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| Testbericht: Warhammer 40.000: Space Marine |
| Der Shooter-Herbst hat begonnen und da wollen natürlich alle Firmen ein Stück vom Kuchen ergattern. Hier prescht auch der Publisher THQ an die Front. Mit Warhammer 40.000: Space Marine wird man abermals in das beliebte Universum gesteckt und darf sich dieses Mal mit ordentlich Blei verteidigen und dabei jede Menge Blut vergießen. Macht das Spaß oder wird nur eine sinnfreie Ballerorgie in die Regale der Händler geschickt? Das Universum von Warhammer ist inzwischen nicht nur eingefleischten Tabletop-Spielern ein Begriff. Inzwischen hat die Lizenz weite Kreise gezogen und vor allem auch auf dem PC im Bereich der Taktikspiele Halt gemacht. Einige Genres wurden bislang aber kaum bedient. Dazu zählt auch das Segment der Third-Person-Shooter, das nun einen eigenen Ableger spendiert bekommen hat. Warhammer 40.000: Space Marine heißt das gute Stück und wurde von Relic Entertainment entwickelt. Der erste Ausflug auf die Konsolenebene wurde seinerzeit mit The Outfit unter der Schirmherrschafft von THQ begangen. Große Erfolge oder Lobeshymnen konnten die Macher mit diesem Stück Software allerdings nicht einheimsen. Diesen Zustand will die Spieleschmiede mit der straken Warhammer-Lizenz im Rücken natürlich nun ändern. Die Geschichte ist in einer sehr futuristischen Zeit angesiedelt, in der Soldaten nicht immer einfache Kämpfer sind. Hier gibt es durchaus Unterschiede zu beachten, denn inzwischen werden auch hochtechnisierte Truppen in den Kampf geschickt, die sich Ultramarines nennen. Vom normalen Fußvolk werden sie aufgrund ihrer enormen Kräfte schon fast angehimmelt. Kein Wunder, denn die Mannen sehen in ihren überproportionierten Kampfanzügen mehr als opulent aus. Stärke ist ein Attribut, das die Herrschaften in diesen Zeiten durchaus benötigen, denn die Welt befindet sich mal wieder in einem gigantischen Krieg. Besonders die abscheulichen Orks haben es sich erneut zur Aufgabe gemacht, den Menschen das Leben so schwer zu machen wie es eben nur geht. In diesem Abenteuer haben die ungepflegten und übelriechenden grünen Gestalten einen Fabrikplaneten für sich beansprucht. Das wäre sicherlich nur halb so schlimm, wenn dort nicht für den Krieg entscheidende Waffen gefertigt werden würden. Der Spieler schlüpft dabei in die Haut von Captain Titus, der sich mit seinem Team quer über den Bildschirm schnetzelt, damit die Orks nicht zu der ersehnten Feuerkraft gelangen. Fortwährend wird die Geschichte mit kleinen Sequenzen und Dialogen erläutert. Wirklich spannend gestaltet sich der Plot allerdings nicht. Die Handlung erscheint flach und die Figuren bleiben zu fast jeder Zeit blass. Zudem sorgt schon die mäßige deutsche Synchronisation, die mit einer enormen Lippenasynchronität daherkommt, dafür, dass man dem Verlauf nur in einem kleinen Rahmen folgen möchte. Ein Blick abseits der Kampagne lohnt aber ebenso, denn es steht ein umfangreicher Mehrspielerpart bereit, der mit einigen Modi aufwarten kann. Bis zu 16 Teilnehmer finden in diesem Part einen Platz und können sich nach Lust und Laune in Onlinegefechten austoben. Aber mal ganz ehrlich, eine ausgedehnte Handlung mit filmreifen Momenten hat wohl niemand so wirklich erwartet. Daher mag man dem Titel diesen Aspekt gar nicht einmal so übel nehmen, schließlich setzt das Videospiel seinen Fokus auf ganz andere Elemente. Am wichtigsten ist wohl die Action, die zu kaum einer Sekunde zu kurz geraten ist. Ja, man zerstört zwar Objekte, sucht nach Personen oder erledigt andere erforderliche Aufträge, aber letztlich schießt man sich seinen Weg doch nur von A nach B. Die Ballerabschnitte nehmen damit einen großen Teil der Spielzeit ein. So stürmen dem Spieler nicht selten riesige Massen von Orks entgegen. Wie die meisten vermutlich Leute wissen, sind diese Wesen alles andere als schlau, weshalb ohne Rücksicht auf Verluste eine Welle nach der anderen auf den Charakter zu kommt. Gerade aber wegen der hohen Anzahl der Feinde ist hin und wieder ein wenig Taktik erforderlich. Es gibt verschiedene Arten von Orks, die auch mit unterschiedlichen Manövern besiegt werden wollen. Aus diesem Grund muss das Geschehen trotz der massiven Action gut beobachtet werden, um die richtigen Waffen zur entsprechenden Zeit einzusetzen. Die Schießeisen sind derweil gelungen und bieten ein Kontingent, das von normalen Schrotflinten bis hin zu Plasmakanonen reicht. Auf dem Weg zum Ziel kommt man immer mal wieder in nette Situationen und darf Geschütze bedienen oder sich mit einem Jetpack von einer zur nächsten Plattform befördern. Das lockert die Szenerie ein wenig auf, wenngleich die Strukturen im Spiel relativ linear bleiben. Das gilt vor allem für die Gestaltung der Level, die nur sehr beschränkte Möglichkeiten für Entdeckungsreisen offenhalten. Optisch werden dafür durchaus einige sehr hübsche Orte geboten. Die Grafik bleibt am Ende aber auf einem soliden Level, da die Texturqualität nicht mit der Oberklasse mithalten kann. Das ist aber nicht weiter schlimm. Die Optik passt mit seinen bunten Farben bestens zum Geschehen und wirkt daher in seinem Universum authentisch. Der Spieler ist im Übrigen selten im Alleingang unterwegs und hat meistens noch ein kleines Gefolge bestehend aus einigen Teamkameraden im Schlepptau. Diese hätten aber ebenso gut auf Kaffefahrt gehen können, denn eine tatsächliche Unterstützung sind sie nur in wenigen Situationen. Immerhin kann man sich dafür aber noch mit Nahkampfwaffen verteidigen, um diesen Zustand wieder ein wenig auszugleichen. Dazu werden im Verlauf immer mal wieder neue Objekte geboten, die zur Zerhackstückellung der Orks bereitstehen. Energieaxt, Kettenschwert oder andere Spielereien sorgen für ein überaus blutiges Unterfangen, womit auch schnell die Frage der hohen Altersfreigabe geklärt sein sollte. Dank verschiedener Kombos werden die Angriffsmuster eigentlich kaum langweilig und sorgen in Verbindung mit den Schusswaffen für viele freudige Auseinandersetzungen. Passenderweise wird auch die Energie durch den Nahkampf wieder regeneriert. Durch eine Attacke wird der Feind zunächst ins Wanken gebracht, woraufhin auf Knopfdruck die Exekutierung und damit die frische Lebensenergie für den Spieler folgt. Außerdem lädt sich während der Kämpfe eine spezielle Leiste auf, die beim Aktivieren für noch mehr Schaden bzw. eine bessere Präzision beim Abfeuern der Waffe sorgt. Während der Auseinandersetzungen fällt auch die nette Hintergrundmusik auf, die stets mit actionbetonenden Klängen ihren Teil zur Szenerie beisteuert. Fazit: Am Anfang wollte mir Warhammer 40.000: Space Marine nur bedingt gefallen. Immer wieder habe ich den Vergleich zur Gears of War-Reihe und anderen Titeln gezogen, was aber definitiv ein Fehler ist. Warhammer 40.000: Space Marine ist einfach Action pur und in diesem Bereich macht der Titel fast alles richtig. Ohne einen zu großen Wert auf Taktik oder andere Elemente zu legen, bringt das Videospiel sein wichtigstes Attribut mit den blutigen Gefechten sofort auf den Punkt. Daher sollte man sich bei einem Kauf darüber bewusst sein, dass mit dieser Software sicherlich kein Titel für die Ewigkeit erstanden wird, man aber durchaus sehr viel Spaß damit haben kann. – Daniel Dyba Wertung: 7 / 10 |
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| Testbericht: Agarest – Generations of War Zero |
| Das Genre der Rollenspiele ist ein durchaus beliebtes Pflaster, weshalb Spieler regelmäßig mit neuen Vertretern versorgt werden. Viele Videospiele dieser Gattung stammen aus den japanischen Gefilden, wovon es allerdings nicht alle auch nach Europa schaffen. Oft ist für die Macher eine Umsetzung für den hiesigen Markt hierzulande kaum lohnenswert, da dies von den Verkaufszahlen in vielen Fällen nicht gerechtfertigt wird. Doch nicht immer tritt dieser Fall ein. So wurde der Titel Agarest – Generations of War Zero problemlos veröffentlicht und steht seit einiger Zeit zum Kauf bereit. Doch lohnt die Anschaffung? Ein Rollenspiel ist eben nicht immer gleich ein Rollenspiel. So ergeben sich auch innerhalb des Genres eklatante Unterschiede. Titel, die mehr auf Strategie abzielen, lassen sich in den Regalen der Händler kaum noch antreffen. Oft ist der Stoff für die Spieler zu zäh, weshalb die Macher in den meisten Fällen andere Schwerpunkte setzen. Die Entwickler von Agarest – Generations of War Zero haben sich von dieser Tatsache allerdings keineswegs abschrecken lassen. Damit präsentiert sich ein rundenbasiertes Rollenspiel, das so einige taktische Elemente zu bieten hat. Wichtig ist bei einem Titel, der eine Spielzeit von etwa 50 Stunden bietet, jedoch nicht nur das Gameplay, sondern auch die Geschichte. Diese erzählt von einem Krieg zwischen Licht und Finsternis und setzt etwa 1000 Jahre vor den Ereignissen des letzten Sprösslings der Reihe an. Zwei streitende Götter haben sich dazu entschlossen, das Schicksal der Welt in die Hände der Menschen zu geben. Hier tobt der Kampf zwischen Gut und Böse weiter, wo der Protagonist mit dem Namen Sieghart ins Geschehen kommt. Dieser junge Zeitgenosse kämpft für die Seite des Lichts und versucht all sein Können dazu einzusetzen, um der Welt von Agarest eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Dass das nicht immer so einfach ist und mit vielen Auseinandersetzungen einhergeht, sollte wohl jedem bewusst sein. Der Storyrahmen bietet keine allzu großen Besonderheiten. Es ist wie so oft eine Frage des Geschmacks, ob man sich mit der Handlung anfreunden kann oder eben nicht. Eines wird allerdings schnell klar. Als Spieler von Agarest – Generations of War Zero braucht man jede Menge Geduld. So zeigt sich das Videospiel mit unzähligen Dialogen, die auch gerne mal einige Minuten andauern können. Das wird sicherlich nicht jedem gefallen, zumal die Gespräche nur mäßig in Szene gesetzt wurden. Man bekommt nämlich lediglich animierte Standbilder mit den entsprechenden Sprechblasen vorgesetzt. Des Weiteren kommt der Titel mit einer japanischen Sprachausgabe und englischen Texten daher. Das kann in Anbetracht der Textmenge in einigen Situationen durchaus sehr anstrengend für den Leser werden. Leute, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, bleiben aber ohnehin auf der Strecke. Die meiste Zeit des Spiels verbringt man aber wohl mit den Kämpfen. Über eine Karte bewegt man sich zu den verschiedenen Punkten, besucht Städte und wird häufig eben in verschiedene Auseinandersetzungen verwickelt. Das Kampfsystem ist wie erwähnt rundenbasiert und für Freunde der Taktik ausgelegt. Es werden zwei Phasen geboten. Zunächst erfolgt die Bewegungsphase, bei der die Spielfiguren auf dem Raster verteilt werden können. Dinge, wie die Bewegungsreichweite werden dabei jeweils angezeigt. Sobald die Gruppe, die aus maximal sechs Personen besteht, an ihren Punkten angekommen ist, geht es zur Aktionsphase. Hier werden dann die Angriffe vollführt. Ebenso können aber auch Items verwendet werden, um den Charakter zum Beispiel zu heilen. Glücklicherweise steht gleich zu Beginn ein umfangreiches Tutorial bereit, damit auch Einsteiger schnell in das Geschehen kommen. Wer später das ein oder andere Mal keine Lust hat, um sich dem Kampfgeschehen zu widmen, darf sogar die künstliche Intelligenz arbeiten lassen. Das klappt auch bis auf einige Ausnahmen recht gut. Eine weitere Besonderheit ist das Kombinieren der Figuren. Stehen die Recken nämlich in der entsprechenden Konstellation, werden besonders starke Manöver vollzogen, die zudem auch noch recht nett anzusehen sind. Optisch ist der Titel ansonsten ziemlich durchwachsen. Während die Gestaltung der Figuren an sich nett ist, ermangelt sich die Spielwelt einiger Details. Die putzige Retro-Grafik kommt einfach ein wenig zu veraltet daher und kann auch Konkurrenten aus dem gleichen Genre kaum das Wasser reichen. Außerdem wurden ziemlich viele optische Elemente aus dem Vorgänger übernommen. Dafür weiß jedoch die Hintergrundmusik mit tollen Liedstücken zu überzeugen. Die hierzulande erschienene Sammleredition bringt übrigens gleich den Soundtrack mit ins Haus. In Agarest – Generations of War Zero hat man ansonsten natürlich mit den Alltäglichkeiten eines Rollenspiels zu tun. Daher geht es natürlich darum, möglichst starke Items zu finden bzw. zu erwerben und den Charakter aufzuwerten. Zur Auflockerung geht es aber auch immer mal wieder an das Treffen von Frauen bzw. den entsprechenden Gesprächen. So wird Agarest – Generations of War Zero gerne auch mal als Datingsimulator beschrieben. Es geht nämlich auch darum, sich um den Fortbestand zu kümmern. Daher wird schnell klar, wieso sich der Titel des Videospiels um Generationen dreht. Fazit: Agarest – Generations of War Zero ist ein durchaus nettes Rollenspiel der japanischen Riege. Das Kampfsystem präsentiert sich eingängig und bietet dank der Kombinationsmöglichkeiten einige variationsreiche Auseinandersetzungen. Dennoch ist das Spiel nicht für alle Rollenspielanhänger geeignet. Man braucht nämlich schon ziemlich viel Geduld, um die zahllosen Dialoge und vielen Kämpfe zu absolvieren. Das kann manches Mal unglaublich zeitraubend sein. Wer diese Ader also nicht besitzt, sollte sich lieber einem anderen Titel zuwenden. Ansonsten kommt mit diesem Videospiel recht solide Kost für Rollenspielpuristen ins Haus. – Daniel Dyba Wertung: 6 / 10 |
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| Testbericht: El Shaddai: Acension of the Metatron |
| In Zeiten, in denen der Mainstream immer mehr die Überhand gewinnt und sich immer weniger Entwicklerstudios etwas Neues trauen, kommt dem geneigten Videospieler jede Abwechslung gelegen. El Shaddai: Acension of the Metatron ist ein Spiel, dass wieder frischen Wind in die Branche bringen will, indem es versucht, anders zu sein als alles, was man bisher in unseren Gefilden kennt. Ist der europäische Spieler bereit, sich auf Experimente einzulassen und ist El Shaddai sein Geld überhaupt wert? El Shaddai basiert auf einer hebräischen Schrift, in der der Schriftgelehrte und Krieger Enoch vorkommt. Diesen spielt ihr in Ignitions Action-Adventure. Er hat den Auftrag, sieben Engel aufzuhalten, die auf die Erde gefallen sind und von einem Turm aus das Leben der Menschen beeinflussen. Im Himmel wird deshalb beschlossen, die Erde zu fluten, falls es Enoch nicht schafft, den Turm zu erklimmen und die Engel zu läutern. Er ist dabei nicht alleine: Ein Erzengel namens Luzifel unterstützt ihn bei seinem Vorhaben. Er steht in jedem Level und telefoniert per Handy mit Gott. Bei ihm könnt ihr euer Spiel speichern. Die Geschichte ist insgesamt sehr wirr und sicherlich nicht jedermanns Sache. Wer die Storylines von gewissen Anime-Serien mag und mit dem biblischen Thema etwas anfangen kann, wird aber sicherlich glücklich damit. Nachdem ihr das erste mal den Controller in die Hand nehmt, erschlägt euch El Shaddai mit seinem grafischen Stil: Die Umgebungen sind künstlerisch hoch anspruchsvoll und sehen nicht selten aus wie ein Gemälde. Ihr werdet euch oft dabei erwischen, wie ihr stehen bleibt, um die Pracht der Grafik zu bewundern. Genau das ist es, was El Shaddai zu einem so besonderen Spiel macht. Technisch ist der Titel nämlich gerade mal Durchschnitt, was besonders am Kantenflimmern und matschigen Texturen zu bemerken ist. Die Art Designer haben es jedoch geschafft, dies durch den unglaublich künstlerischen Aufwand zu übertünchen. Hier wird klar, dass ein Spiel nicht zwingend High-End Grafik braucht, um optisch zu begeistern. Dieses Kunststück ist zuletzt Nintendo gelungen, die mit Kirby und das magische Garn die Spieler trotz der schwachen Hardware der Wii begeisterte. Wenn man den sehr außergewöhnlichen Grafikstil außer acht lässt und sich nur auf das Gameplay konzentriert, bröckelt die schöne Fassade von El Shaddai etwas. Man merkt dem Spiel zu oft an, dass es stark von God of War und ähnlichen Action-Adventures inspiriert ist. So wechseln sich über die gesamte Länge des Spiels Kampfeinlagen mit Hüpfpassagen ab. Bei Ersteren wird euch lediglich ein Knopf zum Schlagen zur Verfügung gestellt. Klassisches Button-Mashing führt allerdings nicht zum Erfolg: Ihr müsst die Schläge genau timen, um nicht das Zeitliche zu segnen. Es ist auch wichtig, die richtige Waffe zu benutzen. Deren gibt es nur drei, die ihr nicht findet, sondern euren Gegnern nach Kombos abnehmt. Eine Waffe eignet sich besonders für schnelle Kombos, eine für behäbige, aber mächtige Attacken. Das dritte Kriegsgerät feuert Projektile, die zwar schwach sind, sich aber exzellent eignen, um eure Wiedersacher auf Distanz zu halten. So fordernd und interessant das Kampfsystem anfangs erscheinen mag, ist es doch zu wenig abwechslungsreich, um euch über Stunden an den Bildschirm zu fesseln. Vor allem die Bosskämpfe sind, obwohl schön inszeniert, sehr eintönig und erfordern häufig weniger taktisches Vorgehen als vielmehr stures ausweichen und schlagen. Die zweite Komponente des Gameplays sind die Jump & Run-Passagen. Hier wechselt das Spiel zwischen zwei- und dreidimensionaler Sicht. Die 3D Passagen sind meistens schwierig zu meistern. Dies hat mehrere Gründe: Die Sprungsteuerung ist unnachgiebig und oft ungenau und die Kamerawinkel meist schlecht gewählt. Zudem lässt euch die grafische Darstellung oft nur erahnen, wo die nächste Plattform ist. Bei den ganzen Pastellfarben nehmt ihr diese nämlich oft gar nicht oder nur sehr vage wahr. Immerhin werdet ihr ohne Wartezeit vor der Schlucht abgesetzt, solange ihr nicht zu oft abstürzt, ansonsten zeigt euch das Spiel den „Game Over“-Bildschirm. Die zweidimensionalen Sprungpassagen funktionieren ungleich besser. Hier seht ihr die Plattformen besser und Abstürze passieren weit weniger oft. Die Hintergrundmusik fügt sich jederzeit gut in das Spielgeschehen ein und auch die Synchronisation der Charaktere ist sehr gut gelungen. Zwar gibt es wenige Sprechrollen und Enoch ist außerdem stumm, aber die wenigen Sprecher machen ihre Sache sehr gut. Fazit Schade! El Shaddai bietet einen erfrischend neuen Ansatz und ist optisch sicherlich einmalig. Allerdings hat man fast die komplette Spielzeit über das Gefühl, dass die Entwickler noch etwas mehr Zeit gebraucht hätten, um an den Feinheiten des Spiels, besonders den hakeligen Sprungsequenzen, zu arbeiten. Was bleibt, ist ein künstlerisch hoch anspruchsvolles Spiel mit einer ausgefallenen Story, dass sein volles Potential an zu vielen Stellen verschenkt. So ist El Shaddai ein gutes Beispiel für „Style over Substance“. Benjamin Droß Wertung: 6/10 |
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| Testbericht: Resistance 3 |
| Wenn der Widerstand zur Offensive ruft, dann springen die Freunde des Shooter-Segments von ihren Stühlen auf. Zumindest trat dieser Fall bei den bisher veröffentlichten Resistance-Teilen auf. Jüngst erschien endlich der dritte Ableger der Serie und wartet nun auf die bleihungrige Käuferschaft, die gegen die Bestien in den Kampf ziehen will. Alle guten Dinge sind drei, aber stimmt dieser Spruch auch bei Resistance 3? Wir sind dieser Frage auf den Grund gegangen. Was wäre wohl, wenn die Welt von fiesen Alien-Kreaturen überlaufen werden würde? Nach dieser Antwort haben schon unzählige SciFi-Autoren und Filmemacher gesucht. Jeder hat dabei seine ganz eigene Interpretation, wobei die meisten Szenarien oft in einer weit entfernten Zukunft angesiedelt sind. Die Resistance-Serie geht hier allerdings einen ganz anderen Weg und dreht die Uhr einige Dekaden zurück. So spielen die Ableger in der 1950er-Jahren und erzählen eine etwas alternativere Fassung der Geschichte. Wie wäre die Welt wohl geworden wenn also schon damals so etwas passiert wäre? Etwa eine völlige Auslöschung der menschlichen Rasse? Nun genau das gilt es als Spieler zu verhindern, schließlich sorgt schon der gesunde Selbsterhaltungstrieb für eine Auflehnung gegen alles Feindliche, was den Menschen die Existenz rauben könnte. Interessant ist diese Art von Szenario allemal und auch Resistance 3 weiß die Idee bestens in Szene zu setzen. Durch eine gekonnte Inszenierung fühlt man sich als Spieler wirklich in den bedrohlich harten Kampf von Mensch und Bestie versetzt. Egal in welche Stadt oder welches Dorf man nun kommt, es ist kein Stein auf dem anderen geblieben. Die wenigen Überlebenden haben sich in Gruppen zusammen geschlossen. Viele Personen haben Geschichten von Schicksalen zu erzählen, was das Ganze oftmals einen Tick persönlicher macht. Auch der Radiosender, der an vielen Punkten während des Spielverlaufs gehört werden kann, sorgt für eine greifbare Bedrohung. Hier werden Suchmeldungen von Vermissten oder Lobpreisungen von glorreichen Schlachten von überall auf der Welt herausgegeben. Es geht eben ums Überleben in diesem erbitterten Krieg und das solch eine Auseinandersetzung selten ohne Opfer geschieht, sollte eigentlich verständlich sein. Schwer ist es dennoch, was auch für den Hauptcharakter Joseph gilt. Er hat seine geliebte Familie zurückgelassen, bestehend aus Frau und Kind. Und das tat er nur aus einer kleinen Hoffnung heraus, die ihm ein alter Mann gegeben hat. Dieser Zeitgenosse, seines Zeichens Forscher, sieht das Ziel in New York. Dort denkt er, könne man die Bestien endlich beseitigen. Das wäre sicherlich auch an der Zeit, denn inzwischen haben die feindlich gesinnten Kreaturen fast den gesamten Erdball mit ihrem Virus infiziert. Daher müssen auch die kleinsten Möglichkeiten genutzt werden, selbst wenn Joseph daran kaum noch glaubt. Trotzdem begibt sich der Hauptcharakter mit dem alten Mann auf die lange Reise, New York ist nämlich vom anfänglichen Unterschlupf aus gesehen nicht gerade nebenan. Wie aber Meile um Meile zurücklegen, wenn doch überall die hochtechnisierte und zugleich tödliche Gefahr der rauen Brut auf den Spieler wartet? Das ist die Frage aller Fragen, die gleichsam den Spielverlauf erklärt. So gilt es nämlich stets einen Weg zu finden, um dem Ziel ein Stückchen näher zu rücken. Mal wird dies mit einem Senkrechtstarter gewährleistet und ein anderes Mal müssen die potenziellen Helden mit einem Boot vorlieb nehmen, das auf dem See den angreifenden Bestien fast schutzlos ausgeliefert ist. Dies lässt schon vermuten, dass es in Resistance 3 selten ohne Komplikationen vorangeht. Aus diesem Grund landet man häufig unfreiwillig in anderen Städten, die von Widerstandszellen bewohnt sind. Hier muss der Spieler oft Aufgaben erfüllen, damit diese Leute einem zum Weiterkommen verhelfen. Die Missionen an sich sind dabei genauso wie die Orte recht abwechslungsreich ausgefallen. Es werden ruhige Momente wie große Schlachten geboten. Zwar hat es nicht geklappt, wirklichen Horror zu erzeugen, der Versuch ist aber in Ansätzen zu erkennen. Dafür bringen die riesigen Kämpfe die Action auf den Punkt. Riesig ist da auch das passende Stichwort, denn dieses Attribut kann vor allem den Feinden zugesprochen werden. Gigantische Kraken, unheimlich große Spinnen und anderes Getier muss stets mit der rechten Taktik unter die Erde gebracht werden. Diese Situationen weichen so schnell sicherlich nicht aus dem Gedächtnis und hinterlassen nach dem Besiegen auf alle Fälle ein wohliges Gefühl im Magen des Spielers. Abgerundet wird das Geschehen durch einige Eskort- beziehungsweise Schleicheinlagen. Wer die Aufgaben allerdings nicht alleine erfüllen möchte, kann mit einem weiteren Freund den Koop starten. Dieser ist separat vom normalen Mehrspielermodus zu sehen, der derweil Platz für 16 Leute bereithält. Diese wirklich netten Gameplayelemente müssen teilweise aber auch unter einigen althergebrachten Spielattributen leiden. Das ständige Abschießen teils viel zu hoch frequentierter Gegnerwellen macht beispielsweise nur anfänglich Spaß. Ebenso die Tatsache, dass in einigen Situationen erst alle Feinde besiegt werden müssen, bevor der Weg weitergehen kann, zeigt sich veraltet. Was den Schwierigkeitsgrad etwas in die Höhe treibt, dagegen aber eher eine Frage des Geschmacks bleibt, ist wohl das Energiesystem. Die meisten Genre-Kollegen der letzten Jahre lassen die Kräfte des Charakters nämlich automatisch regenerieren, sobald er in Deckung geht beziehungsweise nicht mehr den Schüssen der Widersacher ausgesetzt ist. Resistance 3 setzt hier aber ebenfalls wieder auf traditionelle Elemente und lädt zum munteren Einsammeln von Energiepaketen ein. Wird man also von mehreren Feinden belagert, hilft das Aufsuchen der Deckung nur, um nicht noch mehr Lebenskraft zu verlieren. Erfrischend wirkt dagegen das Kader der Waffen, das mit einigen interessanten Sprösslingen daherkommt. Der Spieler begibt sich nämlich nicht mit gewöhnlichen Schießeisen in den Kampf, sondern darf sich der Technik der Bestien bedienen. Auch die Kreaturen verfügen über Scharfschützengewehre, Schrotflinten, Raketenwerfer und co., die Ausführung ist im Detail jedoch ein wenig anders. Der so genannte Bohrer verhilft einem beispielsweise zu einer Art Röntgensicht, mit der man durch Wände schauen und ebenso schießen kann. Derweil erfreuen sich alle Feuerwaffen einer Zweitfunktion. Das normale Gewehr kann hier beispielsweise ein Ziel per Knopfdruck fest anvisieren. Schießt man dann in eine andere Richtung, treffen die Kugeln dennoch. Solche Funktionen lassen sich aber nur einige Male verwenden. Mit der Zeit werden die Waffen aber auch automatisch durch das Benutzen verbessert – langweilig wird es so auf alle Fälle nicht. Die imposanten Hintergrundklänge sind übrigens bestens gelungen und tragen oftmals zur gelungenen Stimmung bei. Die deutsche Synchronisation ist dagegen solide. Da gibt es sicherlich viele Spiele, die in diesem Bereich einen besseren Job gemacht haben, aber trotzdem lassen sich die Sprecher durchweg ohne Brechreiz anhören. Optisch bleibt allerdings der Eindruck, dass man etwas mehr aus der Konsole hätte heraus kitzeln können. So bleiben einige Texturen eher matschig und sorgen gemeinsam mit vereinzelten Bildfehlern für die ein oder andere unschöne Situation. Fazit: Resistance 3 ist definitiv mehr als nur ein solider Ego-Shooter von der Stange. Dafür sprechen aus meiner Sicht schon die gigantischen Gegner und die tolle Stimmung, die mitsamt der Auseinandersetzungen geboten wird. Viele Elemente wirken allerdings doch ein wenig altbacken, was aber nicht für jeden Spieler negativ sein muss, schließlich erfüllen sie ihren Zweck und fügen sich gut in das Gameplay des Titels ein. Der Shooter-Herbst bekommt mit Resistance 3 einen gelungenen Start präsentiert. Wer sich schon an den Vorgängern die Finger wund gespielt hat, wird hier nicht weniger Spaß haben. – Daniel Dyba Wertung: 8 / 10 |
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| Testbericht: Driver – San Francisco |
| Der Spieletitel Driver ist durchaus bekannt, schließlich besteht er nun schon seit vielen Jahren und hat einige unterschiedliche Abenteuer in die Läden gebracht. Von konkurrenzfähigen Videospielen innerhalb der Reihe gab es in den letzten Jahren aber kaum noch etwas zu erspähen. Mit Driver: San Francisco soll sich dieser Zustand wieder ändern. Ob den Machern endlich wieder ein Glücksgriff gelungen ist, haben wir im Test geklärt. Seit dem Erscheinen der ersten Titels im Jahre 1999 ist viel Zeit vergangen. In Driver: San Francisco schlüpft man aber ein weiteres Mal in die Rolle des verdeckten Ermittlers John Tanner. Die ewige Jagd nach dem Schurken Jericho war eigentlich abgeschlossen, zum Start des Titels sitzt der Erzfeind des Protagonisten in Haft. Böse Buben haben aber nun mal ebenso böse Pläne, weshalb Jericho kurzerhand aus dem Gefängnis entflieht und Tanner damit ein weiteres Mal das Leben schwer macht. Bei der Flucht und der anschließenden Verfolgungsjagd wird der Held jedoch in einen Unfall verwickelt, der schwerwiegende Folgen mit sich zieht. Krankenhaus und Koma sind hier die Pointe, was aber nicht gleichsam mit dem Tod endet. So erlebt Tanner das weitere Geschehen in seinen Gedanken, wo man also auch als Spieler selbst fortan sein Unwesen treibt. Nun gilt es im komatösen Zustand herauszufinden, was Jericho eigentlich plant. Mit dem Ausbruch ist es für den Antagonisten nämlich noch lange nicht getan. Nach und nach wird nach Zeugen und Mittätern gesucht, womit man dem Schurken und seinem Masterplan endlich auf die Fährte kommt. Erzählt wird die Geschichte dabei mit Zwischensequenzen, die sowohl im Gedächtnis des Charakters als auch in der wirklichen Welt abspielen. Löblich zu erwähnen ist an dieser Stelle die Qualität der Cutscenes. Es wurde anscheinend viel Arbeit investiert, damit die Gesichter der Figuren möglichst realitätsnah aussehen. Dieses Unterfangen ist den Entwicklern wahrlich gelungen, sodass man sich stetig auf neue Sequenzen freut. Insgesamt wurde die Story recht gelungen gestaltet. Die Idee hinter dem Plot mag zwar teilweise ein wenig weit hergeholt sein und manches Mal etwas merkwürdig anmuten, aber dafür wird immerhin wieder etwas Neues geboten und keine 0815-Geschichte präsentiert. Ganz ohne Klischees kommt zwar auch diese Erzählung nicht aus, bietet dafür aber jede Menge Humor und einen Hauch Selbstironie. Die Dialoge mit Tanner und seinem Partner und ebenso mit anderen Charakteren wirken oft äußerst lustig und haben nicht selten den einen oder anderen Lacher parat. Die hervorragende deutsche Synchronisation zeichnet sich unter anderem dafür verantwortlich, dass die Witze so gut funktionieren. Besonders bei den Hauptfiguren haben nämlich professionelle Sprecher Hand ans Mikrophon gelegt und den Charakteren bekannte Stimmen geliehen. Damit wird die Atmosphäre in jedem Fall deutlich aufgewertet. Die Stimmung wird aber auch durch die Kulisse angehoben. San Francisco ist der große Handlungsort des Titels und bietet allerhand netter Ecken. Im Verlauf der Geschichte schalten sich immer weitere Teile der Stadt frei, sodass es stets etwas Neues zu entdecken gibt. Flächenmäßig ist die Umgebung wirklich groß geraten. Abgesehen vom teils etwas störenden Kantenflimmern, wirkt die Optik auch recht hübsch. Was die Detailvielfalt angeht, darf man allerdings trotzdem kein Grand Theft Auto erwarten. Dieser Vergleich hinkt ohnehin mittlerweile. In den früheren Teilen hat Driver immer mehr Open-World-Elemente eingebaut. Man konnte sich als Spieler frei durch die Stadt bewegen und aus dem Fahrzeug aussteigen. Die Möglichkeit der freien Erkundung ist auch heute noch gegeben. Zu Fuß umherlaufen, mit dem Gewehr herumballern und ähnliche Attribute wurden allerdings aus dem Spielkonzept entfernt. Damit will Driver: San Francisco seinen Wurzeln wieder ein Stück näher kommen und sich mehr an den Rennspielelementen orientieren. Driver: San Francisco lässt sich aber trotzdem nicht ganz mit einem klassischen Rennspiel vergleichen. Es werden zwar auch einige Herausforderungen geboten, in denen es darum geht, als erstes ins Ziel zu kommen, aber solche Elemente sind fast schon zweitrangig. Ebenso gibt es auch keine Rundkurse oder Rundenzeiten. Vielmehr dreht sich halt alles auf den Straßen der Megametropole ab. Hier werden zahlreiche Aufträge geboten, die es zu erledigen gilt, damit sich neue Hauptmissionen freischalten. Häufig geht es darum, Verbrecher dingfest zu machen. Das geschieht meist mit schlagkräftigen Argumenten in Form von waghalsigen Rammattacken. Teilweise muss aber auch ein Stunt vollführt oder eine Schutzperson über Nebenstraßen eskortiert werden. Alles in allem wirken die Aufträge ausgewogen und bereiten vor allem auch wegen der erwähnten Dialoge viel Freude. Die Macher haben aber nicht nur das Konzept zusammengeschrumpft und sich auf die wesentlichen Elemente beschränkt, sondern auch einige neue Features ins Spielgeschehen eingebettet. Die wichtigste Neuerung ist an dieser Stelle die Shift-Funktion, mit der man auf Knopfdruck in die Körper anderer Personen schlüpfen kann. Diese übersinnliche Kraft hat der Hauptcharakter im Koma erlangt und nutzt sie natürlich so gut es geht aus, um Bösewichte einzulochen. Der Spieler schaut beim Shiften auf eine Karte und sieht dabei alle Fahrzeuge, die sich in der Stadt bewegen. Ein Knopfdruck reicht schon aus und man landet im Geist einer anderen Figur und hat damit die Kontrolle über den Wagen. Damit lassen sich viele Aufträge aufwerten. Zwei Bomben an unterschiedlichen Stadtenden entschärfen? Dank dieser Funktion alles kein Problem. Spannend wird es auch, wenn man in einem Rennen die Kontrahenten ausschalten möchte. Da genügt es schon, sich in den Gegenverkehr zu beamen und einen Unfall zu provozieren. Tolle Idee, die sich auf vielfältige Weisen ausnutzen lässt. Zudem wird dieses übersinnliche Feature im Verlauf immer mal wieder verbessert. So kann man später noch weiter aus der Karte herauszoomen, um schneller an den gewünschten Ort zu kommen. Außerdem schalten sich noch Funktionen wie das Rammen frei. So kann man eine Attacke aufladen und den Widersacher noch besser von der Fahrbahn bringen. Mit all diesen Möglichkeiten wird das Renngeschehen wirklich alles andere als langweilig. Wer abseits des Einzelspielerparts allerdings doch noch ein wenig die Zeit vertreiben möchte, kann auch einen Blick zum Onlinepart werfen. Hier dürfen acht Personen unterschiedliche Auseinandersetzungen bestreiten. Das Spielprinzip von Driver: San Francisco macht sicherlich klar, dass keine Simulation geboten wird. Daher kommt die Fahrweise sehr arcadelastig daher, was allerdings keineswegs als Kritik zu verstehen ist. Überaus positiv fällt zudem auf, dass der Titel zahlreiche reale Automarken zu bieten hat. Der Spieler schlüpft also unter anderem in die Fahrzeuge der Hersteller Chevrolet, Dodge und VW. Fazit: Ich hätte nicht gedacht, dass mir Driver: San Francisco doch so viel Spaß bereiten könnte. Nachdem die letzten Teile der Reihe eher mittelmäßige Abenteuer waren, haben die Macher endlich die Notbremse gezogen, um wieder zu den elementaren Wurzeln zurückzukehren. Und eben dieses Unterfangen ist Ubisoft an dieser Stelle wirklich gelungen. Der Titel bietet Humor, hat neue Features und erfreut sich einer riesigen Spielwelt. Wer mit diesem Genre also etwas anfangen kann, wird mit Driver: San Francisco sein Geld keinesfalls verschwenden. – Daniel Dyba Wertung: 8 / 10 |
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| Testbericht: Xenoblade Chronicles |
| Die Xenoblade-Reihe hat schon einiges an Tradition und ist zumindest in Japan eine der beliebtesten Rollenspiel-Reihen aller Zeiten. In Europa haben sich die Spiele nie so großer Beliebtheit erfreut. Umso erstaunlicher, dass Nintendo of Europe den Schritt gewagt hat, Xenoblade Chronicles hierzulande zu veröffentlichen. Bleibt zu hoffen, dass das europäische Publikum diesen Mut belohnt. Ein Kampf tobt zwischen zwei gigantischen Wesen, die in einem scheinbar endlosen Kampf verstrickt sind. Die Namen der beiden: Mechonis und der Bionis. Nachdem sich die beiden Giganten gegenseitig schwer verletzt haben, bleiben sie plötzlich bewegungslos stehen. Äonen vergehen und auf den Körpern der beiden bilden sich im Laufe der Jahrhunderte ganze Zivilisationen. Auf Bionis leben die Menschen, die sich in verschiedene Kolonien aufgeteilt haben. Auf dem Körper des Mechonis hat sich eine Art Roboterrasse gebildet, die den Menschen nicht wohlgesonnen sind: Immer wieder greifen die bösartigen Mechon die Menschen an. Leider sind sie gegen jede erdenkliche von Menschenhand erschaffene Waffe Immun, nur ein Schwert mit dem Namen Menado kann ihnen ernsthaften Schaden zufügen. Mit diesem können aber nur bestimmte Personen umgehen. Zu Beginn des Spieles steuert ihr den ersten Träger der mächtigen Klinge. Ihr werdet mitten in das Kampfgeschehen geworfen. Eine episch inszenierte Schlacht zwischen den Menschen und Mechon ist in vollem Gange. Die Menschen wurden zurückgedrängt und die Schlacht scheint verloren. Euer Charakter Dunban ist die letzte Hoffnung. Hier lernt ihr das Kampfsystem zum ersten mal kennen: Im Gegensatz zu den meisten traditionellen japanischen Rollenspielen findet das Geschehen in Echtzeit statt und ist inspiriert von MMORPGs. Ihr steuert jeweils einen von drei Charakteren. Die anderen beiden werden vom Computer gesteuert und unterstützen den jeweils aktiven durch Heilzauber oder Spezialattacken. Aus einer Leiste wählt ihr die Aktion, die als nächstes ausgeführt werden soll. Ein wichtiges Element ist das Aggro-System. Wer den Gegnern am meisten Schaden zufügt, zieht deren Aufmerksamkeit auf sich. Nun können die anderen Party-Mitglieder von der Seite oder von hinten angreifen, um mehr Schaden anzurichten oder negative Status-Effekte zu bewirken. Durch solche Aktionen füllt sich eine Leiste, die dreigeteilt ist. Ist ein Teil voll, kann ein gefallener Mitstreiter wiederbelebt werden. Sind alle drei gefüllt, könnt ihr einen Kombo-Angriff ausführen. Dieser gibt dem Spieler kurzfristig die Gelegenheit, alle Teammitglieder zu steuern. Nacheinander kann jeder eine Aktion ausführen. Wenn man alles richtig macht, wird eurem Widersacher so großer Schaden zugefügt. Das Kampfsystem, so eintönig es am Anfang erscheinen mag, bietet einiges an Tiefe und trägt das Spiel über weite Strecken. Nach der fulminanten ersten Sequenz des Spiels, in der die Mechon mit Mühe und Not zurückgeschlagen werden konnten, macht das Spiel einen Schnitt. Mehrere Jahre sind seit dem letzten Angriff der Mechon vergangen, ihr schlüpft nun in die Rolle des jungen Shulk und lernt zum ersten Mal die riesige Welt von Xenoblade Chronicles mit seinen gigantischen Ebenen und mächtigen Bergen kennen. Eure erste Aufgabe ist es, zu eurer Heimat-Kolonie zurückzukehren. An sich keine schwere Aufgabe, denn das Spiel bietet selbstverständlich eine Übersichtskarte. Das Problem ist die Vielfalt, die euch geboten wird. In jeder Ecke gibt es Schätze zu entdecken, Gegner zu besiegen oder Nebenquests zu erfüllen. Hier kann man schnell die Zeit vergessen und das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren, denn die Gegend erforschen macht großen Spaß und ist eine der vielen Stärken von Monoliths Rollenspiel-Hit. Habt ihr es dann doch geschafft, zur Kolonie zurückzukehren, läuft das Spiel ab wie jedes andere japanische Rollenspiel. Ihr kauft Gegenstände, treibt Handel mit bestimmten Bewohnern oder zieht euch Nebenaufträge an Land. Diese drehen sich meist um das Besiegen von Monstern oder dem Finden von Gegenständen. Wegen der schieren Masse an Aufträgen kann dies mit der Zeit leider etwas eintönig werden. Um euch trotzdem bei der Stange zu halten, könnt ihr ein soziales Netzwerk aufbauen. Indem ihr Menschen dabei helft, sich näher zu kommen oder Konflikte löst, stärkt ihr deren Verhältnis zueinander. Habt ihr ein großes soziales Netzwerk aufgebaut, wird euch dies vor allem im späteren Spielverlauf von großem Nutzen sein. Wir wollen an dieser Stelle allerdings nicht zu viel verraten. Doch nicht nur zwischen den NPCs müsst ihr ein gutes Verhältnis schaffen. Auch euer Team muss gut miteinander harmonieren, um im Kampf nicht unterlegen zu sein. Charaktereigenschaften von einem Charakter können auf einen anderen „abfärben“ und ihm so mehr Boni im Kampf verleihen. Jeder eurer Mitstreiter hat einen Baum, in dem Gewisse Boni enthalten sind. Harmoniert er gut mit einem anderen Charakter, so kann er dessen Eigenschaften übernehmen und bleibt so nicht auf seine eigene Linie beschränkt. Diese Eigenschaften werden übrigens automatisch durch Talentpunkte (TaP) gefördert, die man im Kampf und für das erfüllen von Aufgaben erhält. Außer den TaP gibt es traditionell noch die Erfahrungspunkte (ExP), durch die ihr Level aufsteigt sowie Technikpunkte (TeP), die ihr auf die zahlreichen Fähigkeiten eurer Teammitglieder verteilen könnt. Die technische Seite von Xenoblade Chronicles lässt wenig zu wünschen übrig. Zwar leidet das Spiel teilweise unter heftigem Kantenflimmern, doch die brillant inszenierten Sequenzen und schön designten Monster lassen euch diesen Makel schnell vergessen. Auf der Wii gibt es nicht sehr viele Spiele, die hier mithalten können. Die Sprachausgabe erfolgt wahlweise auf japanisch oder in sauber gesprochenem britischem Englisch, deutsche Untertitel können natürlich zugeschaltet werden. Der Soundtrack geht ins Ohr und die Melodien werden auch dem hundertsten Mal nicht langweilig. Fazit Nachdem es in der aktuellen Generation – zumindest auf den Heimkonsolen – so gut wie kein brauchbares Futter für Freunde von JRPGs gab, kommt hier nun endlich die Erlösung: Xenoblade Chronicles ist ein bis zum letzten Detail durchdachtes Rollenspiel-Erlebnis, das keine Wünsche offen lässt. Das Setting ist unverbraucht, die Kämpfe spannend und es gibt so viel zu entdecken, dass man für Wochen den Controller nicht aus der Hand legen will. Die Geschichte tut ihr Übriges und alle Faktoren gemeinsam machen Xenoblade Chronicles zu einem der besten Rollenspiele seit Jahren. Unbedingte Kaufempfehlung! Benjamin Droß Wertung: 9/10 |
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| Kurztest: Air Conflicts – Secret Wars |
| Der deutsche Publisher bitComposer Games hat jetzt ein neues Flugspiel in die Läden gestellt. Mit Air Conflicts: Secret Wars geht es zurück in den zweiten Weltkrieg. Hoch über die Wolken, wo die Action wohl grenzenlos sein muss. Was das Spiel taugt? Das verraten wir euch in diesem Kurztest. Der Spieler schlüpft hier sogar mal in die Haut einer Frau. Einer Frau aus Frankreich, genannnt DeeDee, wobei sie eigentlich Dorothy heißt. Mit Oz hat die zwar nix am Hut, dafür aber mit Fliegen. Das hat familiäre Gründe. Ihr Vater war Pilot, doch den lernte sie auf Grund eines Absturz nie kennen. Der zweite Weltkrieg fordert auch von Dorothy ihr Opfer und sie muss in die Schlacht ziehen. Pardon. Fliegen. Die Geschichte selbst wird dabei nach und nach immer düsterer, ist für ein Flugspiel sogar richtig gelungen. Wäre sie dann auch noch so gut erzählt worden, wie sie es verdient gehabt hätte, wäre Air Conflicts: Secret Wars sogar noch einen Tick besser gewesen. Doch die drögen Standbilder wissen nicht unbedingt zu begeistern. Aber gut, so ist das eben manchmal bei Titeln mit niedrigen Produktionskosten. Man kann es verzeihen. Rein spielerisch schlägt Secret Wars in eine ähnliche Kerbe wie Titel wie Heroes over Europe, spielt sich aber noch eine ganz Ecke arcadelastiger. Simulationsfetischisten sollten also dringend die Finger von dem Titel lassen. Das äußert sich beim Flugverhalten, welches so simpel umgesetzt ist, dass eigentlich nur komplett unfähige Spieler einen Absturz provozieren können. Aber nicht nur da: Auch gibt es unbegrenzt Munition. Der Spaß soll eben im Vordergrund stehen. Und das funktioniert soweit auch ganz gut. Die zahlreichen Gegner bereiten über sieben Kapitel einiges an Unterhaltung. Und auch die verschiedenen Flugzeuge sorgen hier und da für ein wenig Abwechslung, selbst wenn die im eigentlichen Spielverlauf ein wenig zu kurz kommt. Immerhin: Ganz am Ende des Spiels geht es noch einmal in einem Doppeldecker in die Lüfte. Aber ansonsten gilt es eigentlich eher die Gegner zu plätten. Aber auch das kann ja immer mal wieder für eine Weile ganz unterhaltsam sein. Wer die Kampagne gemeistert hat, der darf sich in einem besonderen Spielmodus seine eigenen Dogfights zusammenbauen. Da kann man dann selbst bestimmen, mit wie vielen Gegnern man es wo aufnehmen möchte. Technisch ist Air Conflicts: Secret Wars recht solide gehalten. Keine Glanzleistung. Gerade die Umgebung ist mehr ein hässliches Entlein, dafür sind aber die Flugzeuge ganz hübsch gestaltet, was ja auch nicht verkehrt ist. Ärgerlich sind dabei aber die aufpoppenden Texturen in der Landschaft. Wer die PC-Version zur Hand hat, bekommt dafür richtig schönes Wasser präsentiert. Vom Hocker hauen tut das Spiel aber keinen. Schon gar nicht bei der Vertonung. Die englische Sprachausgabe fällt unter die Kategorie „Akzent-Vergewaltigung“, die deutschen Stimmen dagegen sind erträglich. Fazit: Klar. Ein Meilenstein ist Secret Wars nicht. Muss es aber auch gar nicht sein. Es spricht eine einfache Zielgruppe an, die einfach nur ein wenig Spaß bei der Flugaction haben möchten. Und für die ist das Spiel dann auch tatsächlich geeignet. Es macht immer mal wieder Laune, wenn auch nicht dauerhaft. Aber für Zwischendurch ist das Spiel gut geeignet. Für eine höhere Wertung hätten aber viele Punkte besser sein müssen. Von der Technik über die Abwechslung bis hin zum Gameplay. – Michael Hoss Wertung: 6 / 10 |
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| Testbericht: Captain America – Super Soldier |
| Das Kinojahr 2011 ist wieder einmal von zahlreichen Blockbuster-Produktionen geprägt. Was für den Kinogänger positiv ist, wird für den Videospieler oft zur Qual. Entsprechende Versoftungen halten nämlich nur sehr selten ihre Versprechungen. Der Prototyp des amerikanischen Patrioten Captain America will seine Mission die Spielerschaft zu begeistern allerdings nicht unversucht lassen. Superhelden sind stark, meist äußerst hübsch und erfreuen sich großer Beliebtheit. Daher ist es wohl kaum verwunderlich, dass entsprechende Comicvorlagen so häufig verfilmt werden. Ob nun die X-Men, Thor oder Green Lantern – bei der Masse an Kinostreifen, die dieses Jahr erschienen sind, sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein. Nun kommt ein weiterer Held aus dem Marvel-Universum auf die Fangemeinde zu. Gemeint ist Captain America, der mit einem Debut in die Lichtspielhäuser rast und zudem auch in der virtuellen Welt für Begeisterung sorgen will. Die Geschichte von Captain America geht dabei lange Zeit zurück. Hinter dem Kostüm verbirgt sich der Charakter Steve Rogers, der trotz seines schwachen Körpers in den Krieg ziehen wollte. Dank einem Experiment wurde er jedoch zum Superhelden, der über mehr Kraft und Ausdauer verfügt – eben der perfekte Mensch. Als Waffe nahezu unschlagbar, macht er sich für sein Heimatland auf, um die Schlachten für sich zu entscheiden. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde die Comicserie zu Propaganda-Zwecken verwendet. Kein Wunder also, dass Cap gegen Nazis und andere Bösewichte kämpft. Im Laufe der Zeit wurde die Reihe aber immer weiter ausgedehnt, sodass sie auch heute noch über eine Anhängerschaft verfügt. Das Videospiel Captain America: Super Soldier führt den Spieler abermals in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Cap macht sich auf, um eine fiese Terrororganisation zu zerschlagen. Diese verfügt über weiterentwickelte Technologien und will den Krieg mit Waffengewalt gewinnen. Dabei trifft man im Laufe des Spiels auf einige Figuren, die auch aus den Comics bekannt sein dürften. Von der Hintergrundgeschichte rund um Steve Rogers und sein Alter Ego Captain America erfährt man hingegen nicht sehr viel. Das ist aber nicht sonderlich schlimm, denn die Geschichte des Videospiels präsentiert sich ohnehin kaum interessant. Die Dialoge bleiben blass und die Charaktere kommen zu keiner Zeit in Fahrt. Die Synchronisation bleibt dabei auf einem soliden Niveau. Die Stimme des Protagonisten ist adäquat, wohingegen einige Feinde mit nervigen Sprüchen für Unwohlsein sorgen. Ohne große Umschweife geht es nach einem kleinen Intro direkt ins Geschehen. Der erste Abschnitt dient als Tutorial und bringt dem Spieler die Steuerung bzw. die dazugehörigen Funktionen etwas näher. Zeitweise wirkt die Steuerung zwar ein wenig träge, doch zumindest die Verteilung der Tasten geht schnell in Fleisch und Blut über. Wirklich nervig gestaltet sich dagegen die störrische Kamera. Sie lässt sich zwar frei zu allen Seiten schwenken, in gewissen Spielsituationen wird jedoch eine feste Perspektive vorgegeben. Diese Ansicht ist dann leider oft suboptimal und sorgt für ein unübersichtliches Geschehen. Die Optik bleibt für ein Lizenzspiel auf einem soliden Level. Die Texturen sind annehmbar und die Animationen zeigen sich meist flüssig. Gerade die Kampfmomente sind sehr schön gestaltet worden und bieten damit auch etwas für das Auge. Negativ fallen im Bereich der Technik jedoch das Kantenflimmern sowie einige Ruckler auf, die den Spielfluss ein wenig behindern. Mit der Technik von Captain America: Super Soldier lässt es sich leben, letztlich kommt es aber wie immer auf das eigentliche Gameplay an und das zeigt sich von einer recht durchwachsenen Seite. Der Spieler läuft die meiste Zeit von A nach B, verprügelt dabei jede Menge Bösewichte und muss hier und da Türen öffnen oder Maschinen zerstören. Cap bewegt sich in größeren Arealen, deren Wege häufig mehrmals verwendet werden. Verläuft man sich einmal, genügt ein Blick auf die Karte, um die eigene Position und die des Ziels zu finden. Im Zweifelsfall lässt sich mit Hilfe des Steuerkreuzes eine spezielle Sicht aktivieren. Sie hebt besondere Objekte hervor und vereinfacht so das Absolvieren der Aufgaben, was zum Teil auch nötig ist, da das Leveldesign nicht immer optimal gestaltet wurde. Der Spieler kann sich zwar teilweise frei in den Umgebungen bewegen, leider bleiben die Strukturen meist linear. Das Kampfsystem von Captain America: Super Soldier kommt ziemlich gelungen daher, wenngleich es auch einige Anleihen von anderen bekannten Titeln bietet. Hier kann an erster Stelle Batman: Arkham Asylum genannt werden. Der Spieler kann auf Knopfdruck greifen und schlagen. Angriffe von Feinden werden optisch angekündigt, sodass man rechtzeitig reagieren kann. Die Schlagtaste führt zahlreiche variationsreiche Angriffe aus, die ziemlich gut aussehen und für ein dynamisches Kampfgeschehen sorgen. Zudem verfügt der Spieler über mehrere Balken, die sich nach einiger Zeit aufladen. Damit kann eine besonders starke Attacke ausgeführt werden, die meistens in einer netten Zeitlupe dargestellt wird. Neben diesen Möglichkeiten lässt sich selbstverständlich auch das Schild von Cap einsetzen. Es sucht automatisch das Ziel der Gegner und kann auch wahlweise selbst ausgerichtet werden. Das ist in einigen Situationen notwendig, um zum Beispiel eine Leiter herunterzuschießen. Abgesehen von den Kampfeinlagen werden übrigens auch einige Sprungpassagen geboten. In solchen Abschnitten muss der Protagonist unter anderem über Balken hopsen oder sich von einer zur nächsten Stange schwingen. Das klingt auf dem Papier recht nett, an der Ausführung hapert es allerdings gewaltig. In den meisten Situationen muss nämlich nur eine einzige Taste zur rechten Zeit gedrückt werden. Von Spannung oder Anspruch ist hier keine Spur. Außerdem nervt an dieser Stelle oft die bereits erwähnte Kameraführung. In den Umgebungen von Captain America: Super Soldier liegen viele Objekte herum, die zum Einsammeln einladen. Dadurch werden einige Extras wie beispielsweise kleinere Filme freigeschaltet. Das Finden der versteckten Akten ist hingegen mehr oder weniger von Nöten, denn nur so werden Punkte gesammelt, damit der Charakter seine Fähigkeiten aufwerten kann. Dazu stehen drei Bereiche zur Verfügung. So werden mit der Zeit mehr Feinde vom Schild getroffen und auch das Kontern kann verbessert werden. Hier hätte man sich jedoch mehr Upgrades gewünscht, denn das Maximum ist schnell erreicht. Fazit: Ich muss zugeben, Captain America: Super Soldier ist wirklich eine der etwas besseren Lizenz-Versoftungen. Die Kämpfe machen Spaß, die Technik ist solide und zumindest zu Beginn wird Abwechslung geboten. Das reicht allerdings nicht aus, um den Spieler bis zum Ende des Titels bei der Stange zu halten. Dazu wird das Dauergekloppe irgendwann zu eintönig, was in Verbindung mit der schwachen Story und dem linearen Spielablauf kaum noch für freudige Gemüter sorgt. Wer unbedingt in die Rolle seines Vorbilds schlüpfen will, bekommt zwar keinen Totalausfall vorgesetzt, bessere Spiele in diesem Genre lassen sich aber allemal finden. – Daniel Dyba Wertung: 6 / 10 |
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| Testbericht: Earth Defense Force – Insect Armageddon |
| Vor langer Zeit erschien mit Earth Defense Force 2017 ein durchaus respektabler und spaßiger Titel, der sich sehen lassen konnte. Es gab zu seiner Zeit nur ganz gravierendes Problem: Es fanden sich keine Käufer. Vielleicht läuft es ja mit dem Nachfolger besser, der, wie unser Test zeigen wird, durchweg spaßig ist. Das neue Spiel hört auf den Namen Earth Defense Force: Insect Armageddon, wurde von einem neuen Entwicklerstudio geschaffen (Den Machern von Eat Lead: The Return of Matt Hazard) und in Europa nun von Publisher Namco Bandai veröffentlicht. Inhaltlich gibt das Spiel nicht allzu viel her, doch das ist wenig tragisch. Die Geschichte ist schnell erzählt. Die EDF, die Earth Defense Force, muss die Menschheit vor außerirdischen Invasoren retten. Die Invasoren, das sind in diesem Fall gigantische Insekten. Oder eben auch Roboter, die wie Insekten aussehen. Das war es schon. Ende der Geschichte. Darauf bauen alle Missionen auf, die allesamt nach dem gleichen Schema ablaufen: Rein, raus, Aliens tot – Mission erfüllt. Aber auch der Umstand, dass es eigentlich keine Abwechslung gibt, ist nicht weiter tragisch. Technisch ist Earth Defense Force: Insect Armageddon nicht unbedingt ansehnlich. Die Texturen sind verwaschen, die Animationen wirken oftmals hölzern, die Effekte sind zwar bildschirmfüllend, doch nicht unbedingt schön und die Klangkulisse ist musikalisch eher dem Trash nahe. Auch gibt es fiese Soundglitches, die so manches Mal für Ohrenschmerzen sorgen. Doch auch das ist nicht weiter tragisch. Die künstliche Intelligenz ist wahrlich unter aller Plasmakanone. Die Gegner haben eine ziemlich eigensinnige Wegfindung, sind so oder so nicht ganz helle in der Birne und versuchen am Ende nur möglichst nah an den Spieler heranzukommen. Die eigenen Mannen dagegen müssen regelmäßig wiederbelebt werden. Und auch diese Dinge sind nicht weiter tragisch. Doch warum eigentlich? Warum stören all diese Macken bei Earth Defense Force: Insect Armageddon nicht weiter? Ganz einfach. Weil sie in diesem Spiel völlig ohne Bedeutung sind. Der Titel ist ein Third Person Shooter im Stil von Serious Sam und Konsorten. Nur, dass hier die Gegner in unzähliger Masse Insekten sind. Das ist quasi der einzige Unterschied. Riesenameisen, gigantische Heuschrecken, Spinnen, Kakerlaken – alles will vernichtet werden. Und daraus zieht das Spiel auch seinen Reiz. Man kommt gar nicht dazu, darüber nachzudenken, dass es keine Abwechslung gibt, man kommt gar nicht dazu, die eigentlich hässliche Optik zu kritisieren, man kommt nicht dazu, sich über die mangelnde künstliche Doofheit zu beschweren. Man wird einfach ständig so vielen Gegnern ausgesetzt, dass pures Adrenalin durch die Blutbahnen gepumpt wird. Und hier zeigt die Technik dann sogar doch noch ihre Stärken. Jedes Gebäude in den Städten ist zerstörbar. Und die Größe der Gegner, sowie die eigenen Waffen, ermöglichen es, ganze Häuserblöcke binnen von Sekunden in Schutt und Asche zu legen. Wenn es zu einer echten Megaschlacht kommt, dann kann Earth Defense Force: Insect Armageddon Punkte sammeln. Dann ist das Spiel völlig in seinem Element, wenn es überall kracht, Explosionen den Bildschirm füllen und man keine Ruhe mehr findet. Es mag hirnlos sein, doch durch den Umstand, dass man immer bessere Waffen freischalten kann, dass man immer mehr Gegner auf den Bildschirm gezaubert bekommt und dass man immer größeren Monstern ausgeliefert ist, vergeht die Zeit wie im Fluge. Hirn aus, Waffe raus, Aliens tot. Es ist hirnlos, es ist simpel, doch es ist effektiv. Seinen wahren Reiz zieht der Titel aber aus dem kooperativen Modus. Offline können zwei Spieler im Splitscreen den unendlichen Horden entgegentreten, im Internet sogar noch einige mehr. Dann nimmt das Spiel fahrt auf, begeistert über Stunden hinweg, wenn man gemeinsam mit Freunden den bösen Insekten-Invasoren sprichwörtlich die Fühler aufreißt. Lediglich das grausam schlecht gemachte offene Ende der Kampagne bleibt dann als Ärgernis zurück. Doch dafür entschädigt der bitterböse schwarze Humor, den die Macher immer wieder in den Funksprüchen der Figuren untergebracht haben. Fazit: Nein, ganz sicher ist Earth Defense Force: Insect Armageddon kein Spiel für Jedermann. Es ist optisch kein Leckerbissen. Es ist nicht besonders tiefsinnig, bietet auch nicht allzu viel Spieltiefe, ist irgendwie sehr simpel. Doch wer sich einfach mal erholen möchte, zum Beispiel mit ein wenig Adrenalin, wer einfach mal richtig Spaß haben möchte, der sollte den Titel im Auge behalten. Gerade wenn er oder sie einen guten Freund oder Kollegen hat, mit dem er oder sie gemeinsam auf Käferjagd gehen kann. Spielen kann so wunderbar simpel sein, es kann so erholsam sein. Und Insect Armageddon zeigt genau das. Abzüge gibt es aber dennoch. Für all die Macken. Wäre das Spiel auf einem technisch höheren Niveau angesiedelt, so hätte es Glanzwertungen bekommen. – Michael Hoss Wertung: 7 / 10 |
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| Testbericht: Anomaly – Warzone Earth |
| Im Internet gibt es zahlreiche Tower Defense Spiele. Da gilt es, Türme zu bauen um feindliche Truppen von der eigenen Basis fernzuhalten. Das Prinzip ist simpel, macht aber relativ schnell süchtig. Mittlerweile gibt es auch technisch hochwertige kostenpflichtige Spiele. Und einige davon drehen das Prinzip sogar um. Eines von ihnen ist mittlerweile per Steam verfügbar. Es hört auf den klangvollen Namen Anomaly – Warzone Earth und stellt den Spieler gegen eine feindliche Alieninvasion zum Kampf auf. Also gut. Aufstellen ist verkehrt. Es schickt ihn los, den feindlichen Tower bzw. die feindliche Basis dem Erdboden gleichzumachen. Also. Irgendwie. Das ganze ist komplizierter, als man meinen möchte. Die Story ist recht simpel. Aliens. Erde. Krieg. Mitten im nahen Osten. Und die Aliens sind schuld. Sie sind die Aggressoren. Das US-Militär kann natürlich nicht einfach zusehen und schickt Erkundungstruppen los, muss aber schnell feststellen, dass man es mit einer ziemlich penetranten Form von außerirdischer Invasion zu tun hat. In herkömmlichen Tower Defense Spielen muss der Spieler die Basis verteidigen. In Anomaly – Warzone Earth ist das genau andersherum. Hier gilt es, die eigenen Truppen über einen mehr oder weniger frei festzulegenden Pfad ans Ziel zu bringen und so die Gegnerische Basis zu erobern. Klingt leichter, als gesagt. Es gilt nämlich stets auf sich wechselnde Gegebenheiten einzustellen. Meteoriten krachen auf die Straßen und machen sie unpassierbar, gleichzeitig sind da dann natürlich auch noch die Türme der Aliens, die munter auf den Spieler feuern. Der kann mit seinen Panzern wenigstens das Feuer erwidern und so langsam aber sicher bis zum Ziel vorrücken. Natürlich wurde das Spielkonzept noch mit einigen weiteren Ideen angereichert. Da gibt es Sonderangriffe, die eingesetzt werden können. Zum reparieren der eigenen Einheiten zum Beispiel. Oder aber um den gegnerischen Türmen extra viel Schaden zuzufügen. Eine sehr eingängige Steuerung und höchste Übersichtlichkeit sorgen dafür, dass man immer alles unter Kontrolle hat – selbst wenn der Schwierigkeitsgrad vergleichsweise sehr hoch ausgefallen ist. Zahlreiche Missionen laden durchaus zum tüfteln ein, denn wie gesagt: Einfach ist das Spiel nicht. Es dauert eine ganze Weile, bis man alle Missionen zu Gesicht bekommen hat. Das einzige Problem, was Anomaly – Warzone Earth eigentlich hat, ist das Thema der Abwechslung. Zwar gibt es immer wieder neue Einheiten und Gegner zu sehen, doch das eigentliche Spielprinzip ist schon nach einigen Stunden deutlich ausgelutscht. Da nützt es auch nur wenig, dass die Technik für ein Spiel dieser Gattung wirklich gelungen ist. Gerade die Effekte wissen zu begeistern, auch wenn hier ebenfalls beim Setting gilt, dass ein wenig mehr Abwechslung sicherlich nicht geschadet hätte. Insgesamt ist das Teil für eine Indieproduktion aber sehr hübsch ausgefallen. Das erlebt man auch nicht alle Tage. Gleiches gilt für den Sound. Der ist zwar zu großen Teilen nur auf Funksprüche ausgelegt, doch schaffen diese eine durchaus angenehme Atmosphäre. Auch hier sind es aber die Effekte, die so richtig dafür sorgen, dass man einen wahrlich positiven Eindruck bekommt. Was am Ende bleibt ist ein interessantes Spiel, welches mit einem umgedrehten Spielkonzept durchaus frischen Wind zu bringen vermag, jedoch in Sachen Abwechslung nicht allzu viel zu bieten hat. Taktiker werden sich aber dennoch über die zahlreichen Möglichkeiten der Vorgehensweise freuen. Zumal unter den Missionen wirklich einige echte Kopfnüsse zu finden sind. Außerdem sollte man stets bedenken: Anomaly – Warzone Earth kostet ja auch nicht die Welt, ist sogar relativ günstig zu haben. Fazit: Ich bin ein Freund von unabhängig produzierten Titeln. Darum mag ich in gewisser Weise auch Anomaly – Warzone Earth. Es ist ein wenig anders, als herkömmliche Strategie. Es bietet einige nette Ansätze. Und versagt doch gerade da, wo es eigentlich ansetzt. Nämlich bei der Abwechslung. Schlimm ist das allerdings nicht. Denn das Spiel kostet nur wenige Euro und ist sein Geld in jedem Falle wert. Nur ist es eben auch ein wenig traurig. Trotzdem: Wer auf der Suche nach spaßiger Unterhaltung für Zwischendurch ist, der sollte zugreifen. – Michael Hoss Wertung: 7 / 10 |
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