termin für die Neuwahlen ist laut Medienberichten der 17. Juni. *** Wenige Tage vor dem NATO-Gipfel in Chicago kommt der afghanische Präsident Hamid Karsai nach Deutschland. Er wird in Berlin von Kanzlerin Angela Merkel empfangen. Beide Politiker wollen ein Abkommen unterzeichnen, das die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Kabul nach dem geplanten Ende des NATO-Kampfeinsatzes 2014 auf eine verbindliche Grundlage stellt. In dem Dokument werden unter anderem die deutsche Hilfe beim Wiederaufbau des Landes und die künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit geregelt. Ein ähnliches Abkommen hat Afghanistan auch schon mit den USA geschlossen. Der NATO-Gipfel findet am kommenden Sonntag und Montag statt. Die Lage in Afghanistan wird dort eines der Hauptthemen sein. *** Pakistan ist offenbar bereit, der NATO wieder die Grenzen für Nachschublieferungen an die Truppen im benachbarten Afghanistan zu öffnen. Darauf deuten Erklärungen aus Islamabad, Washington und Brüssel hin. Als Indiz für ein Ende der Blockade gilt auch die Einladung an den pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari zum bevorstehenden NATO-Gipfel in Chicago. Die freien Routen nach Afghanistan sind auch wichtig für die Vorbereitung des geplanten Rückzugs der fremden Truppen vom Hindukusch. Pakistan hatte den Nachschub über sein Territorium vor einem halben Jahr nach einem US-Luftschlag gekappt, bei dem 24 pakistanische Soldaten getötet worden waren. *** Vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag beginnt an diesem Mittwoch der Prozess gegen den früheren Armeechef der bosnischen Serben, Radko Mladic. Die Anklage wirft dem 70-jährigen Ex-General Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnien-Krieges vor. Er soll unter anderem eine zentrale Rolle beim Massaker von Srebrenica 1995 gespielt haben. Damals erschossen Kämpfer der bosnischen Serben etwa 8000 muslimische Männer und Jungen. Mladic war erst im vergangenen Jahr im Norden Serbiens festgenommen worden. Er hatte nach dem Krieg lange unbehelligt in Belgrad gelebt. Nach dem Sturz des serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic im Jahr 2000 war er untergetaucht.
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15.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. *** Gut eine Woche nach der Parlamentswahl in Griechenland hat sich Staatspräsident Karolos Papoulias für die Bildung eine Experten-Regierung ausgesprochen. Nach Agenturberichten will sich Papoulias an diesem Dienstag mit den Vorsitzenden fast aller im Parlament vertretenen Parteien treffen, um auszuloten, ob es dafür genügend Zustimmung gibt. Eine Expertenregierung würde nicht aus Parteipolitikern, sondern aus parteiunabhängigen Fachleuten bestehen. Sollten die Gespräche zu keinem Ergebnis führen, wären nach Ansicht von Beobachtern Neuwahlen kaum noch abzuwenden. Diese würden voraussichtlich Mitte Juni stattfinden. In den vergangenen Tagen waren bereits mehrere Versuche, eine neue Regierung zu bilden, gescheitert. Hauptgrund dafür ist, dass sich Gegner und Verfechter der Sparpolitik nicht einigen können. Die mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds vereinbarten Einsparungen sind Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Finanzhilfen, ohne die Griechenland die Staatspleite droht. *** Die Euro-Länder haben sich klar für einen Verbleib Griechenlands in der Währungsunion ausgesprochen. Nach einem Treffen der Eurogruppe in Brüssel sagte deren Chef Jean-Claude Juncker, er habe nicht einmal für eine Sekunde in Betracht gezogen, dass das Land den Euro verlasse. Entsprechende Forderungen seien Unsinn und Propaganda. Mit Blick auf das Ergebnis der jüngsten Parlamentswahl in Griechenland, aus der die radikalen Kräfte gestärkt hervorgegangen waren, sagte Juncker, die Demokratie müsse respektiert werden. Mit der Regierung, die nun hoffentlich gebildet werde, müsse man sich auseinandersetzen. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit der Umsetzung des mit Athen vereinbarten Sparprogramms. --- Juncker äußerte sich auch zur Frage, wann seine Nachfolge geregelt wird. Demnach wird voraussichtlich Ende Juni entschieden, wer neuer Chef der Eurogruppe wird. Als Favorit für den Posten gilt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. *** In Frankreich wird François Hollande an diesem Dienstag zum neuen Staatsoberhaupt gekürt. Im Pariser Elysée-Palast übergibt der scheidende konservative Präsident Nicolas Sarkozy die Amtsgeschäfte an seinen sozialistischen Nachfolger. Am Nachmittag will Hollande seinen neuen Regierungschef ernennen. Anschließend fliegt er zum Antrittsbesuch nach Berlin. Nach der Begrüßung mit militärischen Ehren trifft er zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Hauptthema dürfte die Schuldenkrise in der Eurozone sein. Hollande hatte zuletzt verlangt, den europäischen Fiskalpakt mit seinen harten Sparauflagen um eine Wachstumsinitiative zu ergänzen. Dazu ist auch Merkel grundsätzlich bereit, sie will allerdings keine teuren Konjunkturprogramme auflegen. *** Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf kräftigem Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2012 deutlich um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Furcht vor einer Rezession, also einem über zwei Quartale schrumpfenden BIP, hat sich damit nicht bewahrheitet. Im vierten Quartal 2011 war das BIP um 0,2 Prozent geschrumpft. Positive Impulse lieferte vor allem der Export. Auch der Konsum im Inland lag über dem Niveau des Vorquartals, während die Investitionen zurückgingen. *** Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp steckt weiter in den roten Zahlen. Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2011/12 stand unter dem Strich ein Verlust von 587 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Dem Konzern machen unter anderem der Preisdruck im Stahlgeschäft und Anlaufverluste bei den neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA zu schaffen. Im Ende September 2011 abgelaufenen Geschäftsjahr war der Konzern wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf seine amerikanische Stahlsparte und das Edelstahlgeschäft tief in die roten Zahlen gestürzt und hatte einen Nettoverlust von fast 1,8 Milliarden Euro verbucht.
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14.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. *** Bei der vorgezogenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben SPD und Grüne eine satte Mehrheit geholt und können nun mit absoluter Mehrheit weiterregieren. Die CDU erlebte hingegen ein beispielloses Debakel und musste das bisher schlechteste Ergebnis im bevölkerungsreichsten Bundesland hinnehmen. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis kam die SPD auf 39,1 Prozent, die Grünen auf 11,3 Prozent. Die CDU stürzte auf 26,3 Prozent ab. Die FDP schaffte mit 8,6 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag, die Piraten sind mit 7,8 Prozent ebenfalls vertreten. Dagegen scheiterte die Linke mit 2,5 Prozent an der Sperrklausel. Im Düsseldorfer Landtag kommt die SPD danach auf 99 Sitze, die CDU auf 67, die Grünen auf 29, die FDP auf 22 und die Piraten auf 20 Sitze. SPD und Grüne haben danach eine deutliche Mehrheit von 128 Mandaten im 237 Sitzen umfassenden Landtag. - Unmittelbar nach der ersten Prognose am Sonntagabend hatte der Spitzenkandidat der CDU, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, seinen Rücktritt vom Vorsitz der Landespartei in NRW bekannt gegeben. *** In Griechenland will Staatspräsident Karolos Papoulias weiter für die Bildung einer tragfähigen Koalitionsregierung kämpfen. Er kündigte am Sonntagabend überraschend an, dass er die Gespräche mit den Parteien an diesem Montag fortsetzen will. Sollten diese scheitern, müssten spätestens am 17. Juni Neuwahlen stattfinden. Zuvor waren Unterredungen mit den drei größten griechischen Parteien - den Konservativen, dem Bündnis der Radikalen Linken und den Sozialisten - weitgehend ohne Ergebnis geblieben. Am Abend sprach Papoulias dann auch mit den Vorsitzenden der kleineren Parteien. *** Die Euro-Finanzminister kommen in Brüssel zusammen, um sich mit der Lage in Griechenland und Spanien zu befassen. Ein weiteres Thema ist die Besetzung mehrerer Spitzenposten, darunter die Leitung der Eurogruppe. Luxemburgs Regierungschef Jean-Claude Juncker will den Vorsitz der Euro-Finanzminister-Runde Ende Juni abgeben. Für das Amt gilt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble als aussichtsreicher Kandidat. Er signalisierte bereits seine Bereitschaft, das Amt zu übernehmen. Schäubles Berufung dürfte allerdings auch vom Einverständnis des neu gewählten französischen Präsidenten François Hollande abhängen, der sich in der Frage noch nicht festgelegt hat. *** Nach den Milliardenverlusten bei JPMorgan müssen einem Medienbericht zufolge drei Führungskräfte der US-Großbank ihren Hut nehmen. Unter anderem soll nach Angaben der Zeitung "Wall Street Journal" die langjährige Leiterin der Risikomanagementabteilung, Ina Drew, ihren Rücktritt bekannt geben. Bei den beiden anderen handelt es sich demnach um zwei leitende Angestellte in dem Londoner Büro, von dem die fehlgeschlagenen riskanten Transaktionen ausgegangen waren. Das New Yorker Geldinstitut hatte am Donnerstag eingeräumt, mit komplexen Finanzprodukten in den vergangenen sechs Wochen zwei Milliarden Dollar verloren zu haben. JPMorgan-Investmentchefin Drew ist eine der einflussreichsten Frauen an der Wall Street und erhielt im vergangenen Jahr ein Gehalt von 15,5 Millionen Dollar. *** Der wegen eines falschen akademischen Titels in seinem Lebenslauf unter Druck geratene Yahoo-Chef Scott Thompson verlässt den US-Internetkonzern mit sofortiger Wirkung. Der bisher fürs Werbegeschäft zuständige Ross Levinsohn übernimmt nach Angaben von Yahoo nun den Chefposten, allerdings ausdrücklich nur als Zwischenlösung. Thompson stand seit Tagen unter Dauerfeuer des Großaktionärs Daniel Loeb, weil in seinem offiziellen Lebenslauf ein Bachelor-Abschluss in Computerwissenschaften aufgeführt war, den er gar nicht besitzt. Es ist schon der zweite unrühmliche Abgang eines Yahoo-Chefs binnen weniger Monate. Thompson war erst zu Jahresbeginn angetreten. Seine Vorgängerin Carol Bartz war gefeuert worden, weil sie es nicht geschafft hatte, den Umsatzschwund zu stoppen. Yahoo steht in scharfer Konkurrenz zu Google und Facebook bei der lukrativen Werbung im Internet.
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13.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. In Nordrhein-Westfalen wird ein neuer Landtag gewählt. In dem bevölkerungsreichsten Bundesland sind rund 13,2 Millionen Bürger zur Stimmabgabe aufgerufen. Der Landtag hatte sich im März vorzeitig aufgelöst, weil die rot-grüne Minderheitsregierung mit ihrem Haushalt für 2012 gescheitert war. SPD und Grüne hoffen bei den vorgezogenen Wahlen diesmal auf eine eigene Mehrheit für ihre Koalition unter Führung von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Die CDU will mit Bundesumweltminister Norbert Röttgen an der Spitze die Macht in Düsseldorf zurückerobern. Umfragen sehen SPD und Grüne leicht vorne. Mit Spannung wird erwartet, ob die FDP wie am vergangenen Sonntag in Schleswig-Holstein den Einzug in den Landtag schafft. Gute Chancen in das Landesparlament einzuziehen, haben die Piraten. Bangen muss dagegen die Linke. In Nordrhein-Westfalen lebt mehr als ein Fünftel aller Wahlberechtigten in Deutschland. Die Abstimmung gilt deshalb als 'kleine Bundestagswahl'. *** Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias hofft, in letzter Minute doch noch Neuwahlen abwenden zu können. Nach den drei gescheiterten Anläufen zur Regierungsbildung will Papoulias an diesem Sonntag mit den Vorsitzenden der drei Parteien reden, die bei der Parlamentswahl die meisten Stimmen erzielt hatten. Dies waren die konservative Neue Demokratie, die Sozialisten und die Koalition der Radikalen Linken. Bislang scheiterten alle Sondierungsgespräche am Widerstand der Radikalen Linken, die das mit der EU und dem Internationalen Währungsfonds ausgehandelte Sparprogramm ablehnt. Die Bundesregierung ist nach eigenen Angaben vorbereitet auf einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone. *** In Afghanistan ist ein ranghohes Mitglied des sogenannten "Hohen Friedensrates" getötet worden, welcher für die Verhandlungen mit den radikalislamischen Taliban zuständig ist. Bei dem Getöteten handelt es sich um Arsala Rahmani, einen der engsten Berater von Staatschef Hamid Karsai. Der frühere Minister Rahmani wurde in der Hauptstadt Kabul aus einem fahrenden Wagen heraus erschossen. *** In Spanien haben zehntausende Menschen landesweit gegen die Sparpolitik der Regierung protestiert. In Madrid kamen die Demonstranten am Samstagabend auf dem Platz Puerta del Sol zusammen und kündigten an, drei Tage bleiben zu wollen. Die Behörden der Hauptstadt erklärten, Zeltlager über Nacht würden nicht erlaubt. Weitere Protestmärsche gab es in Barcelona, Bilbao, Malaga und Sevilla. Die Demonstranten erinnerten auch an den Beginn der Protestaktionen der so genannten "Empörten"-Bewegung vor einem Jahr. Damals beteiligten sich Hunderttausende an den Demonstrationen und inspirierten andere in Spanien und Europa. *** Im Jemen sind bei mutmaßlichen US-Drohnenangriffen nach Regierungsangaben mindestens zehn Mitglieder des Extremistennetzwerkes Al Kaida getötet worden. Zwei Fahrzeuge im Süden des Landes seien am Samstag Ziel eines Luftangriffs gewesen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Der zweite Angriff habe sich im Osten des Landes ereignet. Bei einer Offensive hätten die Regierungstruppen des Landes zudem 15 Aufständische getötet, sagte ein Vertreter des Militärs. *** Kurz vor dem Besuch des neuen französischen Präsidenten François Hollande in Berlin hat sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für Maßnahmen zur Förderung des Wachstums in Europa ausgesprochen. Sinnvoll wären etwa Programme, um die Berufschancen junger Leute zu fördern. Konjunkturprogramme auf Pump lehne Deutschland aber ab. Höhere Schulden führten nicht zu mehr Wachstum, sagte der CDU-Politiker der "Welt am Sonntag". Zugleich machte Schäuble deutlich, dass die Bundesregierung Abstriche beim Fiskalpakt ablehne. Es sei üblich, dass Verträge auch nach Wahlen ihre Gültigkeit behielten.
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12.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. *** Griechenland steuert auf Neuwahlen zu: Am Freitagabend scheiterte der dritte Anlauf zur Regierungsbildung. Der Parteichef der sozialistischen Pasok, Evangelos Venizelos, wird sein Mandat zur Regierungsbildung zurückgeben. Damit bleibt nach der Wahl vom vergangen Sonntag nur noch ein letzter Vermittlungsversuch von Präsident Karolos Papoulias, bevor die Griechen Mitte Juni erneut zu den Wahlurnen gerufen werden dürften. Umfragen zufolge können die Gegner des Sparkurses mit einem Sieg rechnen, was wiederum das Ende der Euro-Mitgliedschaft des Landes bedeuten dürfte. Die Ratingagentur Fitch bezeichnete Neuwahlen als ein Szenario das "kritisch für Griechenland und die Euro-Zone" sei. - Die Nachricht von der gescheiterten Regierungsbildung belastete die Gemeinschaftswährung: Der Euro fiel auf den tiefsten Stand zum Dollar seit Januar. *** Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat bestätigt, dass sich die Bundesregierung auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vorbereitet. Schäuble sagte in einem Zeitungsinterview, zwar wolle die Bundesregierung nicht, dass Griechenland aussteige. Dennoch müsse man sich auf alle denkbaren Fallkonstellationen vorbereiten. Im Kern gehe es darum, Griechenland wieder wettbewerbsfähig zu machen. Hierzu sei es notwendig, dass die Reformen auch umgesetzt würden. Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnte die griechische Regierung vor einem Bruch bestehender Verträge mit dem IWF und der EU. Wenn die neue Regierung in Athen nicht zu ihrem Wort stehe, dann sei das eine demokratische Entscheidung, sagte Weidmann. Daraus folge aber auch, dass die Grundlage für weitere Finanzhilfen entfalle. *** Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Bankenreform in Spanien begrüßt. Die umfassenden Maßnahmen seien eine effektive Antwort auf die Anfälligkeiten des Bankensystems in Spanien, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde in Washington. Zugleich werde eine größere Transparenz hergestellt, meinte Lagarde. Die vollständige Einführung dieser Maßnahmen werde helfen, das Vertrauen zu stärken und die Rückkehr der Wirtschaft zu Wachstum zu unterstützen, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Das von Rezession und Rekord-Arbeitslosigkeit geplagte Spanien hatte am Freitag zur Sanierung seines Finanzsystems so genannte Bad Banks eingeführt. Dabei handelt es sich um Auffanggesellschaften, denen die Banken ihre zweifelhaften Immobilienkredite übertragen sollen. *** Bei der Parlamentswahl in Algerien haben die Islamisten den erhofften klaren Sieg deutlich verfehlt. Die aus drei gemäßigt islamistischen Parteien bestehende Allianz "Grünes Algerien" wurde mit 48 Sitzen nur drittstärkste Kraft - sie sprach in ersten Reaktionen bereits von Wahlbetrug. Nach dem offiziellen Ergebnis wurde die regierende FLN-Partei von Präsident Abdelaziz Bouteflika mit Abstand wieder stärkste Kraft. Das Beobachterteam der Afrikanischen Union (AU) sprach von einer "freien, transparenten, regulären und gerechten Wahl", berichtete die algerische Nachrichtenagentur APS. Die seit der Unabhängigkeit vor 50 Jahren regierende FLN verfehlte mit 220 Sitzen die absolute Mehrheit in der 462 Sitze umfassenden Volksvertretung. Sie behält jedoch gemeinsam mit ihrem Partner Demokratische Nationale Sammlung (RND) des Ministerpräsidenten Ahmed Ouyahia eine komfortable Mehrheit. Die RND wurde mit 68 Sitzen zweitstärkste Partei. *** Die USA nehmen nach Mitteilung des Außenministeriums in Washington wieder einen Teil der Waffenlieferungen an das Golf-Königreich Bahrain auf. Die meisten Lieferungen waren im vergangenen Jahr aufgrund der Niederschlagungen von Protesten gegen das Königshaus ausgesetzt worden. Die Freigabe militärischer Hilfslieferungen erfolge, weil diese notwendig für die Verteidigung Bahrains seien, teilte das US-Außenministerium mit. Erst am Freitag setzte die bahrainische Bereitschaftspolizei Tränengas- und Blendgranaten gegen regierungskritische Demonstranten ein. Seit der blutigen Niederschlagung wochenlanger Proteste gegen die sunnitische Herrscherfamilie im März 2011 mithilfe saudiarabischer Truppen ist die Lage stark angespannt. Seit Wochen gibt es immer wieder Proteste und Gewalt. Dutzende Menschen sind im Zuge der Unruhen bislang ums Leben gekommen. In dem Königreich ist die 5. US-Flotte stationiert.
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11.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. In Griechenland setzt der Vorsitzende der sozialistischen Pasok-Partei, Evangelos Venizelos, an diesem Freitag seine Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung fort. In Athen kommt er mit dem Chef der konservativen "Nea Dimokratia", Antonis Samaras, zusammen. Die beiden großen Parteien haben bei der Wahl am vergangenen Sonntag ihre Mehrheit im Parlament verloren und sind auf weitere Koalitionspartner angewiesen. Sozialisten-Chef Venizelos hatte nach einem Sondierungstreffen mit der gemäßigten Demokratischen Linken - Dimar - von einem "guten Omen" für eine mögliche Koalition gesprochen. Er kündigte an, eine Einheitsregierung aus pro-europäischen Kräften schmieden zu wollen. Venizelos ist nach dem Konservativen Antonis Samaras und dem Linksradikalen Alexis Tsipras bereits der dritte griechische Spitzenpolitiker, der sich mit der Regierungsbildung versucht. *** Der UN-Sicherheitsrat hat den folgenschwersten Anschlag in Syrien seit Beginn des Aufstandes gegen Staatspräsident Baschar al-Assad scharf verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung der 15 Ratsmitglieder forderte das höchste Gremium der Vereinten Nationen die Konfliktparteien abermals auf, die Gewalt zu beenden und den Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan umzusetzen. Bei der Explosion zweier Bomben waren am Donnerstag in Damaskus nach offiziellen Angaben mindestens 55 Menschen getötet worden, mehrere hundert wurden verletzt. Die syrische Führung machte "Terroristen" für den Anschlag verantwortlich. Vertreter der Opposition wiesen jede Verantwortung zurück. *** Erstmals seit Beginn des Arabischen Frühlings ist in Algerien ein neues Parlament gewählt worden. Erste Ergebnisse sollen an diesem Freitag bekanntgegeben werden. Politische Beobachter rechnen damit, dass die Nationale Befreiungsfront (FLN) von Präsident Abdelaziz Bouteflika an Boden verlieren wird. Islamisten dürften hingegen gestärkt aus der Wahl vom Donnerstag hervorgehen. Um die 462 Parlamentssitze hatten sich nach offiziellen Angaben Tausende Kandidaten aus 44 Parteien beworben, von denen viele erst in diesem Jahr zugelassen wurden. Wie aus Algier verlautete, war das Interesse der Bevölkerung an der Wahl jedoch eher gering. Die politische Macht des algerischen Parlaments gilt als beschränkt. *** Frankreichs künftiger Präsident François Hollande will Mitte kommender Woche seine neue Regierung präsentieren. Er werde noch vor einem für Dienstag geplanten Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin den Premierminister ernennen, bis Mittwochabend werde dann die gesamte Regierung stehen, teilte der sozialistische Politiker mit. Die offizielle Übergabe des Präsidentenamts durch den bisherigen Staatschef Nicolas Sarkozy soll am Dienstagvormittag erfolgen. Hollande will den EU-Fiskalpakt für mehr Haushaltsdisziplin um eine Wachstumskomponente ergänzen. Eine Neuverhandlung des unterzeichneten und in einigen Ländern bereits ratifizierten Abkommens schließt Merkel allerdings aus. *** Die US-Großbank JPMorgan Chase hat durch ein riskantes Handelsgeschäft einen Milliardenverlust erlitten. Der Betrag beläuft sich auf umgerechnet etwa 1,54 Milliarden Euro. Bei dem Geschäft ging es um sogenannte Finanzderivate, die das Kreditinstitut eigentlich gegen Risiken absichern sollten. Bank-Chef Jamie Dimon räumte vor Journalisten ein, es habe Fehler, Schlampereien und schlechtes Urteilsvermögen gegeben.
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10.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. *** Die syrische Hauptstadt Damaskus ist in den Morgenstunden von zwei Sprengstoffanschlägen erschüttert worden. Das Staatsfernsehen berichtete von zahlreichen Toten und Verletzten und machte wie üblich "Terroristen" dafür verantwortlich, eine Umschreibung für die Widerstandsbewegung. Gezeigt wurden Leichen in ausgebrannten Autos. Eine der beiden Bomben soll im Süden der Stadt in der Nähe eines Komplexes der Sicherheitskräfte detoniert sein. *** Nach dem vergeblichen Bemühen von Konservativen und Radikalen Linken will jetzt der Sozialist Evangelos Venizelos einen Versuch zur Bildung einer neuen griechischen Regierung unternehmen. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament und der gegensätzlichen Positionen der Parteien zur Spar- und Schuldenpolitik wird aber nicht mit einer Lösung gerechnet, sondern mit Neuwahlen am 17. Juni. Der Führer der linksradikalen Partei Syriza, Alexis Tsipras, musste in Athen einräumen, dass er in der Ablehnung des Sparpakets zwar eine breite Unterstützung der Wähler habe, aber im Parlament keine Basis für eine linksgerichtete Regierung. Die EU hatte am Mittwoch bekräftigt, dass die Griechen nur bei strikter Einhaltung der Reformvereinbarungen mit weiteren Milliardenhilfen rechnen könnten. *** Die spanische Regierung hat die Übernahme der Kontrolle über die kriselnde Großbank Bankia angekündigt. Wirtschaftsminister Luis de Guindos teilte mit, dass die Regierung die Muttergesellschaft BFA, zu der neben Bankia mehrere Sparkassen gehören, zu 100 Prozent verstaatlichen werde. Auf diese Weise werde der Staat größter Aktionär bei Bankia sein und über 45 Prozent des Kapitals der Bank verfügen. Das Geldinstitut gilt wegen seiner zahlreichen faulen Immobilienkredite als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor. Die spanische Regierung will am Freitag ihre Pläne für eine umfassende Bankenreform vorstellen, mit der sie die Probleme der Finanzinstitute in den Griff bekommen will. *** US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals öffentlich dafür eingesetzt, dass Schwule und Lesben heiraten können. Es sei für ihn wichtig, voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten, sagte Obama in einem Interview des Senders ABC. Er habe in den vergangenen Jahren viele Gespräche über das Thema geführt, sagte Obama weiter. Bisher hatte sich der Präsident lediglich für eingetragene Partnerschaften von Homosexuellen und Lesben stark gemacht. Der Präsident war seit langem von Bürgerrechtsgruppen aufgefordert worden, Stellung zu beziehen. Obamas wahrscheinlicher republikanischer Herausforderer, Mitt Romney, erklärte umgehend, er lehne Homo-Ehe und anerkannte gleichgeschlechtliche Partnerschaften ab. Die Homo-Ehe ist eines der umstrittensten gesellschaftlichen Themen in den USA. *** Vor der Abstimmung im Deutschen Bundestag an diesem Donnerstag hat die sozialdemokratische Opposition ihre Bedenken gegen die Ausweitung der Anti-Piraten-Mission "Atalanta" bekräftigt. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, befürchtet negative Folgen für die somalische Bevölkerung. Die Luftangriffe auf den somalischen Küstenstreifen auszudehnen, sei "hochgefährlich" und gefährde die Zivilbevölkerung, sagte Oppermann im 1. Deutschen Fernsehen. Die SPD-Fraktion wollte das erweiterte Mandat der Bundeswehr für "Atalanta" ablehnen, obwohl Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier für eine Stimmenthaltung geworben hatte. Dies hatte für heftige Reaktionen bei Union und FDP gesorgt. Die Regierungspläne sehen vor, dass die Bundeswehr aus der Luft bis zu einer Tiefe von zwei Kilometern auch am Strand von Somalia gegen die Logistik der Piraten vorgehen könnte.
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09.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten
Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. Die amerikanischen Geheimdienste haben den geplanten Anschlag des Terrornetzwerks Al Kaida auf ein Passagierflugzeug offenbar durch den Einsatz eines Agenten vereiteln können. Wie US-Medien berichten, soll der Al-Kaida-Ableger im Jemen ausgerechnet einem eingeschleusten Informanten die Aufgabe übertragen haben, die Bombe an Bord einer Linienmaschine in die USA zu bringen und zu zünden. Der Mann habe den Sprengsatz jedoch der CIA übergeben, die mit saudi-arabischen und anderen Diensten kooperiert habe. Die Angaben des Agenten sollen zudem die gezielte Tötung des Al-Kaida-Führungsmitglieds Fahd al-Kuso ermöglicht haben. *** Nach dem Scheitern der Konservativen versuchen sich jetzt die Radikalen Linken an der Regierungsbildung in Griechenland. Sie lehnen die für das Land vereinbarte Sparpolitik und Schuldenbewältigung grundsätzlich ab. Die Athener Zusagen zum Euro-Rettungspaket seien null und nichtig, erklärte Parteichef Alexis Tsipras. Seinen Sondierungsgesprächen werden damit wenig Chancen zugeschrieben, Neuwahlen gelten als wahrscheinlich. Angesichts dessen wächst die Sorge in der EU, dass das pleitebedrohte Land auf längere Zeit unregierbar bleibt und das ganze Rettungsprogramm scheitern könnte. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, warnte die Parteien in Athen, eine stabile Regierung, die sich an die Absprachen halte, sei Grundvoraussetzung für weitere Unterstützung. *** Die in Haft erkrankte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko ist aus ihrer Gefängniszelle in Charkow in ein örtliches Krankenhaus verlegt worden. Dies bestätigten die Justizbehörden. Der Transport der Oppositionsführerin ist laut Medienberichten in Begleitung des Neurologen Lutz Harms von der Berliner Klinik Charité erfolgt, der die 51-Jährige nun behandeln soll. Timoschenko hatte angekündigt, nach der Verlegung ihren Hungerstreik abzubrechen. Wegen des Falles ist das Co-Gastgeberland der Fußball-Europameisterschaft scharfer internationaler Kritik und Boykottdrohungen ausgesetzt. Beobachter werfen Staatspräsident Viktor Janukowitsch vor, seine politische Rivalin "kaltstellen" zu wollen. *** Bei neuen Protesten der russischen Opposition gegen den Ämtertausch zwischen Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew hat die Polizei mindestens 40 Menschen festgenommen. Wie die Agentur Interfax meldet, waren darunter auch der Internetblogger Alexej Nawalny sowie die Fernsehmoderatorin Xenia Sobtschak. Auch Journalisten seien trotz Kennzeichnung bei den Kundgebungen in Moskau von der Polizei bedrängt worden. Am Dienstag war Ex-Präsident Dmitri Medwedew von der Staatsduma zum Regierungschef gewählt worden. Wladimir Putin war am Montag zum neuen Präsidenten ernannt worden. Es ist die dritte Amtszeit Putins als Präsident und die zweite Amtszeit Medwedews als Regierungschef. Beide hatten den Ämtertausch vor Monaten vereinbart. *** Libysche Milizen haben versucht, den Amtssitz von Übergangsministerpräsident Abdurrahim el Keib in Tripolis zu stürmen. Bei dem daraus entstandenen Feuergefecht zwischen Sicherheitskräften und etwa 200 Milizionären wurde eine Person getötet, es gab zudem mehrere Verletzte. Die ehemaligen Aufständischen hätten die Auszahlung ihres Solds verlangt, berichtete ein Regierungssprecher weiter. Wegen weitverbreiteten Betrugs hatte das Übergangskabinett die Zahlungen aus einem Bonus-System im April gestoppt. Ex-Rebellen, die für den Sturz des Herrschers Muammar al-Gaddafi gekämpft hatten, sollten Entschädigungen erhalten oder für eine Entwaffnung entlohnt werden. *** Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat angesichts der jüngsten Ausschreitungen die Drohungen an die Salafisten verschärft. "Wir werden uns in Deutschland keine Religionskriege aufzwingen lassen, weder von radikalen Salafisten noch von extremen Parteien", sagte Friedrich der "Rheinischen Post". Der Innenminister ergänzte, es gebe eine ideologische Nähe der Salafisten zum Terrornetzwerk Al Kaida. In Bonn war es bei einer Kundgebung der rechtsextremen Splitterpartei "Pro NRW" und einer Gegendemonstration der Salafisten zu Ausschreitungen gekommen. 29 Polizisten wurden verletzt. In Köln verhinderte ein Großaufgebot der Polizei neue Gewalt bei einer weiteren Kundgebung der Rechtsextremen. *** Der deutsche Außenhandel hat im März 2012 neue Rekordwerte erzielt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, führten die deutschen Unternehmen Waren im Wert von 98,9 Milliarden Euro aus - dies war der höchste Monatswert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1950. Auch die Einfuhren erreichten demnach einen neuen Höchstwert: Importiert wurden im März Waren im Wert von 81,5 Milliarden Euro.
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