| Zeitspringer |
| Thema sind Ausflüge in die Vergangenheit mit Zielen aus der Zeit vor und bis Ende der Spätantike. Das Spektrum reicht von Wanderungen und Radtouren bis zur Besprechung von zum Zeitraum passenden Ausstellungen und von Büchern, die sich mit geschichtlichen Ausflugsorten befassen. Bevorzugt ist der Ausgangspunkt München. |
| http://zeitspringer.blogspot.com/ |
| Zu meiner Blogsoftware |
| Als ich die Links meines Blog-Eintrags „Keltenjahr 2012“ mit dem Internet Explorer ausprobiert habe, ist er mir auf den Seiten mit den Heuneburg-Einträgen „eingefroren“. Beim Zugriff auf die Seiten tat sich nichts mehr. Um es kurz zu machen: es lag an den Kommentaren. Die Heuneburg-Einträge hatten welche, die anderen verlinkten Einträge von mir nicht. Es war glücklicherweise schnell zu finden und schnell mit einer Änderung an der Kommentar-Anzeige zu beheben. Aber: ich habe vorher nicht an den Einstellungen herumgespielt. Und ich habe ein paar Tage zuvor dieses Editorial der c't 1/12 gelesen.Unter dem Titel „Ungleiches Rennen“ geht es um die Konkurrenz der Browser, und in dem Editorial wird ein systematisches Aussperren des Opera-Browsers von neuen Google-Diensten behauptet. Ich habe mich beim Lesen nicht so betroffen gefühlt, ich verwende mit blogger.com zwar einen Google-Dienst zum Bloggen, aber dazu keinen Opera-Browser. Heiß wurde es mir erst durch den Vorfall vorletzte Woche - zum Lesen des Blogs sollte man nicht unbedingt einen Google-genehmen Browser benötigen.Ich hoffe, daß mein Problemchen ein kleiner Warnschuß bleibt und kein Vorspiel für ein permanentes großes Browser-Problem ist. Ich will aber trotzdem die Gelegenheit nutzen und etwas zur Auswahl meiner Blogsoftware schreiben. Das war kein Ergebnis sorgsamer Evaluation. Eigentlich wäre etwas Größeres notwendig gewesen, als Blogger.com zu bieten hatte (wenn es ganz schnell ganz viele Keltenschanzen-Besuche geworden wären und ich dringend Übersichtsseiten und Übersichtskarten gebraucht hätte, oder wenn sich dauernd Gastblogger beworben hätten u.ä.). Aber für den Anfang reichte die Blogger.com-Klasse, und in der Klasse ist Blogger.com in demselben Sinne ein sehr gutes Angebot gewesen, so wie mancher von uns den Email-Dienst von Google ausgewählt. Beim Email-Dienst wäre das Argument vielleicht das besseres Angebot als die Alternativen, und die Werbung fliegt einem auch nicht so um die Ohren. Beim Blogger-Dienst war der Vorteil, daß man gleich loslegen konnte. Es gab keine Sorgen wegen dem Speicherplatz für die Bilder, der Dienst war immer erreichbar, die Blog-Einträge nie verschwunden. Ich muß mir keine Sorgen um Software-Updates machen.Von der Mächtigkeit und den Erweiterungsmöglichkeiten her hätte ich seinerzeit Content Management Systeme (CMS) mit Blogerweiterung oben hin gesetzt, dann käme die Wordpress-Klasse auf eigenem Webspace und dann die gehosteten Systeme der Blogger.com-Klasse. Mittlerweile dürfte die ursprüngliche Blogsoftware Wordpress mit ihren Erweiterungen noch weiter in die CMS-Klasse hineingewachsen sein, als sie vor drei Jahren schon war. Zudem kommen laufend leichtgewichtigere Dienste unterhalb der Blogger.com-Klasse dazu, die sich je nach Veröffentlichungsprojekt auch eignen würden. Das Anfangen ist sehr einfach, nur die Sichtbarkeit fehlt. Übrigens, wenn jemand loslegt und das Projekt zu meinem Themenspektrum passt, kann sie oder er mir gerne mailen und ich baue irgendwann einen Hinweis bei mir ein. Zwischenzeitlich hatte ich mal ein besseres Selbstbewußtsein, was meinen Überblick angeht. Derzeit denke ich, man kann sehr gut im Web untergehen, wenn man keine Werbung für sein Projekt macht. Bei der Suche nach „Keltenschanzen“ findet Google gerade 57.700 Ergebnisse, da braucht es schon einen Extra-Hinweis, um gesehen zu werden.Zurück zu Blogger.com: Einen großen Denkfehler habe ich gemacht, und da muß ich dem Editorial widersprechen. Ich glaube statt diesem „Ingenieurstraum, dass sich die richtigen Ideen von alleine durchsetzen werden“ gab es schon früher einen Knick in die Richtung „Club“. Als Manko der Blogger.com-Software habe ich die fehlenden Trackback-Möglichkeiten angesehen. Trackbacks wären ganz gut um anhand der Kommentare sehen zu können, wer sich auf meine Blog-Einträge bezogen hat. Das sieht man bei mir nicht. Umgekehrt muß ich manuell versuchen, Trackbacks auf andere Blogs zu setzen, was je nach Einstellung und Blogsoftware oft nicht funktioniert. Ich war überzeugt, Google wird da über die Zeit aufschließen („Ingenieurstraum“), es tat sich aber nichts. Ich glaube in der ersten Hälfte 2010 habe ich dann Artikel im Sinne Facebook (also ein „Club“) als Bedrohung für Google gelesen, ab da habe ich das Manko im Sinne der Konkurrenz zwischen „Clubs“ interpretiert. Denn die Mehrzahl der Blogger verwendet eine andere Blogsoftware als die von Google, die Unterstützung der Vernetzung der Blogosphäre würde aus dem Google-Club herausführen. Bei dieser Gelegenheit auch etwas zu Blog-Zugriffsstatistiken und zu Google Analytics - den Punkt fand mein bei den Kykladen in Karlsruhe erwähnter Freund interessant. Nein, ich kann nicht sehen, ob aus dem Raum Karlsruhe überhaupt Zugriffe kommen. Ich wollte Google Analytics installieren, das habe ich vor mir hergeschoben, und irgendwann hat Google seiner Blogger-Blogsoftware Zugriffsstatistiken spendiert. Die sind verglichen mit den in die Kritik geratenen Möglichkeiten von Analytics sehr rudimentär. Ich rätsele etwas bei den Zahlen herum - Gesamtzugriffe und Zugriffe auf einzelne Posts - aber ich komme derzeit einigermaßen damit hin. Wem das noch unbekannt ist, daß die da gucken wer auf ihre Website zugreift - das kommt in den besten Kreisen vor, gerade ist was vom Informationsdienst Wissenschaft über die Zugriffe auf die Archäologische Objektdatenbank Arachne durchgetickert. Je ernsthafter der Einsatz für eine Website ist, desto wichtiger sind auch die Zugriffsstatistiken (Optimierung des Angebots, Erfolgsnachweis für Geldgeber oder Werbepartner etc.), und bei dieser Software glänzt dann Google genau wie bei der Blogsoftware und dem Email-Dienst mit einem guten kostenlosen Angebot. Ein Problem des Analytics-Einsatz ist die im verlinkten Wikipedia-Artikel erwähnte potentiell mögliche Verfolgbarkeit der Zugriffe einer bestimmten Person über verschiedene Analytics nutzende Websites hinweg, wobei die Person beim Anmelden an einen Google-Dienst auch noch genauer identifizierbar ist. Diese potentielle Möglichkeit der Datenzusammenführung wäre natürlich auch schon gegeben, wenn man auf einen von Google gehosteten Blog zugreift. Das wäre sozusagen eine Möglichkeit „von unten“, bspw. über die IP-Adresse. Die jetzt vorgesehene, hier von Martin Mißfeldt im tagSeoBlog behandelte Änderung der Google-Datenschutzbestimmungen ist etwas anderes, nämlich eine Zusammenführung der Daten „von oben“, also ausgehend von einer Anmeldung an einen Google-Dienst würden die Daten dieses Dienstes mit den weiteren genutzten Google-Diensten zusammengeführt. Diese offizielle Datenzusammenführung würde nach meinem Verständnis wesentlich weniger Daten zusammenführen als es potentiell möglich ist. Das größere Analytics-Gedöns ist ja jetzt schon eine Zeitlang her. Damals ist mir dazu eine Menge eingefallen, u.a. meine alte Tante, die in den 90ern die Lösungen von Kreuzworträtseln in Apotheker-, Metzger-Heft und Frauenzeitschrift eingesandt und sich über unerwünschte Werbepost und -Anrufe gewundert hat. Die aktuelle Änderung der Datenschutzbestimmungen begleitet Google dagegen mit folgender Zusicherung: „Ihre persönlichen Daten werden weder von uns verkauft, noch (abgesehen von seltenen Ausnahmefällen wie wirksamen rechtlichen Anfragen) ohne Ihre Genehmigung weitergegeben.“ Die Sache ist natürlich trotzdem ziemlich heiß wegen den vielen Diensten von Google und den viel mehr in die Privatsphäre gehenden Daten, an die Google mittlerweile via Google+ und Android-Smartphones heran kommt.Das Image der Politik ist hinsichtlich der Internetkompetenz nicht so besonders, siehe die Broschüre „Wie das Internet funktioniert“ von der Digitalen Gesellschaft. Diese Imageprobleme gehen jetzt in die zweite Generation, manche erinnern sich noch an das Modem-Monopol der Deutschen Bundespost (Geschichte des Modems in der Wikipedia). Den Druck auf unsere Politiker durch die Neuerungen von der anderen Seite des großen Teichs finde ich da ganz gut. Mit eigenen Mitteln bin ich sehr sehr skeptisch, wann wir zu so einem Stand wie jetzt gekommen wären. Wobei ich an den deutschen oder europäischen Ingenieuren nicht zweifle. Aber es gibt ja soviele Clubs, deren Interessen gewahrt bleiben müssen. Ich freue mich also über die Dynamik, die mir unter dem Strich viel gebracht hat. Irgendwas bleibt da aber noch. Ich will mal ein wildes Szenario beschreiben: etwa die Vorstellung, daß das Programmieren irgendwann bspw. durch (ggf. triviale) Softwarepatente - siehe hier die Warnung von Richard Stallman vor dem EU-Einheitspatenten - zum Minenfeld wird. Gleichzeitig wird kontrolliert, was wir auf unseren Rechnern installieren - hier dazu Dr. Oliver Diedrich über UEFI Secure Boot. Dann könnten vielleicht ohne weitere Prüfungen und Beglaubigungen nur Programme aus sauberer Quelle zugelassen werden, also etwa von Firmen mit vielen Patenten und Patentabkommen mit anderen Firmen mit vielen Patenten. Man kann in die Artikel reinsehen und sich andere Dinge ausdenken. Aber unter dem Aspekt hätte es was, eine freie, von einer Community realisierte Blogsoftware zu verwenden, um mehr beteiligt zu sein und solche Entwicklungen immer hautnah mitzubekommen. |
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| Oppidum Finsterlohr-Burgstall |
| Das Keltenjahr 2012 der Baden-Württemberger sollte ich dazu nützen, endlich meine im September 2008 gemachten Bilder vom keltischen Oppidum Finsterlohr-Burgstall nachzutragen. Das Oppidum wird meist nach den Orten Burgstall oder Finsterlohr benannt, die Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern e.V. nennt es im Langtext einer im Rahmen der Keltenjahr-Veranstaltungen stattfindenden Exkursion „Oppidum von Creglingen-Finsterlohr“. Immer mit dabei ist die Bezeichnung „Oppidum“, obwohl gerade das zweifelhaft ist, wenn man unter „Oppidum“ eine befestigte Keltenstadt versteht. Denn im Innenraum des durch Wälle gesicherten Gebiets wurde keine Siedlung gefunden. Ich habe im Blog-Eintrag über den Kurzbesuch des Oppidums Heidengraben die mögliche Schutzfunktion für das Umland schon erwähnt, bei der wegen des großen Umfangs des Oppidums neben der Bevölkerung auch die Haustiere hätten unterkommen können. Im Falle Finsterlohr-Burgstall hätte das auch sehr gut funktioniert, denn einerseits umfasst das Oppidum ein sehr großes Gebiet - die Gesellschaft für Archäologie gibt in ihrem Text 112 ha an - anderseits ist es an den meisten Stellen durch stark abfallendes Gelände geschützt. An einer Längs- und einer Schmalseite durch das Taubertal, an den beiden anderen Seiten teilweise durch Bachtäler. Das erste Bild ist im Taubertal bei Tauberscheckenbach aufgenommen. Im Hintergrund geht es die auf dem Bild gerade noch erkennbare Straße hoch zum Oppidum. Sowohl beim Verein Keltisches Oppidum Finsterlohr-Burgstall e.V als auch in der Wikipedia gibt es ein Luftbild, auf dem man diese natürlichen Gegebenheiten an einer Biegung des Taubertals gut nachvollziehen kann.Oben auf dem Gelände des ehemaligen Oppidums spielt sich alles auf einer Teilfläche ab. Auf der ist ein Keltenlehrpfad mit einzelnen, mit Infotafeln versehenen Stationen eingerichtet. Entweder geht es an den Infotafeln um das, was gerade zu sehen ist, oder es werden allgemeine Aspekte des keltischen Lebens erläutert. Zu sehen gab es 2008 vor allem an Westseite des Rundwegs mit den Wallresten etwas. Hier wurde ein Teilstück des Walles als keltische Pfostenschlitzmauer rekonstruiert, außerdem befinden sich an der Nordwestecke des Oppidums die Reste eines keltischen Zangentors (das „Alte Tor“). Die Steinsammlung in vierten Bild habe ich in der Nähe der Rekonstruktion gefunden. Ob sie echt keltisch sind?Mittlerweile ist mit einem Keltenhaus am Info-Zentrum/Parkplatz des Rundwegs eine weitere Attraktion hinzugekommen. (Wobei ich eine Stunde in der Flachsbrechhütte auch ganz interessant fände, da muß man sich aber vorher anmelden.) Online bin ich relativ selten auf Neuigkeiten vom Oppidum gestoßen. Das änderte sich schlagartig mit dem Bau des Keltenhauses, wobei das Interesse aber vermutlich stärker durch ein Resozialisierungsprojekt für junge Männer als durch die alten Kelten ausgelöst wurde. Der Verein hat eine lange Bildstrecke vom Bau des Keltenhauses eingestellt, darunter sind auch ein paar Bilder von den Fernsehaufnahmen des Bayerischen Rundfunks zu sehen. Der Besuch des Bayerischen Rundfunks soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Oppidum zu Baden-Württemberg gehört. Aber mit der Besonderheit, daß die Grenze zu Bayern ganz knapp um einen großen Teil des Oppidums herum liegt, denn das Taubertal unterhalb des Oppidums ist in diesem Abschnitt noch bayerisch. Wir sind seinerzeit von einer Fahrt von Würzburg nach München auf bayerischem Gebiet bei der A7-Ausfahrt Bad Windsheim abgezweigt und erst über hügeliges Ackerland und dann stark abschüssig hinunter ins Taubertal nach Tauberscheckenbach gefahren. Von dort ging es hoch nach Burgstall und auf baden-württembergischer Seite weiter in das nahe Rothenburg ob der Tauber. Bei dem, was es zu sehen gibt, ist Rothenburg verglichen mit den Keltenwällen und dem Keltenhaus des Oppidums natürlich der pure Overkill. Ich werde trotzdem meinen Zeitgrenzen treu bleiben und gebe für Rothenburg-Interessenten an Leo Wirths Blogreiter weiter.Die eingangs genannte Exkursion zum Oppidum bringt den Rothenburgern und Creglingern wegen dem Startpunkt in Stuttgart wenig. Die Führung der Tour ist aber ein Beispiel für meine Bemerkung im letzten Blog-Eintrag, in welchem Umfang sich bekannte Namen einbringen. Über Prof. Dieter Planck muß ich nichts schreiben, der hat einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Zu Dr. Günther Wieland hatte ich mal zwei Artikel verlinkt, die immer noch zugreifbar sind. Er war auch schon mit Dr. Guntram Gassmann und Ausgrabungen bei Neuenbürg in einer Fernsehsendung - man beachte dazu im Keltenjahr-Programm die Veranstaltungen in Neuenbürg. In Bayern sollte er vor allem durch die „Die Ausgrabung in der Viereckschanze 2 von Holzhausen“ bekannt sein, auf die sehr gute und ausführliche Buchbesprechung von Alexa Weyrauch-Pung habe ich im Blog-Eintrag „Die Viereckschanze 2 von Holzhausen“ hingewiesen. |
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| Keltenjahr 2012 |
| Im September wird in Stuttgart die große Landesausstellung „Die Welt der Kelten“ eröffnet. Das ist für die Baden-Württemberger der Anlaß 2012 mit einem umfangreichen Begleitprogramm zum Keltenjahr auszurufen. An den bekanntesten Kelten-Orten - von denen hatte ich hier im Blog schon das Keltenmuseum Hochdorf, das Oppidum Heidengraben, die Heuneburg (Herbertingen/Hundersingen) allgemein und etwas zum vor einem Jahr geborgenen Sensationsfund bei der Heuneburg - finden sowieso immer wieder Veranstaltungen statt, mit denen kann man auch eine Liste füllen. Aber wenn man sich das Veranstaltungsprogramm genauer ansieht, ist man beeindruckt, was in diesem Jahr angeboten wird und in welchem Umfang sich bekannte Namen einbringen. Genauer hinzusehen empfiehlt sich auch, weil vermutlich die eine oder andere Veranstaltung (noch) garnicht in der Liste steht. Ich bin jetzt auf zwei Themenführungen zum Keltenjahr 2012 im Römermuseum Güglingen gestoßen, und die Volkhochschulen müßten eigentlich zur großen Landesausstellung hin auch noch stärker aufdrehen. Jedenfalls eine tolle Sache, da sollte man sich seine Leckerbissen heraussuchen und schon mal einplanen. |
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| Kykladen in Karlsruhe |
| Mit den „Kykladen. Lebenswelten einer frühgriechischen Kultur“ führt uns das Badische Landesmuseum im Karlsruher Schloss nach dem Jungsteinzeit-Intermezzo vor einem Jahr wieder wie in den Ausstellungen über die Vandalen und die dunklen Jahrhunderte Griechenlands an das Mittelmeer.Ohne Karte kann man sich mittels der Worterklärung für „Kykladen“ - von kyklos, Kreis, „da die Inseln kreisförmig um Delos, die heilige Insel des Apollon, angeordnet sind“ - und dem in der Ausstellung verwendeten Bild einer „Drehscheibe zwischen griechischem Festland, Kreta und Anatolien“ die Lage der Inseln vorstellen. Von dem Gebiet mit vielen Inseln, das man jetzt vielleicht in den Kopf bekommt, der linke Bereich, also nicht die Inseln rechts direkt vor dem anatolischen Festland, dann passt das so in etwa. Bei der Kykladen-Kultur geht es um eine Kultur der Bronzezeit, als deren Zeugnisse sind aber vor allem steinerne Hinterlassenschaften bekannt, und zwar besonders Idole wie im fünften Bild (im Museums-Shop gekaufte Nachbildung). Wie im Eingangsszenario der Ausstellung beschrieben, wurde diesen Funden aber bei den ersten Ausgrabungen im 19. Jahrhundert wenig Bedeutung zugemessen. Man hatte seinerzeit einen soliden Hintergrund durch die Texte antiker Autoren, das Ideal war klassisch-griechisch in der Tradition Winckelmanns - ich hatte das Thema Griechenbegeisterung im ersten Teil Agrigent - und Herodot hatte die Kykladen als von kleinasiatischen Karern besiedelt beschrieben, deren Hinterlassenschaften konnten also nicht bedeutend sein. Erst später trat gegenüber dem angelesenen Wissen der Wert der archäologischen Funde und des archäologischen Fundzusammenhangs stärker hervor. Für die große Bekanntheit der kykladischen Idole bzw. zumindest für ein gewisses „habe ich schon einmal gesehen“-Gefühl sorgten dann aber erst moderne Künstler wie Pablo Picasso, Henry Moore, Hans Arp und Alexander Archipenko, die sich von der „elementaren Einfachheit“ und „bloßen Form“ inspirieren liessen. Am Ende der Ausstellung sind einige Werke zu sehen, eingangs der Ausstellung dient Henry Moore dazu diese Entwicklung zu skizzieren.Die Ausstellung geht nach dem Eingangsszenario zunächst auf die Lebenswelten dieser frühgriechischen Kultur ein. Das geschieht eher mittelbar über die Gegebenheiten der Inseln. Ein Modell zeigt deren Lage. Es wird beschrieben welche Schätze die Inseln zu bieten hatten - den vor allem in der Steinzeit wichtigen Obsidian von der Insel Melos, Marmor von den Inseln Paros und Naxos, das Schleifmittel Bimsstein von Thera, Silber und Blei von Siphnos, Kupfer zusammen mit den in Kupferlagerstätten zu findenden Färbemitteln Azurit und Malachit auf Kythnos, Seriphos, Siphnos und Kea. Landwirtschaftlich waren die Inseln nur schlecht nutzbar, für den Fischfang und speziell den Thunfischfang aber sehr gut.In diesem Ausstellungsbereich findet sich auch das angekündigte „rekonstruierte Modell eines kykladischen Langbootes“. Nicht groß, es hätte auf einem Wohnzimmertisch Platz. Es ist - so zumindest mein Eindruck in der Ausstellung - einer der wichtigen Dreh- und Angelpunkte bei der Interpretation der Leistungsfähigkeit und des Niedergangs der kykladischen Kultur. Gegen Ende der Ausstellung wird noch einmal ausführlicher auf die Langboote eingegangen. Vorlage für die Boote sind Ritzzeichnungen, man stellt sie sich als gepaddelte Einbäume vergleichbar derjenigen der Maoris und und den Indianerstämmen der Haida an der Nordwestküste Amerikas vor. Man vergleicht deren Aktionsradien mit den Gegebenheiten der griechischen Inselwelt und kommt zu dem Schluß, daß neben der genannten Drehscheibenfunktion zwischen griechischem Festland, Kreta und Anatolien - in dieser Inselwelt soll bei guter Sicht immer eine Landmarke zur Navigation zu sehen gewesen sein - sogar der Bosporus im Aktionsradius gelegen haben müßte. Gegenüber gesegelten Schiffen ergab sich der Vorteil, daß man nicht auf günstige Winde für die Befahrung des Bosporus warten mußte. Allerdings ergeben sich auch einige Nachteile: Als geeignete Baumart wurde die griechische Tanne identifiziert. Durch deren Verwendung würde sich mit der Zeit ein Ressourcenengpaß ergeben. Zudem verrottet sie eher als das Holz, aus dem die Planken der minoischen Schiffe gemacht wurden, und die Langboote haben eine geringere Transportkapazität als die gesegelten Schiffe der Minoer.Anderseits wird auf einer anderen Infotafel auch eine Klimaänderung als möglicher Grund für einen abrupten Wandel um 2250 v. Chr. angeführt, von dem zudem auch das Festland betroffen war, nur auf Kreta hätte es diesen Einbruch nicht gegeben. Die Kykladen sind dadurch zunächst in den Schatten der Minoer und später der Mykener geraten.Aber zurück zum ersten Teil der Ausstellung mit dem Langboot-Modell. Dort findet sich auch ein Siedlungsmodell mit auffallend viel Befestigungsmauern für relativ wenige Wohnhäuser. Die Siedlungen seien erhöht in Sichtkontakt zueinander angelegt worden, wenige hundert Bewohner bei kleiner Grundfläche. Das passt zu dem Analogieschluß mit Maoris und Haida, nach dem diese Langboote mit vielen Paddlern auch gut für Überfälle geeignet waren. Anderseits wurde der daraus folgende räuberische Aspekt der Kykladen-Kultur in der Ausstellung nicht weiter ausgeführt und belegt. Stattdessen ist man im weiteren Verlauf der Ausstellung beeindruckt von Gefäßen aus Marmor. Sie „imitieren Tongefäße“ und „verleihen durch das lichtdurchlässige Material Marmor hohen optischen Reiz“. Es gibt „Kykladenpfannen“ mit einem Dekor aus ineinander verwobenen Spiralen, Bronzedolche und natürlich viele Idole, die wohl nach einzelnen Grabstätten typisiert werden und sich in Plastizität, Proportion etc. unterscheiden. Die Idole waren nicht marmorweiß, sondern bunt bemalt. Da hätte man also eine vergleichbare Situation wie bei den Ägineten, nur daß die wegen zusätzlichen Accessoires wie bemalten Bleilocken vielleicht noch mehr von unseren heutigen Vorstellungen entfernt ausgesehen haben. Im Laufe der Zeit wurden manche Idole mehrfach übermalt, Spuren der früheren Bemalung blieben teilweise erhalten. Eine Projektion zeigt solch unterschiedliche Bemalungen. Ab dem Bereich mit der Projektion geht die Ausstellung räumlich gedrängter über in die genannten Teile mit den Langboot-Analogieschlüssen und der Reflektion durch moderne Künstler. Eine umfangreichere Ausstellungsfläche davor erscheint verglichen zu früheren Ausstellungen deutlich lockerer besetzt. Vielleicht steht das im Zusammenhang mit erwarteten Ausstellungsstücken aus Griechenland, die man aufgrund eines Streits um Raubgrabungen nicht bekommen hat. Das ist aber jetzt reine Spekulation. Bei dem Streit um Raubgrabungen dreht es sich um zwei Idole, die man vor einer Zeitgrenze erworben hat, für die Deutschland rückwirkend entsprechende Verfahrensregeln der Unesco anerkannt hat. In einer kleinen Presseschau im Eingangsbereich des Schlosses wird ein Schaden für die Ausstellung entweder nicht angesprochen oder durch zwei Autoren verneint. Interessanterweise mit demselben Argument, dem großen eigenen Bestand der Karlsruher. Das Problem der Raubgrabungen wird in der Ausstellung allgemein thematisiert, ebenfalls im gedrängten letzten Teil. Es geht dabei um die zeitliche Zuordnung, die ohne den Fundzusammenhang nicht mehr möglich ist, und um das Problem zahlreicher Fälschungen, die mit dem steigenden Interesse an den Idolen aufgetaucht sind.Die eigenständige Blütezeit der Kykladen-Kultur müßte nach meinem Verständnis vom Wechsel Steinzeit zur Bronzezeit um 3000 v.Chr. bis zu der oben genannten Zeit um 2250 v.Chr. gegangen sein. Zahlreiche Ausstellungsstücke sind entsprechend datiert - 3200-2900 und 2700-2400. Die in der Ausstellung genannte eigentlich klare Abfolge kann ich jetzt nur schwer mittels der Wikipedia nachvollziehen. Also vielleicht sollte man hier bei stärkerem Interesse an den Daten und den Übergängen den Ausstellungskatalog in das Auge fassen. Ich habe darin im Shop nur angefangen zu blättern und dann schon meinen Schulfreund im Foyer gesehen, mit dem ich die Ausstellung besuchen wollte (Wintersonne im „Mitglieder“-Bereich rechts oben). Die Presseabteilung könnte natürlich auch versuchen die Wikipedia zu aktualisieren oder eifrigen Wikipedianern Kataloge zukommen zu lassen. Mehr Leser als einzelne Presseartikel zur Ausstellung werden diese Kykladen-Artikel in der Wikipedia sehr wahrscheinlich haben.Was wir in der Ausstellung beide vermisst haben - vielleicht ist da auch etwas dazu im Buch - waren Einflüsse der Kykladen-Kultur auf die Nachbarkulturen. Es gab offenbar durch die Kultur geprägte Siedlungen auf dem griechischen Festland und auf Kreta und einzelne Objektfunde außerhalb. Aber in der Ausstellung war kein Nachwirken in dem Sinne zu sehen, daß Minoer oder Mykener Idole so aufgegriffen und in ihr Schaffen eingebaut hätten wie Pablo Picasso oder Henry Moore. Zum Multimedia-Guide: erstmalig gibt es im Karlsruher Landesmuseum eine App zur Ausstellung. Anscheinend nur iPhone, und wer kein iPhone hat kann ein iPad ausleihen. Zum Fotografierverbot: war glaube ich in den Karlsruher Sonderausstellungen immer so. In den Dauerausstellungen darf man laut Info an der Kasse fotografieren, die Bilder aber nur mit Erlaubnis der Presseabteilung in das Internet stellen. Ich will das jetzt nicht ausdiskutieren (ich habe nie versucht, in Karlsruhe die Erlaubnis für Innenaufnahmen zu bekommen, es gibt schon relativ viele Bilder beim Landesmuseum, sogar ein digitaler Katalog ist im Bau, es gibt Bilder beim Landesbildungsserver Baden-Württemberg u.ä.. Das Fotografieren stört in gutbesuchten Ausstellungen, und die Sonderausstellungen sind oft sehr gut besucht. Viele der Texte in der Ausstellung braucht man nicht fotografieren, um sich Notizen zu sparen, man kann sie von der Museumswebsite herunterladen. Die generelle Fotografiererlaubnis würde vielleicht gegenüber den Leihgebern Probleme bereiten. An eine Kannibalisierung des Katalogverkaufs glaube ich dagegen nicht, mit dem Argument müßten bei den vielen Tierpark-Sendungen im Fernsehen alle Zoos mittlerweile unter massivem Besucherschwund leiden. Und zur Preisliste beim Digitalen Katalog würde mich wie bei anderen derartigen Bilderdiensten mal eine Gegenüberstellung des zusätzlichen Aufwands gegenüber dem Ertrag und den entgangenen Vorteilen beim Museums-Marketing interessieren). Aber aus meiner Sicht beisst sich App und iPhone mit dem Fotografierverbot. Das Fotografierverbot ist mit dem iPhone in der Hand nicht kontrollierbar und es holpert auch bei der Kommunizierbarkeit. Für Veranstaltungen wie die Tweetups wäre so ein Fotografierverbot schon eine Einschränkung. Meinen Gedanken zum Tweetup, daß auch genug Leute kommen sollten, die nicht aus der Szene Museumsmitarbeiter/Dienstleister kommen, sehe ich da in anderem Licht. Vielleicht wäre es gerade für die Museumsleute gut, so etwas mal mitzumachen. Die klassischen Medien sind beschränkt, ich habe in keinem der ausgehängten Presseartikel einen Hinweis auf die App-Neuerung gesehen. Zwangsläufig fallen auch viele andere Dinge unter den Tisch, ich gehe ja jetzt auch nicht mehr auf das sehr interessante Begleitprogramm ein (auf der Museumswebsite im herunterladbaren Flyer ). Mittels sozialen Medien könnten die Besucher/Teilnehmer angeregt werden, selbst Werbung für das zu machen, was ihnen gefallen hat. |
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| Die Bikini-Mädchen |
| Zu Weihnachten und der Wende zu den länger werdenden Tagen gibt es von mir die Bikini-Mädchen. Wenn im Zusammenhang mit Archäologie-Touren das Stichwort „Bikini-Mädchen“ fällt, dann sind meistens die von der Villa Romana del Casale gemeint. Die Villa Romana del Casale ist zugleich das noch ausstehende Ziel der Sizilien-Serie, diese Blog-Einträge starteten letztes Jahr mit dem Blog-Eintrag „Sizilien, mit Familienanschluß“. Die Bezeichnungen sind etwas unterschiedlich, die Wikipedia nennt neben „Villa Romana del Casale“ auch „Villa del Casale“ und „Villa von Piazza Armerina“. Gemeint ist eine Luxusvilla aus der Römerzeit, die vor allem durch die großflächigen und sehr gut erhaltenen Bodenmosaike bekannt geworden ist. Piazza Armerina ist eigentlich die nahegelegene Stadt, wird aber manchmal wie im Fall einer der erwähnten Begleitreisen zum „Licht des Südens“ ebenfalls für dieses Ziel verwendet (Ich hoffe es ist so, die können ja dort unmöglich die Villa del Casale auslassen). Die Besichtigung Villa Romana del Casale könnte man wie im fünften Teil Agrigent beschrieben mit Morgantina und Enna zusammenfassen. Morgantina scheint mir hierzulande etwas zu wenig beachtet zu werden. Damals zum Zeitpunkt des Blog-Eintrags sichtbar an der gerade aktuellen Rückkehr der Aphrodite, die englischsprachig gut präsent und deutschsprachig fast nicht zu finden war. Enna, nach der Wikipedia „Belvedere (Aussichtspunkt) oder aufgrund ihrer strategisch wichtigen, zentralen Lage im Inselinneren Nabel Siziliens genannt“, kam eine wichtige Rolle in den antiken Ausseinandersetzungen auf der Insel zu. Der Wikipedia-Artikel zur Villa del Casale erwähnt eine in 300 Metern Entfernung verlaufende „Fernstraße von Akragas (dem heutigen Agrigent) nach Catania“, das wäre also südlich von Enna. Heute führt die Straße von Agrigento zur nördlich von Enna verlaufenden Autobahn Palermo - Catania. Also wenn man wie wir damals aus der Gegend von Agrigent anfährt, dann leitet einen das Navi vorher von der Strecke Richtung Enna und Catania ab. Wir sind dann abends zurück und bald darauf die Teilstrecke wieder in Richtung Flughafen Catania gefahren. Wir hatten ja unser Häuschen auf dem Lande. Besichtigungstechnisch optimaler wäre eine Übernachtung in der Gegend vor dem Abflugtag in Catania gewesen, dann hätten wir mehr Zeit in der Villa verbringen und am anderen Morgen noch etwas anderes ansehen können. Der antiken Eingangsbereich der Villa befindet sich auf der Talsohle, nach hinten zu wirkt die Villa heute in den Berg/Hang hinein gebaut. Für den guten Erhaltungszustand der Mosaiken waren sehr wahrscheinlich die Erdrutsche entscheidend, die sie von der Bergseite aus verschüttet haben. Aber so fehlt mir die Vorstellung, wie das Gelände zur Zeit des Baus der Villa ausgesehen hat. Ist besonders die Villa von Erdrutschen betroffen gewesen, ist das ganze Gelände drumherum abgerutscht und man hat lokal Flächen freigelegt? Jedenfalls führt eine Stichstraße erhöht über der Talsohle hin zur Villa. Vor dem Zugang zur Villa geht ein breiter Abzweig bergseitig auf einen großen Parkplatz und die Straße ist dann im weiteren Verlauf mit Ständen wie im dritten Bild gesäumt. Auf der Hinfahrt haben wir uns auf den letzten Metern der Straße bis zum Parkplatz gerade so zwischen parkenden und manöverierenden Bussen durchgeschlängelt, das sah nach unlösbaren Problemen aus. Mitten in der Einfahrt zum Parkplatz gab ein Mann Kommandos (da hinüber, ein Euro) und vermittelte Sicherheit. Als wir zurückkamen, konnten wir problemlos wieder heimfahren.Über die Problemlösungskompetenz der Sizilianer rätsele ich nicht mehr, die nehme ich einfach hin. Die Stände haben mich gewundert. So ziemlich alles, was man an einem Stand kaufen konnte, konnte man an mehreren anderen Ständen auch kaufen. Es ging dann irgendwann eine Treppe hinunter, rechts ein Gebäude mit WC (kostenlos), Sättigungspizzaeck (3 Euro), Kaffee (1 Euro) und Infostand, links ging es zur Kasse (3 Euro Eintritt) und zur Villa. Die günstigen Preise habe ich mir 2009 notiert.Wie auf den Bildern zu sehen ist, wird außen auch noch richtig gebaut und innen offenbar fortwährend konserviert und vermutlich auch repariert. Die Mosaiken sind weitgehend überdacht, außerdem muß man meist oberhalb der Mosaiken auf Stegen bleiben. So empfindlich scheint der Boden aber nicht zu sein, stellenweise darf man auch direkt auf ihm herumlaufen. Und manche dürfen das überall machen. Wir haben einen vermutlichen Journalisten mit Helferling etwas desorientiert von einem für den Normalbesucher gesperrten Bereich in den nächsten rennen sehen, außerdem auch eine Fotografin, die von einem erklärenden Mann zu bestimmten Punkten geführt wurde. Wegen dem unten herumlaufen können habe ich die nicht so unbedingt beneidet, das funktioniert mit den Stegen schon ganz gut. Leider waren aber hintere Bereiche der Villa ganz gesperrt, da konnten die Normalbesucher selbst über Stege nicht hinein. Die Masse der Mosaiken war dennoch erschlagend. Ich hatte am Ende des Durchgangs das Gefühl, noch nichts richtig gesehen zu haben, wozu sicher auch das dauernde Fotografieren beigetragen hat. Ich wäre am liebsten wieder zurück auf den Start, man hätte auch problemlos wieder zurücklaufen können und wahrscheinlich sollte man gleich zwei Durchgänge einplanen. Die Reisegruppen waren wieder viel schneller als wir. Aufbau der Gruppe, Vortrag, dann weiter zum nächsten Station. Vielleicht gab es für die zur Entschädigung nach einem Essen in Piazza Armerina noch einen schönen Stadtspaziergang oder sie haben die antiken Anlagen von Morgantina an dem Tag noch mitgenommen. Naja, beides vermutlich. |
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| Archäologische Staatssammlung im Licht des Südens |
| Morgen startet in München in der Archäologischen Staatssammlung die Ausstellung „Im Licht des Südens“. Die Ausstellung will sich der „Begegnung und dem Kulturtransfer zwischen dem Mittelmeerraum und Zentraleuropa von der Steinzeit bis in die Zeit der Römer“ widmen und „stellt dazu über 500 einzigartige Exponate aus den berühmtesten Museen Italiens erstmalig prominenten Objekten aus den großen nordalpinen Museen gegenüber“.Unbedingt zu beachten wäre das Begleitprogramm, da gibt es im Februar und März eine „Vortragsreihe am Donnerstag“. Die Vorträge wären wegen der „Eintrittskarte: 7,50 € inkl. Ausstellungsbesuch an selbst gewähltem Datum“ für die Vollzahler unter den Ausstellungsbesuchern kostenlos. Im Begleitprogramm werden auch die schon in den Mitteilungen der Freunde der bayerischen Vor- und Frühgeschichte angekündigten Sizilien-Reisen angeboten, ich hatte darauf im dritten Teil Selinunt hingewiesen. Sie finden nächstes Jahr im März und im Mai statt. Wie zur Ausstellung „Luxus und Dekadenz — Römisches Leben am Golf von Neapel“ bietet die Archäologische Staatssammlung eine exklusive Abendöffnung inklusive Führung an, zusätzlich ist ein italienisches Catering möglich. Wie „Luxus und Dekadenz“ hat die Ausstellung eine eigene Website, auf der man das alles nachlesen kann, und eine Vorläuferausstellung in einem anderen Museum, das war in diesem Falle die Ausstellung „Le grandi vie delle civiltà“ im Castello del Buonconsiglio, Trient. |
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| Das Memoro-Projekt |
| Laut der deutschen Projekt-Beschreibung ist „Memoro - Die Bank der Erinnerungen“ ein Non-Profit-Projekt, das sich der Sammlung von „Video- und Audioclips über Lebenserfahrungen und Erzählungen der Menschen widmet, die vor 1950 geboren sind.“ Damit man sich mehr darunter vorstellen kann, sollte man sich über die Startseite ein Video aussuchen und auch auf der Presse-Seite vorbeisehen. Hier empfehle ich zumindest den Mitschnitt eines Interviews im Deutschlandfunk mit Nikolai Schulz von Memoro Deutschland vom 12.11.2011.Das Memoro-Projekt mit seinen vielen Zeitzeugenberichten liegt zwar wieder außerhalb meines Horizonts graue Vorzeit bis Spätantike. Aber zum einen hatte ich das Gefühl, daß so etwas im Umfeld von Mitmachweb und Internetökonomie einfach kommen mußte, und wollte das Projekt als beispielhaft erwähnen. Zum anderen lesen hier viele allgemein Geschichtsinteressierte mit und München ist überproportional in den Erinnerungen vertreten - es lohnt sich also ganz besonders zu stöbern. Das Projekt ist zwar international und ursprünglich in Italien entstanden, aber durch den deutschen Vertreter Nikolai Schulz dürfte München hierzulande etwas im Vorteil sein.Zur Internetökonomie, da hatte ich ja einmal länger den „Long Tail“ in einem Blog-Eintrag („Filme, Filmchen, Videos“) verarbeitet. Grundgedanken sind, daß die Kosten von Bereithaltung und Verteilung gegen Null gehen und die Beschränkung auf eine lokale Kundschaft entfällt. Nikolai Schulz erwähnt dieses weltweite Interesse an seinen Videos in einem der Interviews. Also vermutlich Deutsch verstehende Bewohner ferner Länder, die an diesen Erinnerungen interessiert sind. Um diese Produkte/Videos zu finden, sind nach Chris Andersons Buch über den „Long Tail“ Filter notwendig. Ein Filter in fernen Ländern wäre etwa ein deutschsprachiges Auswanderermagazin, das auf Memoro hinweist. Oder hierzulande in einer Seniorenwohnanlage Internetkurse gebende Studenten. Die wichtigsten Filter werden wohl Suchmaschinen sein, misst man nach den mit Abstand meisten zugeführten Besuchern. Und nachdem Google noch keinen gesprochenen Text durchsuchbar macht, ist es sinnvoll die Video-Beiträge zu verschlagworten und kleine Zusammenfassungen zu machen. Daß Nikolai Schulz das zu seinen Videos macht, erwähnt er im jüngsten Deutschlandfunk-Mitschnitt.Das Übersetzungsproblem bleibt. Wir sind z.B. in Sizilien überall auf Gastarbeiter-Geschichten gestoßen. Die waren so vielgestaltig, daß man nicht glauben mag, daß sie von Geschichtswissenschaftlern in Büchern fassbar sind. Die Erinnerungen wären sicher hinsichtlich der von Nikolai Schulz erwähnten Firmengeschichten interessant. Es gibt aber eine Unzahl anderer Kombinationen - ein Aufseher in einem archäologischen Park erzählte uns davon, daß er lange in Rüdesheim gearbeitet hat, das könnte doch für viele Rüdesheim-Touristen interessant sein. Aber vielleicht muß man beim Übersetzungsproblem nur noch wenige Jahre warten. Die Spracherkennung scheint ja ebenfalls Riesenfortschritte zu machen, siehe neues iPhone. Vielleicht kommt bald ein Schlagzeile, daß Google auch den gesprochenen Text in Videos indizieren kann - Weltuntergangsstimmung in Deutschland, die dürfen sowas Schlimmes doch nicht machen - und irgendwann geht bei einfachen Sprechsituationen wie in den Memoro-Erinnerungen ein Zuschalten von automatischen Übersetzungen, die dann als Untertitel mitlaufen.Im Interview erzählt Nikolai Schulz auch von seinen Schwierigkeiten, Leute zum mitmachen zu bewegen. Mitmachweb darf man sich also nicht so vorstellen, daß die Mitmachwoller kaum einzudämmen sind. Ich tippe zum Beispiel auf eine niedrige dreistellige Zahl von Zugriffen auf meinen Blog pro Kommentar und vermute, daß das „um Sonderfaktoren bereinigt“ bei anderen Blogs ähnlich ist. Ein mit mehr Aufwand als ein Kommentar gemachter Blog-Eintrag ist schwerer im Mitmachweb zu bekommen, ein Tweet bei Twitter ist schneller gemacht und wäre billiger zu haben. So eine nach Aufwand abgestufte Neigung den Hintern hoch zu bekommen ist in der Welt außerhalb des Mitmachswebs natürlich genauso zu beobachten - auf die 1.192 jährlichen Besucher des Archäologischen Museums der Oberpfalz in Amberg (Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung) werden ein paar tausend mehr kommen, die sich nur überlegt haben das Museum zu besuchen. Ich würde auch vermuten, daß mehr als die 1.192 versucht haben, sich im Internet über das Museum zu informieren. Wie bewegt man also die Leute dazu mitzumachen? Nikolai Schulz hat sie einfach auf der Straße gefragt. Stephan Gröschler macht jetzt eine Weihnachtsverlosung dreier Kalender. Das ist ein sehr gutes Angebot, er betreibt die Fotografie deutlich ambitionierter als wir. Er hat mir erzählt, daß er schon vor Sonnenaufgang zu bestimmten Stellen gefahren ist, um sie in der aufgehenden Sonne fotografieren zu können. Da setzen wir mehr auf Mitnahmeeffekte, also wenn zufällig gerade die Sonne aufgeht, wenn wir nach Frühstück etc. hinkommen, dann fotografieren wir das natürlich auch. Museumsseitig war auch der Weihnachts-Tweetup vor drei Tagen ein sehr gutes Angebot. Für ein paar Tweets mit den Fachleuten unterwegs sein dürfen, wo kriegt man das sonst noch? In wenigen Jahren, wenn noch mehr mit Smartphones unterwegs sind, wird man das billiger bekommen wollen. Daß man im Museum zwar fotografieren, die Bilder aber nicht in das Internet einstellen darf, wird passé sein. Stattdessen machen die Museen Fotowettbewerbe und bitten ihre Besucher auf ihren Webseiten für Mobilgeräte und auf den Museums-Apps darum, mit Bildern versehene Kommentare in die Sozialen Netze zu stellen. Abschließend ein Hinweis auf eine Besprechung des Films „Krieg der Götter“ durch Florian Machl bei Huscarl.at. Ich hatte den Film im Blog-Eintrag „Höhlenkunst“ erwähnt. Der Film läuft derzeit in München noch in drei Kinos, wie ich bei artechock sehe. Und auf den schönen Text von Sam in ihrem Cantharis-Blog. Sie schreibt über den Besuch von Überresten früheren menschlichen Zusammenlebens auf andere Weise, als ich das machen könnte. Bei mir dürfte wohl stärker das Praktische zwischen den Zeilen durchscheinen. Im BayernViewer-denkmal sichten, was da ist, Fotoapparat und Vesper einpacken. „Disteln und das Brombeergestrüpp“? Gut, die Stiefel und die Hosen mit dem festeren Stoff brauche ich auch noch. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit ist es doch viel schöner, stattdessen einen besinnlicheren Text zu lesen. Aber nächstes Jahr geht es wieder los, da brechen wir wieder durch das Unterholz, hmm? |
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| Weihnachts-Tweetup am 07.12.2011 |
| Am nächsten Mittwoch findet gleichzeitig in München in der Krippensammlung des Bayerischen Nationalmuseums, in Mindelheim im Schwäbischen Krippenmuseum, in der Werkstatt eines Krippenschnitzers, einer Kirche und von einem Weihnachtsmarkt ein Weihnachts-Tweetup statt. Näheres ist beim „aufbruch. museen und web 2.0“ zu finden. Zu den Veranstaltungen in den Museen ist alles klar, Infos zu Krippenschnitzer, Kirche und Weihnachtsmarkt folgen noch.Bei einem Tweetup treffen sich Twitterer zum gemeinschaftlichen Twittern. Eingeladen ist, wer ein twitterfähiges Smartphone mitbringt und einen Account bei Twitter hat. Das twitterfähige Smartphone habe ich nicht, also bin ich außen vor. Ich hätte es mir auch stressig vorgestellt, wie im Falle des letzten Tweetups in der Münchner Residenz eine Stunde lang die Residenz zu besichtigen, aufmerksam der Führung zu folgen und gleichzeitig noch zu versuchen geistvolle Kurzmeldungen über Twitter abzugeben. Aber diesen Ängsten hat Tanja Praske im Residenz-Blog widersprochen: „Massives und hoch konzentriertes Multitasking“ war zwar gefragt, es ist aber doch wohl überraschend viel zustande gekommen. In seinem Blog Iliou Melathron schreibt Dr. Christian Gries abstrahierender über das Geschehen in der Residenz. Er transzendiert es sogar etwas - „zwingen aber zur Konzentration, fast Kontemplation“, leuchtende Residenz, das erste Licht König Ludwigs I. - da bedauert man es geradezu nicht dabei gewesen zu sein. Einen ausführlichen Artikel über die Hintergründe des Museumsgezwitschers gibt es zudem noch in den FilmNewsBayern (Seite 6 der pdf-Datei). Wie bei „aufbruch. museen und web 2.0“ angegeben, sind die Spielregeln beim Tweetup am nächsten Mittwoch etwas geändert. Im Fokus steht nicht das Museum, sondern eine „Weihnachtsgeschichte“, und in der Münchner Krippensammlung läuft man ohne Führung herum. Diese Krippensammlung ist ein echtes Highlight in München und im Bayerischen Nationalmuseum. Und wer selbst nicht so auf Krippen steht, muß die Sammlung natürlich trotzdem für seine passend interessierten München-Besucher kennen. Ich halte die Tweetup-Idee für ganz gut. Ich könnte mir aber vorstellen, daß es für ihren Erfolg wichtig ist, daß auch genug Leute kommen, die nicht aus der Szene Museumsmitarbeiter/Dienstleister für Museen stammen. Also wer da Interesse hat, aber wackelig ist, möge sich einen Ruck geben und hingehen. In München verträgt sich das Twittern im Nationalmuseum (13 – 14.00 Uhr) übrigens glänzend mit der im letzten Blog-Eintrag erwähnten öffentlichen Führung über die Grabungsfläche am Marienhof um 15 Uhr. Bei der Führung könnte man gleich weitertwittern! |
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| Quizzy zeigt uns Neptun |
| Quizzy zeigt uns im Rahmen des Fotoprojektes zwölf2011 den Neptunbrunnen im Münchner Alten Botanischen Garten. „Nackerter Mo“ klingt allerdings nicht so begeistert. Das war seinerzeit beim Barberinischen Faun anders. Vermutlich weil ein Faun („Faunus, auch als Wolfsgott bekannt, ist der altitalische Gott der freien Natur, der Beschützer der Bauern und Hirten, ihres Viehs und ihrer Äcker“) viel besser zur herrlichen Landschaft Oberbayerns passt als ein Neptun. Meist liegt der Schnittpunkt zwischen Quizzys und meinen Blog-Einträgen wie im Fall des Barberinischen Fauns beim Königsplatz bzw. der Glyptothek. Ganz früher (Februar 2010) mit einer größeren Differenz zwischen haben und haben wollen - Quizzy hatte schon die Fotos, die ich erst machen wollte. Mittlerweile habe ich enorm nachgerüstet und den Abstand verkürzt - den Hinweis auf die dorischen, ionischen und korinthischen Säulen hatte Quizzy nur zwei Tage vor mir drin („Auf dem Fürstenweg“ vs. „Marathon in München“). Wir hatten aber beide keine Nahaufnahme von den Antikensammlungen mit den korinthischen Säulen im Eintrag, da sei nun eine nachgereicht. Quizzys Hinweis auf die Säulen hätte ich erwähnt, wenn ich ihn gekannt hätte. Aber ich lese Blog-Einträge immer noch nicht mit einem Feedreader wenn sie anstehen, sondern irgendwann später, wenn ich Lust habe vorbeizusurfen. Im Marathon-Eintrag hatte ich auf ein FAZ-Interview und auf ein Video bei münchen.tv mit Prof. Dr. Raimund Wünsche hingewiesen, dem ehemaligen Direktor von Glyptothek und Antikensammlungen. In dem Video ist das mit den Säulen auch drin. Mittlerweile habe ich mitbekommen, daß es mit Prof. Wünsche auch eine Langfassung der Säulenerläuterung gibt, nämlich in einer dreiteiligen Architektursendung, die derzeit noch via der SWR-Mediathek angesehen werden kann. Die Königsplatz-Säulen sind im ersten Teil drin. Hören kann man Prof. Wünsche in einem längeren BR-Interview vom Juli 2011. BR und SWR löschen Beiträge, ich habe keine Ahnung ob und wann die Löschlogik in diesen beiden Fällen zuschlagen wird. Schließlich noch einmal Prof. Wünsche in der Münchner Abendzeitung. Dort erzählt er, was er am Wochenende so macht.Und mit was mache ich jetzt weiter? Am besten mit der Erklärung für die Fotos 2 und 3 (2 leider verschwommen), die dürften sonst zu sehr rätseln lassen. Auf Bild 2 ist Sauerkrautkuchen, den hat mein damaliger Gegenüber und Quizzy gegessen. Ich habe vor dem Aufstieg vom Kloster Weltenburg auf den Frauenberg das problemlose Gericht auf Bild 3 vorgezogen. Jetzt geht es irgendwie nach zeitlicher geteilt durch räumlicher Entfernung weiter. An der Spitze ist da Christian Lauw, der entdeckt hat, daß es das BMW-Logo schon in der Hallstattzeit gegeben hat: „BMW, um 600 vor Christus“. Sein Text über den Besuch von Landau und seinem Archäologiemuseum ist super geschrieben, vermittelt aber leider eine Trostlosigkeit („So ziemlich fast alle Technik im Museum war irgendwie defekt...“), die in auffallendem Gegensatz zu den Angaben auf der Museums-Website steht: „Es zählt heute zu den modernsten Museen in Bayern und wurde 1997 unter 66 Bewerbern bei der Verleihung des Europäischen Museumspreises ausgezeichnet.“ Ein paar hundert Jahre näher liegt das Burgmuseum Grünwald, gemessen an den Ausstellungsstücken aus der Römerzeit, die es bei unserem letzten Besuch im Sommer 2010 dort noch gab. In der Grünwalder Burg soll es Veränderungen geben, berichtete letztes Jahr der Münchner Merkur: „Staatssammlung dehnt Museum in Grünwalder Burg aus“. Ob sich zwischenzeitlich etwas getan hat, wollte ich dieses Jahr via diversen Webseiten (Gemeinde Grünwald, Archäologische Staatssammlung) nachsehen und habe nichts gefunden. Vielleicht gibt es einen Merkur-Artikel mit Informationen, den ich übersehen habe. Oder er wurde nicht online gestellt. Egal, die weitere Beobachtung der Burg würde ich gerne an die Mittelalter- oder Heimatmuseumabteilung abgeben, Römersachen hin oder her. Hier geht es zu den Grünwalder Rittern und hier zu der Vereinigung der Freunde Grünwalds. Und Quizzy berichtet von einer Radtour Isaraufwärts, „vorbei an der Burg Grünwald“ bis zum Kloster Schäftlarn unterhalb der Birg bei Hohenschäftlarn. Zeitlich sind wir nun beim Mittelalter (bis Neuzeit), die räumliche Entfernung liegt bei wenigen Metern, wenn wir die Entfernung vom Marienplatz aus messen. Diese archäologische Ausgrabung sollte allgemein in München bekannt sein. Man schafft es vermutlich aber trotzdem, die nicht zu kennen. Stephan Gröschler hat sich in seinem Blog dem Marienhof gewidmet. Neben viel Text gibt es auch zahlreiche Bilder. Am 7. Dezember soll es wieder eine öffentliche Führung über die Grabungsfläche am Marienhof geben, Informationen dazu auf der Website der „2. Stammstrecke München“. Stephan interessiert die Ausgrabung sehr und er will dranbleiben. Ein paar Minuten Fußweg weiter entfernt liegt die Münchner Residenz, und dort wird seit vier Monaten gebloggt. Der Hinweis kommt jetzt etwas spät. Aber dafür kann man sehen, daß nach dem „Unser Blog geht online – was erwartet Euch?“ von Tanja Praske der Anfangsschwung bis heute nicht nachgelassen hat.Die jüngere Geschichte hat Reinhold beschäftigt. Ein Blog-Eintrag über Georg Elser führte zum Auftrag, ein BBC-Team für eine Dokumentation (die Geschichte der Menschheit in acht Stunden) fast drei Tage zu fahren. Unter dem Titel „London calling“ berichtet er davon. Bei den letzten Links geht es räumlich in die Ferne, dafür gibt es aber dort etwas zu meinem eigentlichen Zeitspektrum graue Vorzeit bis Spätantike: Das Museum für Völkerkunde Hamburg hat passend zur neuen Sonderausstellung „Brisante Begegnungen - Nomaden in einer sesshaften Welt“ seit November auch einen Blog. Und Phemios Aoidos berichtet, wie er sich Pompeji annähert und nach den römischen Villen von Stabiae sucht. |
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| Der Frauenberg oberhalb des Klosters Weltenburg |
| Weltenburg liegt sehr nahe bei Eining, ein Besuch des Klosters Weltenburg wäre ganz gut mit dem des Kastells Eining / Abusina zu verbinden. Es ginge die Kombination der beiden Ziele mit einem Besuch des kelten römer museum manching und notfalls auch noch eine Überfahrt vom Kloster zur Westseite des ehemaligen Oppidums Alkimoennis am gegenüberliegenden Donauufer. Aber dann nur unter der Voraussetzung, daß man sich vor Ort nirgends lange aufhält. Als Erstbesuch etwa, und wo es einem besonders gefällt fährt man dann einmal einen ganzen Tag hin.Beim Kloster werden Schiffsfahrten durch den Donaudurchbruch angeboten. In der Gaststätte kann man das Weltenburger Bier probieren. Neben der Klosterkirche des ältesten Kloster Bayerns kann man die Frauenbergkirche besuchen. Noch ein Stück höher auf dem Frauenberg, direkt an der Felskante hinunter zur Donau (Bild 9), findet sich die steinerne Hinterlassenschaft auf den Bildern 6 und 8. Nach der Ende Oktober 2007 fotografierten Informationstafel war das noch ein spätrömisches Kleinkastell. Weiter auf dem Frauenberg bietet die Erkundung des Wolfgangswalls und die Suche nach den Befestigungen östlich davon an. Zur Geschichte des Frauenbergs empfehle ich den gut bebilderten Text von Prof. Dr. Michael M. Rind bei der Regensburger Stadtzeitung (pdf-Datei) und die Wikipedia. Nach Prof. Rind wäre das Kleinkastell kein Kleinkastell, sondern der Palas einer bischöflichen Burg. Die Wikipedia führt ihren Artikel noch unter dem Titel „Kleinkastell Weltenburg-Frauenberg“ und stellt die Positionen gegenüber, da sieht es also nicht nach einer Übereinkunft aus. BayernViewer-denkmal ist auf die Sichtweise von Prof. Rind umgestellt, dort lautet die Beschreibung zum Bodendenkmal D-2-7136-0054 „Rechteckiger Saalbau vermutlich des 9. und 10. Jhs. n.Chr.“ (BayernViewer-denkmal-Benutzungshinweise hier bei mir). Zu Touren auf den Frauenberg und zu den Befestigungen auf beiden Seiten des Donaudurchbruchs gibt es den „Ausflugstipp: Rund um den Donaudurchbruch“ von Stephan Gröschler, Fotos von Geländemodellen mit den Wällen auf beiden Seiten des Donaudurchbruchs beim Verein Keltenwelten. |
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| Höhlenkunst |
| Im Februar hatte ich den Chauvet-Film von Werner Herzog im Blog, den er seinerzeit auf der Berlinale vorgestellte. Der Film war zwischenzeitlich in Sonderaufführungen zu sehen und ist mittlerweile unter dem Titel „Die Höhle der vergessenen Träume“ regulär in die Kinos gekommen. Nach Daniel Bernsen, bei dem auch aktuelle Trailer zu finden sind, seit 3. November. Wie ich gerade sehe läuft der Film aktuell noch in vier Münchner Kinos (Monopol, Kinos Münchner Freiheit, Neues Rex, Rio Palast), ich hoffe da wird er den wöchentlichen Programmwechsel in irgendeinem Kino noch überleben. Eine längere Besprechung des Films gibt es u.a. bei Susanne Popp, ein aktuelles Interview mit Professor Harald Floss allgemein zur Höhlenkunst bei Welt Online. Hintergrund des Interviews waren 15000 Jahre alte symetrische Verzierungen auf einem Stein, der im Schelklinger Hohlen Fels gefunden wurde (dazu hier die Südwest Presse).Kinofans mit Neigung zu grauer Vorzeit bis Spätantike haben derzeit sogar die Wahl. Der Film von Werner Herzog wird nicht jeden ansprechen. Den anderen gefällt vielleicht Krieg der Götter - Immortals - statt Hintergrundgedudel fetzt es da so richtig aus den Kinolautsprechern. Der Trailer erinnert schon beim ersten Speerwurf an 300. Und richtig, da wird „Von den Machern von 300“ eingeblendet. Und die computergenerierten Massen vor der großen Mauer hat man im „Herr der Ringe“-Film von Peter Jackson schon einmal gesehen. Soll ich dann noch diesen Film gehen? Er ist in 3D, die anderen waren es nicht? Und 300 habe ich auch zweieinhalb mal angesehen? Die Höhlenkunst auf dem Foto gehört mir, die ist für meine Wohnhöhle. Obwohl es so aussehen mag, habe ich die nicht auf einer meiner Touren ausgesägt. Erst die Platten aufzubauen und danach zu bemalen ist eine Idee meines Bruders. Eigentlich war ich gar nicht so begeistert. Es ist ein Geschenk zum Geburtstag 2009, das erst jüngst fertig geworden ist. Ich dachte seinerzeit, mein Bruder macht das mit Airbrush weniger aufwendig auf dickem Papier und ich wünsche mir dann immer zum Geburtstag und zu Weihnachten ein neues Höhlenbild. Dann hätte ich Ende 2011 schon sechs. Darunter vielleicht auch die Pech-Merle-Pferdchen. Mein Bruder meinte, ich hätte ja jetzt schon vier Bilder. Das wollte ich aber überhaupt nicht gelten lassen. Mittlerweile finde ich seine Idee mit den Platten aber doch ganz gut. An der Wand wäre Airbrush auf Papier wahrscheinlich langweiliger. Aber wie komme ich jetzt in endlicher Zeit zu meinen Pech-Merle-Pferdchen??? |
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| 10 Jahre Rezensionsjournal sehepunkte |
| Das Rezensionsjournal für die Geschichtswissenschaften sehepunkte ist „epochenübergreifend und interdisziplinär angelegt“ und als „Internetrezensionsjournal mit zwölf - jeweils zur Monatsmitte erscheinenden und im kostenlosen Abonnement erhältlichen - Ausgaben pro Jahr konzipiert“. Das klingt doch super und da klicken wir doch gleich mal in das Archiv, Kategorie Altertum. Da finden sich sich aktuell 45 Seiten mit je 20 Rezensionen, macht 900 Buchbesprechungen! „Das Rezensionsjournal sehepunkte erscheint seit 15. November 2001“, wurde also heute 10 Jahre alt. Gefeiert wird der 10. Geburtstag am 17. November 2011 „mit einem Festakt und einem Empfang in der Ludwig-Maximilians-Universität München. Alle Leserinnen und Leser sind herzlich zum Mitfeiern eingeladen!“. Hier das Programm am Donnerstagabend mit Vorträgen von Prof. Dr. Hubertus Kohle, Thomas May und Florian Rötzer und einem anschließenden Empfang. |
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| Nachweis der elektromagnetischen Wellen durch Heinrich Hertz vor 125 Jahren |
| Dieser Zeitsprung geht weit neben die in Blog-Beschreibungen versprochene „graue Vorzeit bis Spätantike“. Aber ich hatte die passende „Konserve“ - das bei einem Stadtspaziergang in Karlsruhe aufgenommene Denkmal. Leider ist besonders die als kleine Entschädigung gedachte Pallas Athene an dem bedeckten Septemberspätnachmittag im ohnehin meist beschatteten Südteil des Ehrenhofs der früheren Karlsruher Universität (TH) ziemlich dunkel geraten. Zu Zeiten als das Denkmal 1925 entstand und in den Jahren als Heinrich Herz die elektromagnetischen Wellen entdeckte war das hier die Technische Hochschule Karlsruhe. Und heute liegt der Ehrenhof auf dem Gelände des Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie, abgekürzt KIT.Nach dem Zitat des emeritierten Professors am KIT und Vorsitzenden der Heinrich-Hertz-Gesellschaft Volker Krebs im Pressetext des KIT war „Die Suche nach elektromagnetischen Wellen ... für das ausgehende 19. Jahrhundert das, was für uns heute die Suche nach der Dunklen Materie oder der Neutrinomasse ist“. Heinrich Hertz gelang der Nachweis der elektromagnetischen Wellen in dem später nach ihm benannten Hörsaal, an dessen Seite sich heute das Denkmal befindet. Als Datum wird im Pressetext der 11. November 1886 angegeben. Im Web findet sich auch das Datum 13. November 1886, z.B. hier bei Karl H. P. Bienek. Karl H. P. Bienek erwähnt auch die Umbenennung der Hertzstraße in der Berliner Siemensstadt in „Grammestraße“ 1938, weil Hertz jüdische Vorfahren hatte. Gudrun Wolfschmidt berichtet in ihrem Buch „Von Hertz zum Handy - Entwicklung der Kommunikation“ davon, daß das Heinrich-Hertz-Madaillon im Hamburger Rathaus abgeschlagen und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder erneuert wurde. In Karlsruhe hat das Denkmal die Zeit des Nationalsozialismus überstanden. Mehr zur jüdischen Herkunft und den Folgen findet sich im Artikel „Juden wider Willen. Wie es den Nachkommen des Physikers Heinrich Hertz im NS-Wissenschaftsbetrieb erging“ von Stefan Wolff.Nach Karl H. P. Bienek wurde die Einheit für die Frequenz weiterhin nach Hertz benannt. Stefan Wolff schreibt: „Einige Physiker schlugen 1939 ernsthaft vor, sie unter Beibehaltung der Abkürzung „Hz“ in „Helmholtz“ umzubenennen“. Er geht also wohl auch davon aus, daß die Einheit nicht umbenannt wurde. Vermutlich stimmt das. Anderseits wurde mir erzählt, daß an der örtlichen Gewerbeschule den Elektrikerlehrlingen gegen Kriegsende statt Hertz die Bezeichnung Helmholtz gelehrt wurde. Dieser Erzählung glaube ich auch. Nur rätsele ich, wie das damals vonstatten ging. |
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| Zu Gauting/Buchendorf bis Villa rustica Leutstetten |
| Zum letzten Eintrag über Gauting und seinen Brandopferplatz müßte es jetzt noch einen Eintrag zur Kelten- bzw. keltischen Viereckschanze bei Buchendorf geben. Aber da ich die schon x-mal im Blog hatte, belasse ich es bei der Schanzenecke in Bild 3 und zwei Links zu älteren Beiträgen. In diesem Blog-Eintrag soll es stattdessen um ergänzende Tourhinweise von Gauting/Buchendorf bis zur Villa rustica Leutstetten gehen. Zuvor aber im Nachklapp zum letzten Eintrag ein Hinweis auf den Brandopferplatz beim Bergisel in Marcellinas Blog-Eintrag „Pagans In Tirol: Bergisel“. Ich hatte zum Brandopferplatz bei Gauting die fehlende Information vor Ort und die dünne Information im Web bemängelt. Marcellina vergleicht die Situation mit dem Brandopferplatz beim Bergisel. Man könnte jetzt noch streiten wer mehr meckern darf. In Bayern haben wir BayernViewer-denkmal, zwar mit dünnen Texten, aber trotzdem oft super verwendbar für solche Touren. Anderseits ist der ausführlichste mir bekannte Text zum Brandopferplatz Gauting im Netz aus einem für Vereinsmitglieder vorgesehenen 27 Jahre alten Mitteilungsblatt. Und daß die letzten beiden Ausgaben dieses Mitteilungsblatts nicht mehr eingestellt wurden, läßt befürchten, daß selbst der Sinn dieser Minimaldarreichungen nicht mehr gesehen wird. Dagegen ist beim Bergisel mit dem Artikel „Der Bergisel bei Innsbruck - "Schicksalsberg" der Tiroler Archäologie“ des österreichischen Denkmalamtes ein offizieller Mitteilungswillen deutlich erkennbar. Nach all der Meckerei muß ich im Gegenzug auch erwähnen, wie schön ordentlich gepflegt alles vor Ort aussieht. Die Keltenschanze Buchendorf und die Villa rustica Leutstetten werden relativ häufig besucht und ich habe da noch nie Müll herumliegen sehen. Das ist nicht selbstverständlich. Beeindruckender fand ich das noch bei der Bethenquelle, dem Grab der Seherin und dem Karlsberg. Die Bethenquelle ist kein offizielles Denkmal, das Grab der Seherin dürfte etwas aus der Denkmalpflege herausgerutscht sein und der Karlsberg würde sich sehr gut für ein schönes Picknick oder einen gemeinsamen Umtrunk eignen, bei dem man hinterher seine Reste unbeobachtet liegen lassen könnte. Ich weiß nicht, wie das dort in Ordnung gehalten wird. Bei der Bethenquelle wurde im „depublizierten“ BR-Beitrag eine Frau erwähnt, die überhand nehmende Bändchen wieder abmontiert. Das wurde zwar von manchen Interviewpartnern kritisiert, klingt aber zumindest nach einer funktionierenden Selbstorganisation. Beim Grab der Seherin und beim Karlsberg würde ich auch auf so etwas tippen.Zu den Tourhinweisen. Die Stationen Villa rustica bis Gauting sollten über direkte Hinweise oder indirekt über BayernViewer-denkmal oder die Wikipedia (mit Geo-Koordinaten) gut auf der Karte lokalisierbar gewesen sein. Also wären manche Tourhinweise banal. Weiter habe ich Lücken, bin also bestimmte Strecken noch nie gelaufen/gefahren und kenne dafür die Strecken besser, auf denen ich schon öfters in das Würmtal unterwegs war. Die aber wieder für viele uninteressant sein werden. Ich werde versuchen dadurch hilfreich zu sein, daß ich neben den Strecken, auf der wir aktuell gefahren sind, noch ein paar andere Touren skizziere und bei der Gelegenheit auf schon gegebene Streckenhinweise hinweise und ein paar Anmerkungen einbaue.Beginnen will ich mit der von Peter Müller geführten Volkshochschul-Radtour (erwähnt im Blog-Eintrag „Via Julia für Anfänger“), die von der S-Bahnhaltestelle Höllriegelskreuth die Via Julia entlang nach Buchendorf führte. Dort haben wir die St. Michael-Kirche in Bild 4 und die Keltenschanze besucht, dann ging es zu einer Kirche in Gauting weiter und dann auf dem Rad- und Fußweg östlich entlang der Würm (Bild 4) wie schon beschrieben bis zur Straßenüberquerung beim Forsthaus Mühltal, dann weiter bis zur Würm-Brücke im ersten Bild des Blog-Eintrags über den Karlsberg. Auf dem Rad- und Fußweg westlich der Würm an der Bethenquelle vorbei und dann wieder auf die östliche Seite der Würm zur Kirche St. Alto Leutstetten. Abschluß der Tour war im Biergarten der Schloßgaststätte Leutstetten. Wenn in den Ausschreibungen nichts anderes dabeisteht, braucht man nach meiner Erfahrung für diese VHS-Touren kein geübter Sportler zu sein. Rennrad ist sowieso auf der Strecke östlich der Würm ungünstig und Mountain-Bike wäre für die Anforderungen überdimensioniert. Die relativ lange Anfahrt von Höllriegelskreuth über den „Zubringer“ Via Julia in das Würmtal funktioniert relativ gut, weil die Strecke ziemlich flach ist. In Bild 3 biegt die Via Julia vor der Keltenschanze Buchendorf nach links ab. Der Feldweg ist am Aufnahmeort des Fotos schon ein paar Meter von der Strecke der ehemaligen Römerstraße abgewichen. Die verlief weiter oben bis vor zur Keltenschanze (in der Bildmitte rechts beim Wäldchen) und ist dann nach links abgeknickt. Wenn man heute im Bild 3 nach rechts abbiegt findet man als Verbindung zur Keltenschanze einen schmalen Pfad am Rande eines Ackers. Ich vermute der geht auf Kosten des Ackerbesitzers, also wenn man den verwendet sollte man versuchen nicht auch noch in seine Anpfanzungen daneben zu treten.Die Via Julia führt an der Kirche in Bild 4 und der Mariensäule in Bild 5 vorbei. Nun kann man entweder direkt nach Gauting radeln (schnellste Version) oder auf der Via Julia bleiben, um im ersten Bild im Blog-Eintrag „Buchendorf am Vatertag“ wieder auf die Römerstraße zu treffen (kleiner Umweg). Zur Keltenschanze Buchendorf müßte man von dort ein Stück in die Gegenrichtung der ehemaligen Römerstraße. Wegen des Umwegs dürfte ein Teil der Radler von der Via Julia direkt nach Gauting weiterradeln. Der Feldweg auf der ehemaligen Römerstraße ist bei Buchendorf aber nach meinen Erfahrungen dennoch gut befahren. Viele der Radler kommen aus dem bzw. fahren in das nördlich liegende Waldstück im Blog-Eintrag „Von Forsthaus Kasten nach Buchendorf“. Das wäre die Strecke nach Neuried. Die Strecke entlang der Würm von Gauting bis Pasing kenne ich nicht. Ich kann jetzt nur spekulieren, daß viele der Radler auf der Strecke Richtung Neuried aus den nordöstlich an Neuried angrenzenden Münchner Stadtteilen stammen. Wie im Blog-Eintrag über die Villa Rustica Leutstetten erwähnt, geht statt einer Anfahrt mit dem Rad auch eine Rad- oder Wandertour mit einer Anfahrt mit der S-Bahn und den Start- oder Endpunkten in Gauting oder Starnberg. Der Bahnhof in Gauting liegt „oben“. Um zum Brandopferplatz und an den schönen Abschnitt an der Würm von Gauting bis zum Karlsberg zu kommen, muß man herunter, zur Keltenschanze Buchendorf sogar wieder auf der anderen Talseite hoch. Wenn man aber Gauting als Start- und Endpunkt verwendet oder nur das Hügelgräberfeld beim Grab der Seherin erkunden will, wäre die Verbindung westlich der Bahnlinie interessant, das habe ich aber nie ausprobiert. Nicht erwähnt habe ich die Option, im weiteren Verlauf dieser westlichen Seite zum Gut Rieden zu fahren oder zu laufen. Von dort hat man noch eine bessere Aussicht als von dem im Karlsberg/Karlsburg-Eintrag vorgestellten Punkt oberhalb Leutstettens. Martin Bernstein führt in seiner Tour „Petersbrunn im Mühltal“ im besprochenen Buch „Römerstraßen und Kultplätze — Archäologische Wanderungen“ von Gut Rieden über die dortige Bahnüberquerung hinunter nach Petersbrunn. Diese Option könnte man also auch berücksichtigen, wenn man seine eigenen Schleifen durch das Gelände legt.Beim Eintrag über Gauting war ich schon dabei einen Abschnitt in der Art „die Geschichte Gautings endete nicht mit den Römern“ zu bauen und zu erwähnen, was uns Peter Müller in der Kirche gezeigt hat. Ich habe das wegen dem wachsenden Umfang des Blog-Eintrags sein gelassen und stattdessen massiv BayernViewer-denkmal verwendet und die zahlreichen Rotflächen erwähnt. Ich hoffe das hat zum weiteren Herumklicken in Gauting und zum Nachsurfen angeregt. Wer alte Wallanlagen im Wald vorzieht, da habe ich den Schlossberg ausgelassen. Nach meinem Stand geht es dahin links im Bild 6 hoch. Auf der Strecke würmaufwärts kommt dieser Rastplatz direkt am Ende eines langen Lattenzauns, der bei einem Eingang zum „Reit- und Fahrverein Gauting“ beginnt. Zur Strecke S-Bahnhof Gauting, Keltenschanze Buchendorf bis Villa rustica Leutstetten gab es eine VHS-Tour, die von dem im letzten Blog-Eintrag erwähnten Reinhard Falter geführt wurde. Vielleicht wird die wieder im nächsten Sommersemester angeboten. Von 2007 habe ich eine Notiz zu einer ebenfalls von Reinhard Falter geführten, „wasserorientierten“ Tour, die mit dem Startpunkt Gauting erst entlang der Würm bis zur Bethenquelle und von dort nach Widdersberg führte (kelto-romanischen Grabstein und Quellen). Dann weiter nach Andechs mit der Elisabethquelle (hier ein Blog-Eintrag über Andechs von Marcellina) und hinunter „zum südlichen Ende des Ammersees ins Vogelschutzgebiet, wo die Ammer in den See läuft“. In Herrsching kann man bei dieser Variante wieder in die S-Bahn einsteigen. Jetzt noch zu unserer/meiner Tour. Wir sind Ende August den am Ende der Maxhofstraße in München-Fürstenried (Bild 1) beginnenden langen, meist geraden und flachen und gut ausgebauten Waldweg bis zu der östlich von Leutstetten wegführenden Straße geradelt, dann weiter zur Villa rustica, von dort zur Leutstettener St. Alto-Kirche und zum Hügelgräberfeld mit dem Grab der Seherin. Wir sind dann auf dem Rad- und Fußweg östlich der Würm nach Gauting gefahren und dort hoch nach Buchendorf und zurück. Ich bin Anfang Oktober via Maxhof wieder auf die lange gerade Waldstrecke, aber am Schnittpunkt mit der Via Julia in Bild 2 nach Buchendorf abgebogen. Von dort zum „Mittelpunkt des römischen Gauting“, dem Brandopferplatz, dann östlich entlang der Würm bis zur oben erwähnten Brücke über die Würm, Bethenquelle, Petersbrunn, wieder an der Bethenquelle vorbei zurück zum Aufstieg auf den Karlsberg. Vom Karlsberg aus habe ich die im Blog-Eintrag beschriebene Möglichkeit genutzt, zur östlich von Leutstetten wegführenden Straße zu radeln. Von der Straße bin ich dann wieder in den Waldweg zum Maxhof eingebogen. In diesen Waldweg habe ich an der Straße keinen Hinweisschild gesehen. Sofern die Beschilderung so bleibt, kann man sich daran orientieren, daß es am links hineinführenden Waldweg zuvor einen Schild „Buchendorf“ gibt. Außerdem sollte man an dem Waldweg nach kurzer Strecke links eine Sitzbank und die Informationstafel in Bild 7 sehen. Die Standortmarkierung am linken Rand der Karte kann man in Bild 7 erkennen. Wenn man auf der Straße weiterfährt, kommt man an eine Parallelstraße zur Autobahn, auf der ich ein paarmal zurück in Richtung München gefahren bin. Der Nachteil gegenüber dem Waldweg zum Maxhof ist, daß die Straße bis zur Autobahn öfters auf und ab führt und zudem relativ schmal und unübersichtlich ist und Autos auf ihr fahren. An der Stelle wäre noch die Möglichkeit zu erwähnen, daß man bei Oberdill die Autobahn unterqueren kann und durch den eingezäunten Teil des Forstenrieder Parks hinüber nach Baierbrunn oder Pullach kommt. |
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| Gauting / Bratananium mit Brandopferplatz |
| Auf der letzten Station entlang der Würm wurde ja beim Grab der Seherin mit den „Grabhügeln der Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit“ und der dort durch und in das nahe Gauting weiterführenden Römerstraße schon so in etwa das Zeitspektrum des Blogs „graue Vorzeit bis Spätantike“ abgedeckt. Die zuletzt geprägten römischen Münzen, die in Gauting (oder auf dem Brandopferplatz?) gefunden worden sind, sollen von 403-404 gewesen sein, habe ich mir in einem Vortrag von Reinhard Falter in der Volkshochschule notiert. Ein sehr gutes Hilfsmittel zum Erkunden dieser überaus reichen Vergangenheit ist wieder BayernViewer-denkmal (Hinweise zur Benutzung im Blog-Eintrag BayernViewer-denkmal und GPS). Gauting ist dort mit zahlreichen unterschiedlichen Rotflächen bedeckt. Der Schild mit dem Text „Hier war der Mittelpunkt des römischen Gauting Bratananio um 20-350 nChrGeb“ in Bild 4 ist an der Einmündung des Reismühler Wegs in die Reismühler Straße zu finden (Bild 3), im BayernViewer-denkmal befindet sich die Stelle in der oberen Ecke von Denkmal D-1-7934-0002 ( „Siedlung der Bronzezeit, der späten Latènezeit und vermutlich der Hallstattzeit sowie Vicus der römischen Kaiserzeit.“). Die vom Hügelgräberfeld kommende römische Straße hat hier die Denkmalnummer D-1-7934-0193, ihr Verlauf deckt in dem Bereich mit der heutigen Reismühler Straße. Weiter nördlich trifft diese Straße auf die von West nach Ost führenden „Straße der römischen Kaiserzeit, Teilstück der Trasse Augsburg-Salzburg“ D-1-7934-0006. Zu diesem Treffpunkt der Römerstraßen geht es in Bild 1 geradeaus weiter über die Würm-Brücke. Das Bild ist von der Einmündung der Buchendorfer Straße in die Münchner Straße aufgenommen. Diese Strecke über die Würm mag ich mit dem Fahrrad überhaupt nicht und biege deshalb vorne links, wo gerade das Auto herauskommt, in die Leutstettener Straße ein. Diese Leutstettener Straße geht in den Rad- und Fußweg über, der östlich entlang der Würm bis zum Forsthaus Mühltal und dann auf der anderen Seite der Straße Gauting-Starnberg bis zu der Stelle im ersten Bild im Blog-Eintrag über den Karlsberg führt. Zum „Mittelpunkt des römischen Gautings“ und zum Brandopferplatz muß man aber einen Abstecher auf die Westseite der Würm machen. Hinüber kommt man über eine Holzbrücke für Fußgänger, der hinführende Weg liegt passenderweise an der Straße „Am Steg“. Man kann in die Straße beim Schild in Bild 2 einbiegen, man kann aber auch noch ein Stück weiter auf der Leutstettener Straße bleiben und in den dort schon beginnenden Weg einbiegen. In diesem Bereich rechts der Leutstettener Straße gab es übrigens eine „Villa rustica der römischen Kaiserzeit“, Denkmalnummer D-1-7934-0205. In der Karte von Google Maps ist der Weg nicht eingezeichnet, im Satellitenbild kann man ihn gut erkennen. Nach der Brücke / dem Steg kommt man an der Einmündung des Reismühler Wegs in Bild 3 heraus. Einlesen in die Geschichte von Gautings kann man sich in der Wikipedia und bei der Gemeinde Gauting. Bei der Gemeinde Gauting sind mehrere Seiten über die örtliche Geschichte zu finden. Obwohl sie mehr Stoff bietet nenne ich die Website an zweiter Stelle, weil darunter auch eine Seite über die östlich von Gauting liegende Keltenschanze Buchendorf mit einem passend zur Informationstafel vor Ort veralteten Text ist. Dem Text kann man es nicht vorwerfen, der ist laut Quellenangabe von 1985. Ich hatte diese unterschiedliche Deutung der Keltenschanzen bzw. keltischen Viereckschanzen im Blog-Eintrag „Die Viereckschanze 2 von Holzhausen“. Aber mittlerweile haben wir 2011, und selbst wenn man gern selbst an die kultische Verwendung der Schanzen glaubt und gerne ein „Heiligtum“ bei Buchendorf haben will, könnte man ja den aktuellen Deutungsansatz in Richtung begüterter Bauernhof zumindest erwähnen. Persönlich neige ich ja zu der Ansicht, daß zwischen politischer und religiöser Macht immer eine Anziehungskraft bestand und auf unterer Ebene die in der Keltenschanze residierende Familie die religiösen Oberhäupter für ihre lokalen Untertanen stellte. Also ich könnte mich auf Keltenschanzen als Bauernhöfe mit Herrgottswinkel für die kultischen Aufgaben einigen. Interessant ist, daß man auf der Website der Gemeinde Gauting bei der Keltenschanze auf einer kultischen Verwendung besteht, der Brandopferplatz südlich der Reismühle aber nur eine kurze Erwähnung findet. Der wäre nach den Mitteilungen der Freunde der bayerischen Vor- und Frühgeschichte Nr. 32 vom Oktober 1984 sogar ein in Bayern relativ seltener Fund. Der Text ist mittlerweile auch schon in die Jahre gekommen, aber da finde ich leider keinen aktuellen Stand im Web. Das ist sehr bedauerlich, man vergleiche die Website Goldbichl.at für den Brandopferplatz am Goldbichl, auf die Marcellina hingewiesen hat. Richtig traurig fand ich, daß auch vor Ort nichts an den Brandopferplatz erinnert.Zum Brandopferplatz (Denkmalnummer D-1-7934-0008, Beschreibung „Siedlung der Latènezeit, Brandopferplätze der Latènezeit und der römischen Kaiserzeit.“) geht es in Bild 3 entweder links den Reismühler Weg oder rechts die Reismühler Straße weiter. Ziel ist die Reismühle. Im Falle des Reismühler Wegs erreicht man die, in dem man am Straßenende bei der Berengariastraße den Fußweg in Richtung Reismühle nimmt. Von dort geht es den von den Gebäuden bei der Reismühle nach Süden wegführenden Feldweg weiter. Dann ein Stück durch den Wald und man ist da. Mit dem Auto hätte man es in dem Fall einfacher - das Gelände liegt direkt an der Straße nach Starnberg. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen war alles für Pferde unterteilt, es waren aber keine Pferde da. Auf einem schmaleren Stichweg kommt man weiter zu einer Würmbrücke, über das Gelände auf der anderen Seite der Würm darf man aber nicht zum Rad- und Fußweg. Dazu muß man dann wieder zurück zur Reismühle und dort über die Brücke.Zur Reismühle gibt es wie zur Karlsburg eine Legende, nach der Karl der Große hier geboren ist. Dazu noch einmal die Website von Gauting: Bertha, die Mutter Karls des Großen, wäre hier im Wald herumgeirrt und hätte dann in der Mühle Zuflucht gefunden. Vermutlich ist diese Legende wie im Fall der Karlsburg auf den karolingischen Grundbesitz zurückzuführen. Der Name „Reismühle“ soll nicht von einer Mühle für Reis, sondern von „Reichsmühle“ abgeleitet sein. Im verlinkten Text zum Brandopferplatz steht ja nichts, wem hier geopfert wurde. Wer gewagte Konstruktionen mag, hier eine Notiz aus dem eingangs genannten Vortrag von Reinhard Falter, ich hoffe die wurde beim Notieren nicht noch gewagter: angenommen, es wurde einer Muttergottheit am Brandopferplatz gehuldigt, die Rhea als Mutter des Jupiter entspräche der Frau Holle, die entspräche der Berchta/Perchta/Bertha, und Bertha hat die Mutter von Karl dem Großen geheißen.Abschließend noch ein Link zum Beitrag „BR.de-Relaunch: schön, aber mit Schönheitsfehlern“ von Bernd Oswald bei onlinejournalismus.de. Ich hatte am Donnerstag gemerkt, daß der im Blog-Eintrag über die Bethenquelle verlinkte "Weitwinkel"-Beitrag auf der BR-Website nicht mehr zugreifbar ist (über den Google-Cache käme man noch an den Text). Da kam gerade ein Hinweis auf diesen Beitrag in onlinejournalismus.de vorbeigetwittert, den habe ich dann kommentiert. Ich hoffe, ich war nicht zu emotional. Normalerweise sind die Sachen dort ziemlich gut, insbesonders auch das, was über Bernd Oswald herein kommt. Und wenn ich sonst vorbeischaue freue ich mich als stiller Zaungast die Worte der Meister lesen zu dürfen. Aber in dem Fall... |
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| Grab der Seherin |
| Zum Grabhügelfeld mit dem „Grab der Seherin“ geht es die im ersten Bild des letzten Blog-Eintrags gezeigte Abzweigung von der Straße Gauting - Starnberg hoch zum stillgelegten Bahnhof Mühltal. Die Asphaltstraße unterquert da oben die Bahnlinie, und direkt nach der Unterquerung biegt man rechts in einen Schotterweg zum Grabhügelfeld ein, während die Asphaltstraße eine Linksbiegung macht und sich dann in die Richtungen Gut Rieden und Hanfeld teilt.Der in den Wald ansteigende Schotterweg verläuft zunächst parallel zur Bahnstrecke und macht dann eine 90°-Linksbiegung. Zum „Grab der Seherin“ muß man kurz darauf in einen Weg nach rechts einbiegen, die 90° sind wieder korrigiert und man ist so in etwa wieder parallel mit der Bahnstrecke, die jetzt ein wenig weiter rechts entfernt verläuft. Auf diesem Weg kommt man an einem umzäunten Gelände vorbei, via Google Maps ist es als Freifläche im Wald erkennbar. Dann sieht man links und rechts neben dem Weg Grabhügel, den großen Grabhügel in Bild 1 - 3 gleich links nach dem Zaun. Wenn man den Weg weitergeht - es geht jetzt schon wieder abwärts - gelangt man zu einer Weggabelung. Vor dieser Gabelung muß man zum „Grab der Seherin“ rechts in den Wald hinein. Vom Weg ist schon der ausgetretene Fußpfad und die Dekoration zu sehen, das Grab ist also kaum zu verfehlen. Zudem könnte man sich noch an der sehr nah vorbeiführenden Bahnlinie orientieren - in Bild 8 sind links oben waagrechte Drähte zu erkennen, das sind die Stromleitungen. Wenn es im Bild rechts oben nicht so hell wäre, könnte man da die Drähte vermutlich auch sehen. Man sollte sich das alles noch im BayernViewer-Denkmal ansehen (Verwendungshinweise gibt es im Blog-Eintrag BayernViewer-denkmal und GPS). Der Hügelgräberfriedhof ist dort zwar nur eine rot eingefärbte Fläche mit der Angabe „Grabhügel der Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit“, Denkmalnummer D-1-7934-0273, aber man sieht in etwa die Ausdehnung. Vor allem ist bemerkenswert, daß man schon nach der Unterquerung der Bahnlinie auf eine ehemalige Römerstraße stößt, und daß man dieser Strecke auf dem Parallelweg zur Bahnlinie folgt. Wobei die weiteren Markierungen der Straße dann eher verwirrend wirken. Wie dem auch ist, irgendwo da verlief die Römerstraße. Der Text im BayernViewer-Denkmal ist „Straße der römischen Kaiserzeit, Teilstück der Trasse Gauting-Kempten“, die Nummern sind D-1-7934-0146 und D-1-7934-0147.Die Mulden oben in den Hügeln gehen vermutlich auf Dr. Julius Naue zurück, der hier im 19. Jahrhundert als Ausgräber tätig war. Es gibt Beschreibungen seiner Ausgrabungen, die sind zum Teil in seinem Buch Die Hügelgräber zwischen Ammer- und Staffelsee. Geöffnet, untersucht und beschrieben von Dr. Julius Naue. zu finden, das man bei archive.org als pdf-Datei herunterladen kann. Dort sind aber nach Titel, Karte und Durchblättern nur Ausgrabungen andernorts beschrieben. Vielleicht ist die Beschreibung der Ausgrabung dieses Hügelgräberfeld in seinem Buch „Die Bronzezeit in Oberbayern“ enthalten. Hinsichtlich der „Seherin“ scheint der Grabungsbericht von Dr. Julius Naue die einzige noch vorhandene archäologische Basis zu sein. Von Julius Naue muß es zwei Zeichnungen geben, die ich glaube einmal als durchgereichte Kopien gesehen zu haben. Die eine Zeichnung zeigte glaube ich Skelett, erhaltene Metallteile der Kleidung und erhaltene Beigaben in der Fundsituation. Zudem gab es wohl eine Rekonstruktionszeichnung, die man sich Dank Itzá hier im Flower of Life Forum ansehen kann. Nach meiner sicher nicht fotografischen Erinnerung gab es eine rockartig aufgespreizte, getrennte Anordnung von Metallstreifen in der Fundzeichnung, die in der Rekonstruktionszeichnung unten dicht aneinander an dem Kleidungsstück befestigt sind. Die damaligen Funde sollen heute nicht mehr verfügbar sein. Nach einer gehörten Version sind die Funde in Berlin, nach einer anderen sind sie in der Archäologischen Staatssammlung ausgebombt worden. Eine Dame im Hörteil des im Blog-Eintrag über die Mühltal- oder Bethenquelle verlinkten BR-Online-Beitrages brachte das zusammen: nach Berlin zur Untersuchung gebracht und dort im Bombenhagel verschwunden. Itzá zitiert aus einer nicht mehr zugreifbaren pdf-Datei einen „vierspeichiger Bronzeradschmuck oder Bronzering mit Mittelkreuz“ unter der „rechten Handfläche der Seherin“, der nicht nur bei ihr Anlaß zu weiter reichenden Interpretationen gibt. Dr. Julius Naue stellt in dem herunterladbaren Buch „Die Hügelgräber zwischen Ammer- und Staffelsee“ auf Seite 189ff. dagegen „bronzene Kopfringe“ in den Vordergrund: „In besonderen Ehren scheinen die Frauen gestanden zu sein; da über ihren Grabstätten häufig hohe Grabhügel errichtet wurden; auch bevorzugte Stellen und Würden müssen ihnen geworden sein, da wir jene bronzenen Kopfringe, die sicher als Würdenabzeichen aufzufassen sind, nur bei weiblichen Skeletten, oder mit anderen weiblichen Schmuckstücken in Brandgräbern gefunden haben.“ Und jemand, der mir erzählt hat, daß die Bethenquelle genau in der Mitte zwischen dem Grab der Seherin, dem Karlsberg und St. Alto in Leutstetten liegt, hat mir erzählt, daß die nördliche Lage des Hügelgrabes im Gräberfeld allein schon die besondere Stellung des Grabes ausweisen würde, weil der Norden früher immer eine besondere Bedeutung gehabt hat. Nach meinem Stand ist es ein bronzezeitliches Grab, da paßt ja dann auch der oben genannte Schmuck dazu. Sicher bin ich mir nicht - mein vorliegender Text hat eine umfangreiche Literaturliste ohne Julius Naue, der Autor hat also vermutlich nur bei jemand abgeschrieben, der vielleicht das Orginal gelesen hat. Das wäre also eine Supergelegenheit für BayernViewer-denkmal um statt „Grabhügel der Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit“ Stärke zu zeigen und das große Interesse zu nutzen, um den Leuten etwas über den Unterschied zwischen Bronze-, Hallstatt- und Latènezeit und deren Grabsitten beizubringen. Das Interesse konzentriert sich im Hügelgräberfeld vor allem auf das Grab der Seherin, wenngleich ich es dort eher nicht so schön finde. Die Erde des Hügels ist um die Mulde herum schon ziemlich gleichmäßig festgetreten. Die Mulde wirkt etwas muffelig feucht, nicht so beeindruckend wie die Mulde des Grabes oben in den ersten drei Bildern und nicht so kuschelig wie die Mulde des letzten Grabes in diesem Blog-Eintrag. Zudem bricht in ein eventuelles Versinken in andere Welten gleich wieder eine vorbeifahrende Bahn hinein. Ich hätte trotzdem gedacht, daß sich das Interesse hauptsächlich auf dieses Grab bezieht und die anderen Gräber ziemlich nichts abbekommen, aber Nusas Beobachtung, die er im Blog von Massive Squad beschrieben hat, ist eine andere. Anzumerken wäre noch, daß wir neben Hügelgrabintressenten auf der Strecke entlang des „Grabes der Seherin“ auch „normale“ Radfahrer und Spaziergänger gesehen haben. Also zum einen ist vermutlich eine passable Verbindung westlich der Bahnlinie in nördliche Richtung gegeben - ich bin ja immer von Osten aus dem Mühltal hochgekommen. Zum anderen ist der „Unheimlichkeitsfaktor“ hier vielleicht nicht so hoch wie bei dem unübersichtlicheren Karlsberg. Die Bahnlinie soll extra wegen den Hügelgräben eine Kurve machen, hatte ich auch schon gehört. Anderseits orientiert sich die Bahnlinie m.A. nach so viel besser an den Höhenlinien, als wenn sie durch das aktuell im BayernViewer-denkmal ausgezeichnete Hügelgräberfeld führen würde. So oder so können Hügelgräber über die Zeit hinweg verloren gegangen sein, die Einfärbung im BayernViewer geht ja nördlich auch ein Stück über das „Grab der Seherin“ hinaus. Anregender als Lageüberlegungen zu einem bestimmten Grab ist vielleicht die Frage nach der zugehörigen Siedlung. Julius Naue vermutete auf S. 188 die Niederlassungen der vorgeschichtlichen Bewohner in unmittelbaren Nähe der Grabhügel. |
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| Karlsberg mit Karlsburgresten |
| Im ersten Bild geht es vorne links neben dem gelben Schild auf den Karlsberg. Zum Karlsberg und zur Karlsburg gibt es einen längeren Artikel in der Wikipedia. Die kürzeren Texte, die ich zur Karlsburg habe, weichen untereinander und gegenüber der Wikipedia in Einzelheiten etwas voneinander ab. Gemeinsam scheint aber zu sein, daß Karl der Große hier sehr wahrscheinlich nicht geboren wurde, daß sicher eine größere mittelalterliche Burg existiert hat, und daß Steine der Burg später für das Schloss Leutstetten verwendet wurden. Vorgeschichtliche Hinterlassenschaften wurden gefunden. Aber etwas Größeres, also etwa ein herrschaftlicher Sitz zeitgleich mit den nahen vorzeitlichen Hügelgräbern auf der anderen Seite der Würm, ist reine Spekulation. Wenn man hochkommt sieht man auch, daß die Fläche für die mittelalterlichen Befestigungen vermutlich komplett überarbeitet wurde. Es geht an der genannten Stelle in Bild 1 erst ein kurzes Stück relativ steil den Hang hoch. Wenn das Rad schiebend wieder einigermaßen in die Horizontale bekommt, ist man nahe an der Kameraposition in Bild 2. Hier habe ich die paar Mal, die ich hier war, immer mein Fahrrad stehen lassen. Links ist der Pfad, auf dem ich hochgekommen bin, und rechts geht es auf dem Pfad ohne besondere Anstrengung auf den Karlsberg weiter. Man befindet sich zunächst an der Seite der Vorwälle auf Höhe der Grabensohlen, Bild 3 zeigt einen Blick vom Pfad in den rechts davon liegenden letzten Graben vor der ehemaligen Burganlage.Der Pfad führt an der Südseite des Karlsbergs und der ehemaligen Karlsburg entlang weiter nach oben, so daß man fast auf der den Wällen gegenüberliegenden Seite die Hochfläche erreicht. Bild 4 zeigt diesen flachen Bereich. Vermutlich wird man diesen Geländesporn oben komplett für die Burg aufbereitet haben, und auf der gefährdeten Seite des Sporns in Richtung Osten ist alles Wall oder Graben. Also wo sollte man vorgeschichtliche Spuren nachweisen? Vielleicht die Wälle untersuchen, um oben Abgeräumtes zu finden? Als ich die Fotos Anfang Oktober gemacht habe, war es auf der Fläche oben kaum windig. Eine ruhige Stimmung, warm, sonnig, und ab und zu kam ein trockenes Buchenblatt heruntergeflittert. Lauter war es an der Kante in Bild 5. Unten liegt das Forsthaus Mühltal und die Autostraße, die Kamera hat den Helligkeitsunterschied zum mit dem Auge erkennbaren Haus aber nicht gepackt. Ich war etwa eine halbe Stunde oben und habe in der Zeit nicht versucht, irgendwelche Stellen der mittelalterlichen Burganlage zuzuordnen. Also ob das Loch in Bild 6 einen bestimmten Ort anzeigt, dem man archäologisch beikommen wollte, oder ob jemand wegen seiner Sehnsucht nach den drei Burgfräulein auf's Geratewohl gegraben hat. Auffällig ist auch die vertiefte Fläche auf der östlichen Seite in Bild 7 ist, oberhalb des ersten Grabens. Hatte die etwas mit der Burg zu tun oder nur mit dem späteren Abgraben von Material? Die entsprechenden Fans können da oben Stunden zubringen, um einen Überblick über die Wallanlagen und noch sichtbare Reste der Burg zu bekommen. Da wäre vielleicht eine Anfahrt mit dem Auto empfehlenswert, für das mir gleich vier Parkmöglichkeiten einfallen. Man könnte am Aufnahmeort des ersten Bildes an der Straße parken, so wie es die Autofahrer unter den Wasserholern an der Mühltal- oder Bethenquelle tun. Die Straße ist nämlich die im letzten Blog-Eintrag erwähnte Abzweigung in Richtung „GOLF Gut Rieden“, vorne links geht es nach Gauting, vorne rechts führt die Straße nach Leutstetten und Starnberg weiter. Der Fuß- und Radweg in Richtung Gauting führt zunächst links an der Straße entlang, dann geht es rüber zum Forsthaus Mühltal auf der rechten Seite der Straße, dort in den Wald und wie in einem Knick ein gutes Stück den Karlsberg hoch und dann wieder herunter nach Gauting. Wenn man stattdessen weiter hoch geht, müßte man von dort auch schnell auf den Karlsberg kommen. Man könnte die Tour also auch mit einem Besuch des Forsthauses Mühltal verbinden. Ich habe diese Strecke nach oben aber nie ausprobiert. Der erstgenannte Weg vorne im Bild 1 den Hang hoch wird dagegen offensichtlich viel begangen. Er ist aber in Gegenrichtung mit dem Fahrrad selbst zu Fuß ziemlich ungünstig, weil es unten kaum Auslauf gibt und die Autofahrer keinen aus dem Wald schlitternden Radler erwarten. Wenn man wie beschrieben den Hang in Bild 1 hoch und nach der Karlsberg-Besichtigung genau diesen Pfad weiter geht, kommt man zunächst an den restlichen Vorwällen vorbei, danach wieder aus dem Wald und stößt auf eine Feldweg-Gabelung. Rechts geht es eine Kuppe hoch. Von der aus kann man ein Alpenpanorama sehen, wenn man Glück, und eine Ecke Starnberger See, wenn man ein Fernglas oder ein Zoom-Objektiv dabei hat (Bild 8). Nach der Kuppe geht es wieder nach unten, der Weg führt direkt hinter die Schlossgaststätte Leutstetten (Parkmöglichkeit 3). Nimmt man an der Gabelung den Weg nach links und nicht den Weg hoch zur Kuppe, kommt man auf dem Feldweg bis zu der Autostraße, die aus Leutstetten in Richtung Osten hochführt. Und zwar, wichtig für Radfahrer, die mit ihren Kräften haushalten müssen, bis kurz vor das Ende des Anstiegs. Dort befinden sich auch Parkmöglichkeiten, man könnte von da entweder den Feldweg oder den Wald entlang zum Karlsberg laufen. Zur Orientierung im Blog noch einmal das Bild 1: rechts vom Aufnahmeort geht es wie gesagt zur Mühltal- oder Bethenquelle. Dieser Weg ist wäre auch der Rad- und Fußweg, auf dem es nach Petersbrunn, zu St. Alto Leutstetten und zur Villa rustica Leutstetten weiter geht, außer man nimmt nach Leutstetten den Weg über den Karlsberg. Nach hinten führt die Straße hoch zum stillgelegten S-Bahnhof Mühltal, dort soll der Hügelgräberfriedhof mit dem „Grab der Seherin“ die nächste Station im Blog werden, danach geht es vorne im Bild links nach Gauting weiter. Zum letzten Blog-Eintrag bitte ich den Kommentar von Marcellina zu beachten, es geht um „einem der interessantesten Grabungsplätze Tirols“, den Goldbichl, bei dem in der Nähe eines Brandopferplatzes ein vermutliches Frauengrab gefunden wurde. „Vermutlich“ wohl wegen den wenigen gefundenen Knochenreste, und „Frauengrab“ wegen einem absichtlich zerbrochenen Webgewicht aus Stein. Die Website informiert über die archäologische Erforschung und gibt touristische Hinweise. Marcellina hat auch Petersbrunn, St. Alto und die Villa rustica Leutstetten besucht und einiges in ihrem Blog-Eintrag Pagans In Bavaria: Leutstetten drin, was ich ausgelassen habe, sowohl im Text als auch bei den Bildern, insbesonders hat sie ein schönes großes Bild von Ainpet, Gberpet und Firpet. Passend zum Bethen-Thema gibt es auch einen aktuellen Beitrag in Archäologie Online über ein Heiligtum für die „sogenannten Matronae Vacallinehae“ auf einer Anhöhe im Nöthener Wald. Ob das jetzt den Karlsberg als Ort einer vorzeitlichen Drei-Göttinnen-Verehrung besser in's Spiel bringt? Anderseits, einen Brunnen gab es in der Anlage im Nöthener Wald auch... |
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| Die Mühltal- oder Bethenquelle |
| Nach dem Abstecher zum Münchner Marathon geht es in diesem Blog-Eintrag wieder an die Würm. Die letzte Station war dort Petersbrunn. Wenn man die Blog-Reihenfolge einhält, dann muß man zur Quelle auf den Bildern von der Petersbrunner Kapelle wieder zurück zu der Brücke, über die man zuvor von St. Alto Leutstetten gekommen ist, und kurz vor der Brücke links in den Waldweg einbiegen. Die Quelle wird teilweise als Mühltalquelle bezeichnet, ich habe sie als Bethenquelle kennengelernt. Mühltal kommt von den Mühlen, die es hier gegeben hat. Das Wasser fließt nach wenigen Metern in die Würm. „Bethenquelle“ kommt von den drei Beten bzw. Bethen in der Kirche St. Alto Leutstetten. Man findet den Namen auch in der Variante „Drei-Bethen-Quelle“ im Netz. Mühltalquelle ist nicht besonders eindeutig - ich habe auf dem kurzen Waldweg von Petersbrunn zu dieser Quelle zwei weitere Quellen mit geringerer Schüttung gesehen, und ich vermute das Haus auf der anderen Seite der Quelle dürfte auch ein ewiges Wasserproblem haben. Dieses und ein weiteres Haus am Weg, bis man wieder auf die asphaltierte Straße trifft, haben eine eigene Aktennummer im BayernViewer-denkmal (D-1-88-139-92 das Haus vorne an der Asphaltstraße, D-1-88-139-91 das nähere Haus, beide mit Fotos). Man kann also wie beschrieben mit „Suche Denkmal“ auskundschaften, wo der Weg liegt, wenn man aus Richtung Gauting kommt. Oder man verzichtet auf den BayernViewer und achtet von dort aus einfach auf eine Abzweigung nach rechts mit einem Schild „GOLF Gut Rieden“. Dort über die Würmbrücke und dann gleich links hinunter auf den geschotterten Weg. Ein Beitrag von BR-Online über die Quelle (BR-Online nennt sie die „Die Wasserquelle im Mühltal bei Starnberg“) erklärt das Wasserphänomen: „Regenwasser, das sich auf der ersten Schicht feinen Sandes im Boden gesammelt hat: Dem Flinz. Die tiefe Schlucht der Würm hat sich durch den Moränenhügel gegraben, und wo sie den Flinz berührt, quillt das Wasser heraus.“ Auf der BR-Webseite ist aktuell noch ein langer Audio-Beitrag über die Quelle verlinkt, dazu auf der Website „Weitwinkel nachhören“ anklicken. Ich hoffe, das wird nicht so schnell nach irgend einer Löschlogik gelöscht, dann kann man die Quelle noch eine Weile rauschen und ein paar Begeisterte von ihren Vorzügen reden hören. Schmecken tut das Wasser in der Darreichungsform kalt aus dem Berg ganz lecker. Ich habe hier Anfang Oktober meine Wasserflasche wieder aufgefüllt. Die Bilder von der Quelle sind von unserer Tour Ende August.Bethenquelle passt historisch nicht so recht, als Quellheiligtum hätte Petersbrunn die älteren Rechte. Nur kommt man dort nicht mehr an das Wasser heran. Aber es wäre vielleicht auch vorstellbar, daß der ursprüngliche Kult auf dem Karlsberg stattgefunden hat, wenn es die vorzeitlichen Vorgängerinnen der drei Beten wirklich gab und die bis in die Form der drei unbekannten Heiligen durchgereicht wurden. Außerdem erwähnt Martin Bernstein in seinem zitierten Buch vermutete „vorchristliche Kultplätze“ im „nahegelegenen Wildmoos“, also auch so ein Umfeld der ursprünglichen Verehrung wäre statt einer aus dem Berg kommenden Quelle denkbar. Zu ergänzen wäre, daß auch eine Verbindung von den unbekannten Heiligen in St. Alto zu einem Frauengrab („Grab der Seherin“) im nahen Hügelgräberfeld beim stillgelegten S-Bahnhof Mühltal gezogen wird. Demnach wäre die dort gefunden Tote eine der drei Beten gewesen. Wobei ich keinen Schimmer habe, in welchem Umfang diese einzelnen Vorstellungen von den Quell- und Hügelgrabbesuchern geteilt werden. Persönlich würde ich eine Version mit den Beten als gebannte Burgfräulein unter der ehemaligen Karlsburg bevorzugen, die dort auf den tapferen Jüngling warten, der sie erlöst. Gerne mit Gedankenleser-Fähigkeiten, damit es ihnen nicht langweilig wird. Und einer Gedankenleser-Suchmaschine, mit der sie herauskriegen können, wer gerade an sie denkt. Und die so mitlesen können, was ich von ihnen geschrieben habe. |
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| Marathon in München |
| Gestern war in München Marathon und wir waren als Zuschauer auf dem Königsplatz dabei. Für die Gesamtstreckenläufer ging es etwa bei Kilometer 34,5 auf den Königsplatz, es kamen aber auch die Läufer vom Staffelmarathon durch. Die Hauptattraktion auf dem Königsplatz war neben den Läufern eine Gruppe Samba-Trommler (das müßte die Bateria Z gewesen sein). Als wir gingen, hatten sie sich beim Zuschauerinteresse klar gegen die restlichen Läufer durchgesetzt. Seitens Glyptothek und Antikensammlungen war keine besondere Aktion zu sehen, also daß etwa die Fahnen mit den Ausstellungshinweisen kurzfristig durch „Erster Marathonlauf vor 2500 Jahren“ oder so ersetzt worden wären. Nach gegenseitigem Desinteresse in München sah es schon zu Zeiten dieser Linksichtung im August aus. Anderseits hat mit Etsdorf vor einer Woche ein Marathon explizit in Erinnerung des antiken Laufs funktioniert, wenn auch zahlenmäßig verglichen mit München auf sehr kleinem Niveau. Und der ehemalige Chef von Glyptothek und Antikensammlungen, Prof. Dr. Raimund Wünsche, hat im Gespräch mit der FAZ die Sportlichkeit der Griechen erwähnt: „Platon war ein erfolgreicher Ringer! Es gab Politiker, die zuvor Boxgiganten waren. Sport, Geist, Politik gleichwertig nebeneinander ist für uns schwer vorstellbar.“ Ist es vielleicht doch, vielen der Laufteilnehmer gestern würde so ein altgriechisches Lebensgefühl vermutlich nahe liegen.Die Resonanz auf das 2500jährige Schlachtjubiläum war allerdings generell nicht so groß - „dem Ereignis, das in der heutigen Tagespresse relativ unbekannt ist“ schreibt Dr. Jörn Kobes am Jahrestag der Schlacht. Wer mehr Auseinandersetzung mit dem Thema haben will, für den gibt es von ihm im Blog-Eintrag „Marathon – eine Podcast-Serie“ den Link www.marathon2500.org zu einer Vortragsreihe „bekannter Altertumswissenschaftler um Paul Cartledge “, deren Beiträge „(fast) alle“ „als Podcast erreichbar“ sind. Die Fotos vom Königsplatz will ich nutzen einen Hinweis von Dr. Ernst Theodor Mayer weiterzugeben. Er hatte mir anläßlich der Bilder von Glyptothek und Antikensammlungen im Blog-Eintrag „Neues von den Ägineten in der Münchner Glyptothek“ empfohlen, unter das eine "ionisch" (e Säulen) und unter das andere "korinthisch" (e Säulen) zu schreiben, sowie unter eine Propyläen-Abbildung "dorisch" (e Säulen) „- Denn viele sehen das nicht“. Raimund Wünsche hat in München TV ebenfalls auf die unterschiedlichen Säulen hingewiesen („nirgends kann man's so leicht lernen wie am Königsplatz“).Bei einem anderen Punkt, der oft nicht auffällt, den fehlenden Figuren im Giebelfeld der Glyptothek, gab es bislang keine Antworten auf die damals gestellte Frage, ob jemand Kenntnisse über deren Verbleib hat. Abschließend wäre noch auf die Lange Nacht der Münchner Museen am nächsten Samstag hinzuweisen, das Programm gibt es bei www.muenchner.de. Die Glyptothek lockt zur „Kampf um Troja“-Ausstellung mit „Konservatoren und Restauratoren“, die „technische und inhaltliche Fragen der Ergänzungstechnik“ erläutern und „neue Forschungsergebnisse zur Farbigkeit der Skulpturen“ vorstellen. |
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| Petersbrunn |
| Hier Bilder von dem, was von dem im letzten Blog-Eintrag über St. Alto Leutstetten erwähnten „Bad Petersbrunn“ geblieben ist. Die Informationstafel verwendet die Bezeichnung „Wildbad Petersbrunn“, was wohl auf das „Wildpad Petersbrunn“ in einem alten Schriftstück zurückgeht. Die Bilder sind von einer aktuellen Radtour Anfang Oktober. Bei den vorherigen beiden Einträgen habe ich Bilder von Ende August verwendet. Damals ging es ab der Villa Rustica Leutstetten abgesehen von einem Abstecher die Würm entlang abwärts bis Gauting. Aktuell ging es ab Gauting weitgehend würmaufwärts. Ich werde darauf noch eingehen. Zu der Petersbrunner Kapelle St. Peter kommt man von St. Alto ganz schnell, in dem man nach Leutstetten nach links über die Würmbrücke in Richtung Starnberg fährt. Das Mahnmal in Bild 3, das an die Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau erinnert, die im April 1945 hier vorbeigetrieben wurden, ist ein paar Schritte entfernt. Das Mahnmal hätte man ruhig auch gut sichtbar neben die Kapelle setzen können.Die Kapelle wurde nach der Infotafel 1513 erbaut, hat also noch die besten Zeiten der Bad-Vergangenheit miterlebt. Bei der Kapelle ist eine Kanalisationsabdeckung, unter der ein starkes Rauschen zu hören ist. Vielleicht bedeuten die silbernen Teile rechts im vierten Bild, daß auch ein Teil des Wassers als Trinkwasser genutzt wird. Vor Ort gibt es aber keine Gelegenheit, Wasser zu zapfen. Vermutlich gleichartiges Wasser tritt aber bei der nahen Mühltal- oder Bethenquelle und am Weg zu ihr mehrfach an die Oberfläche.Das „Wildbad Petersbrunn“ ist, wie man an der Informationstafel sieht, in den Rundweg „Rund ums Leutstettener Moos“ eingebunden, den ich schon im Blog-Eintrag über die Villa rustica erwähnt habe. Auf dem Rundweg geht es entlang der Straße in Richtung Starnberg weiter, optional mit einem Umweg über das oberhalb liegende Gut Rieden. Martin Bernstein beschreibt in seinem Buch „Römerstraßen und Kultplätze“ eine Rundwanderung unter Einbindung von Petersbrunn, Gut Rieden und dem stillgelegten S-Bahnhof Mühltal mit Abstechern von der Rundstrecke zu den Hügelgräbern beim S-Bahnhof Mühltal und zu St. Alto in Leutstetten. Wie in der Buchbesprechung geschildert, hat seine Tour aber den Nachteil, daß sie nicht wirklich an die neuen Gegebenheiten angepasst ist - also die Anbindung an eine bestehende S-Bahn-Haltestelle und die Kenntnisnahme der für Besucher aufbereiteten Villa rustica fehlt. |
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| St. Alto Leutstetten |
| In der kleinen Kirche St. Alto habe ich es bislang nur bis in den Vorraum geschafft, der durch ein Gitter vom Hauptraum abgeschlossen ist. Das ist wesentlich weniger schlimm, als überhaupt nicht hinein zu kommen. Der Altar ist von dieser Position zu sehen und Ainpet, Gberpet und Firpet auch, wenn man weiß wo sie sind. Also nahe an das Gitter geht und nach rechts blickt. Hier ein Bild des Altars auf der Homepage der Pfarrgemeinde St. Ulrich / Wangen bei Starnberg. Und in der Wikipedia gibt es zum Stichwort „Beten“ ein Bild von Ainpet, Gberpet und Firpet. Der im Blog-Eintrag über die Villa rustica Leutstetten erwähnte römische Grabstein wurde unter dem rechten Seitenaltar vermauert gefunden. Die Verbindung zur Villa wird nach der Gesellschaft für Archäologie und Geschichte - Oberes Würmtal über die in Sichtweite der Villa am Ortsrand von Leutstetten, beim „Einbettl“, gefundenen römerzeitlichen Brandgräber und den schwierigen Transport des schweren Grabsteins gezogen. „Es ist also wahrscheinlich, daß der Grabstein zu den Brandgräbern gehört, die Brandgräber aber zur Villa“.„Möglicherweise“ ein „Nebenwohnsitz“ in idyllischer Lage - vielleicht paßt die Größe des Anwesens nicht zum Rittmeister und Ratsherrn. Was mich wirklich irritiert, ist die in der Wikipedia erwähnte lange Frist zwischen der Entdeckung auf „intensiv landwirtschaftlich“ genutztem Gelände und der „Rettungsgrabung“ ab 2001. Wenn es im angrenzenden Wald, unter Leutstettener Wiesen, Weiden oder Parkflächen ergänzende Informationen gäbe, würde da dann nicht gegraben? Außerdem ist die „Sichtweite“ zur Villa in etwa die im letzten Blog-Eintrag erwähnte Viertelstunde Fußweg. Und die Steine der nahen Karlsburg sollen „u.a.“ für den Bau von Schloss Leutstetten verwendet worden sein, d.h. für diesen Bau hätte man auch noch ein paar römische Gebäude verschwinden lassen können. Die Verbindung von Grabstein und Villa wirkt aber deutlich solider als das, was im Netz zu Ainpet, Gberpet und Firpet zu finden ist. Man weiß offenbar, daß das Gemälde 1643 als Votivbild entstanden ist und über die im 19. Jahrhundert abgerissene Einbettl-Kapelle nach St. Alto gelangte. Martin Bernstein stellt in seinem Buch „Römerstraßen und Kultplätze“ eine dreifache Göttin für Wachstum, Tod und Wiedergeburt der frühen Ackerbau treibenden Völker in den Raum, verweist auf die Matronen der Kelten, auf die „Göttin Perchta“ und ein offenbar besonders langes Nachleben der dreifachen Göttin in Bayern. Anderseits zitiert er auch das Denkmalverzeichnis für den Landkreis Starnberg: „Ihr Kult ist sagenumwoben, sein Auftreten in Leutstetten weder zeitlich noch ursächlich erklärt.“ Martin Bernstein verknüpft Ainpet, Gberpet und Firpet bzw. ihre eventuellen heidnischen Vorlagen mit der Quelle im nahen Petersbrunn, die als heilkräftig galt und wo die Stifterin des Bildes gleichfalls als Stifterin auftrat (mehr zu dieser Quelle findet sich hier bei Indian Summer, dort ab „Das erste Heilbad Bayerns - Bad Petersbrunn“). Anderseits soll es auch eine Sage mit drei Frauen auf der nahen Karlsburg geben, die bislang unerlöst wegen einem Bannfluch dort drei Truhen zu bewachen haben. |
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| Villa rustica Leutstetten |
| Bei dem derzeit schönen Wetter bietet sich ein Ausflug in das Würmtal zur Villa rustica Leutstetten an. Unsere Fotos sind Ende August entstanden. Für die Anfahrt mit dem Auto liegt die Villa nicht so bequem, vermutlich braucht man eine Viertelstunde von einer Leutstettener Parkgelegenheit. Anderseits ist die Villa rustica nur ein paar Meter von dem Fuß- und Radweg zwischen Leutstetten und Percha entfernt, und diese Wanderstrecke ist gut an die S-Bahn angebunden. Bei der Stadt Starnberg kann man eine pdf-Datei mit Informationen über die Villa rustica herunterladen, darin gibt es einen Tourenvorschlag „Rund ums Leutstettener Moos“ unter Einbindung der S-Bahn-Haltestelle Starnberg Nord. Alternativ ginge bspw. auch eine Strecke unter Einbeziehung der S-Bahnhöfe Gauting und Starnberg, wie hier bei „Wandern mit GPS“ beschrieben. Ein wichtiger Punkt in der pdf-Datei der Stadt Starnberg sei hervorgehoben: vom Mai bis Oktober gibt es am 1. Sonntag im Monat um 15 Uhr Führungen. Wenn man keine eigene Führung vereinbaren will, wäre also morgen der letzte Termin in diesem Jahr. „Die Gesellschaft für Archäologie und Geschichte Oberes Würmtal e.V. unterstützt die Stadt Starnberg bei der Betreuung der Villa rustica in Leutstetten.“ - hier der Link zu diesem Verein. Als weiterführende Literatur wird im Schutzbau der Villa rustica auf „Ein Fenster in die Römerzeit - Die Villa rustica von Leutstetten. Starnberger Stadtgeschichte Bd. 2“ verwiesen.Einen umfangreichen Text zur Villa rustica gibt es auch in der Wikipedia. Dort kann man sich auch mittels eines Luftbilds über die Lage der Villa etwas orientieren. Dabei ist der im Text erwähnte Aspekt zu beachten, daß der Starnberger See in antiker Zeit bis an die Villa heranreichte. Mehr Luftbilder finden sich bei Klaus Leidorf.Eine Besonderheit der Villa rustica Leutstetten ist, daß man vielleicht sogar durch einen in der Leutstettener Kirche St. Alto vermauerten römischen Grabstein die Namen des hier zeitweilig lebenden Ehepaars und ein wenig den Lebenslauf des Gatten kennt. Nach der Wikipedia hätte es sich um einen römischen Veteranen gehandelt, einen ehemaligen Decurio einer Reitereinheit, der aus dem heutigen Braga in Nordportugal stammte. Der Verstorbene war zudem Stadtrat einer größeren römischen Siedlung, nach der Wikipedia soll aber die Nennung von Augsburg - so habe ich das auch zuerst gehört - auf einer fehlerhaften Lesung der Erstpublikation beruhen. |
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| Bilder vom Oktoberfest |
| Ein paar heute aufgenommene Bilder vom Oktoberfest. Den Bezug des Oktoberfestes zu meinen Blog-Grenzen graue Vorzeit bis Spätantike kriegen wir doch irgendwie über Ludwig I. und seine Begeisterung für die griechische Antike hin, siehe Agrigent, erster Teil. Und steht nicht immer noch Ludwigs Bavaria über allem, nach der Wikipedia seit der Antike die erste Kolossalstatue ganz aus gegossener Bronze? |
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| Limeskastell Pohl |
| Übernächstes Wochenende, am langen Wochenende Anfang Oktober 2011, wird ein neues Limeskastell eröffnet. Ja, wirklich, ein neues Limeskastell! Aber es ist nicht ganz so wild, wie man sich das vielleicht vorstellen mag. Das Limeskastell Pohl soll nur ein kleines Holz-Erde-Kastell repräsentieren. Viele Informationen zu dem Projekt gibt es auf der Website www.limeskastell-pohl.de. Die Ortsgemeinde Pohl ist als Eigentümer, Bauherr und Betreiber mit im Boot und hat die Eröffnung ganz vorne auf ihrer Website. Die Wikipedia hat schon Bilder vom neuen Limeskastell und erklärt den Unterschied zwischen dem Kleinkastell Pohl und dem Projekt „Limeskastell Pohl“. Und bei der Projektentwicklungsgesellschaft des Landes Rheinland-Pfalz gibt es einen kurzen Überblick über das Projekt und Projektbeteiligte. |
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| Eining - Abusina |
| Nach dem Besuch von Oberstimm, dem ehemaligen Osttor und der „Kulisse des Osttores“ des Oppidums Manchings und des Kelten- und Römermuseums Manching sind wir weiter nach Eining. Im Münchner Gebiet ist ja nicht gerade viel an steinernen römischen Hinterlassenschaften gefunden worden. Deshalb wäre das weniger als eineinhalb Autostunden entfernte Eining schon deshalb für einen Ausflug sehr zu empfehlen, wenn man dort „nur“ die Reste eines Limeskastells besichtigen könnte. Darüber bietet Eining aber einige Besonderheiten gegenüber „normalen“ Kastellen, die das Kastell Abusina/Eining auch überregional sehr interessant machen sollten.Das Panoramabild 2 ist vom nahe bei Eining liegenden Weinberg aufgenommen. Man kann sich damit etwas ein Bild von der Lage des Kastelles und der wohl wesentlichsten Besonderheit des Kastells machen. Links im Bild sind schwach die Häuser von Eining zu erkennen, hinter Eining befinden sich an der Straße nach Bad Gögging die Kastellreste. Das glänzende Flächenstück nahe der Bildmitte ist die Donau. Und rechts, wo sich in der Entfernung das Gelände wieder anhebt, müßte nach dem BayernViewer-denkmal die Waldlinie in etwa den Limesverlauf bis zur Donau markieren. Auf dem Weinberg sollen nach „Der römische Limes in Bayern“ drei Steinfundamente gefunden worden sein, die zu einem Wachturm, einer Manschaftsunterkunft und einem kleinen Mars- und Victoria-Tempel gehörten (im BayernViewer-denkmal Denkmalnummer D-2-7136-0114). Mit dem Turm konnte die Sichtverbindung zwischen dem Kastell Eining und den Türmen am Limesende hergestellt werden.Das Kastell lag somit zwar im Rückraum des Limes, aber auf der anderen Seite der Donau, verblieb also im römischen Gebiet. Deshalb kann man in Eining sehr gut die Wandlung nach dem Fall des Limes nachvollziehen. Das seinerzeitige Abusina bleibt weiterhin ein römischer Militärstandort und ist mit Grenzsicherungsaufgaben betraut, aber in einer rück- und umgebauten Form: im Kastell entsteht ein besser auf die Verteidigung ausgelegtes Binnenkastell, eine kleine Festung. Die Sicherheit der Festung und die Anbindung von Kastell und Festung an die Donau werden durch das zur Westseite steil abfallende Gelände zum Flüßchen Abens begünstigt. Der umgebende Ort verlagert sich in das Kastell, was man in Eining sehr schön an den Grundmauern des Rasthauses im und vor dem Kastell sehen kann. Nach Begräbnisfunden im ehemaligen Rasthaus außerhalb des Kastells folgte offenbar sogar der nördlich angrenzende Friedhof dieser Bewegung.Diese Kastelle waren, wie Bernd Steidl unter der Überschrift „Kastelle - Städte im Kleinen“ in „Welterbe Limes. Roms Grenze am Main.“ geschrieben hat, „trotz vorgelagerter Gräben und hochragender Wehrmauern keine auf Verteidigung ausgerichteten Befestigungswerke, sondern umwehrte Kasernen von stark urbanem Charakter“. Das in Kombination mit einer umgebenden Zivilsiedlung, die überhaupt nicht gegen Angriffe gesichert war. Verschiedentlich habe ich gehört, daß die Römer nicht erwarteten, daß die Kasernen/Kastelle angegriffen würden. Zum ersten Mal war das bei einem Dia-Vortrag mit Bildern einer Mauerrekonstruktion ohne vorragende Türme. In Eining kann man das auch beobachten, Bild 5 zeigt eine Kastellecke ohne vorragenden Eckturm, während die neuen Türme der Binnenfestung dann vorragten, um zur Seite hin auch eine Schutzfunktion zu bieten.In Eining kann man diese Entwicklung durch die konservierten Grundmauern von Kastell, Binnenkastell und ausgegrabenen Gebäuden nachvollziehen. Statt „konserviert“ habe ich bei den Limes-Cicerones öfters das Wort „aufgemauert“ gehört, siehe dazu Bild 6. Es gibt aus jüngerer Zeit die in Bild 7 zu sehende Aussichtsplattform, von der ich die Fotos für das Panoramabild 3 aufgenommen habe. Das Panorama gibt die Situation etwas stärker verzerrt als üblich wieder, weil die Badeanlage im Gelände bis links vom Aufnahmeort auf der Aussichtsplattform vorragt. Rechts im Bild ist das außerhalb des Kastells liegende Rasthaus aus der Zeit vor dem Limesfall zu sehen. Im Hintergrund dann die Mauern des Kastells, ganz hinten rechts etwas erhöht die Reste der Festung. Es gibt überall Infotafeln, teilweise reagieren die Infotore auf Annäherung mit illustrierenden Hörstücken. Außerdem wie in Bild 8 Modelle verschiedener Ausbaustufen. Aussichtsplattform und Gelände waren bei unserem Besuch frei zugänglich, außerdem gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz nördlich der Aussichtsplattform. Zu Eining gibt es noch allerlei in das man sich weiter vertiefen kann. Bau des Kastells in Holz-Erde-Bauweise im Jahr 80, um 120 eine Anlage aus Stein. Zerstörungen sowohl bei den Markomannenkriegen als auch bei den Alamannenstürmen. Ein zeitweiliges Truppenlager in der Nähe in Eining-Unterfeld (Denkmalnummer D-2-7136-0112 im Bayernviewer-denkmal), das während den Markomannenkriegen genutzt wurde. Gedrehte Ausrichtung des Kastellausbaus wegen dem Flüßchen im Westen. Umbauten der Binnenfestung. Funde aus Eining sollen nach „Der römische Limes in Bayern“ in der Archäologischen Staatssammlung München (ein Verwahrfund mit einer oft abgebildeten Gesichtsmaske eines Paradehelms) und im Museum Kehlheim zu sehen sein, der große Bestand im Museum Landshut sei derzeit (also 2008) leider nicht ausgestellt.Eining ist außer in dem von mir vorgestellten Buch von Erika Riedmeier-Fischer und Thomas Fischer auch in „Archäologie erleben. 50 Ausflüge in die Vergangenheit.“ als Ausflugsempfehlung zusammen mit dem Kelten- und Römermuseum Manching vertreten. Im Web würde ich als Einstieg vor weiteren Texten zu Eining den Antikefan wegen seiner Karten und Rekonstruktionszeichnungen empfehlen. Bei ihm gibt es auch ein Bild vom Paradehelm. Rolf Bierwirth berichtet von seinen letzten Metern hin zur Donau im Blog-Eintrag über die 57. Limes - Etappe, von Sandersdorf an die Donau. Und einen Überblick über die Medienberichte von den ersten Römertagen „Salve Abusina“, die am Wochenende nach unserem Eining-Besuch stattgefunden haben, gibt es hier. |
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